Die Schweizer Nati ist gespickt mit Spielern, die auch für ihre Clubs als Dauerbrenner fungieren. Es gibt aber auch Gegenteiliges: Für Murat Yakin mögen manche Spieler unentbehrlich sein, auf Clubebene kommen sie jedoch nur bedingt zum Einsatz.
Wir haben den erweiterten Nati-Kader durchwühlt und uns mit den Einsatzzeiten der Schweizer auf Clubniveau befasst. Im Folgenden findet ihr die Nati-Spieler, die auf Vereinsebene am wenigsten Spielzeit kriegen.
Massgeblich ist dabei der Prozentsatz an möglicher Einsatzzeit, den die Spieler erreichen. Haben zwei Spieler den gleichen Wert, so entscheidet die Anzahl an total gespielten Minuten. Wir beschränken uns auf die jeweiligen nationalen Meisterschaften der Spieler. (Quelle: transfermarkt.ch)
Aus so wenig Spielzeit so viel herausholen - das kann nur Zeki Amdouni. Der Schweizer blüht seit seinem Leih-Wechsel nach Portugal regelrecht auf, hat bereits fünf Tore und eine Vorlage in der portugiesischen Liga gesammelt. Dies bei nur gerade 27% aller Spielminuten. Amdouni hat die Jokerrolle perfektioniert wie kein anderer, hinkt mit 1.24 Treffern pro 90 Minuten nur dem schwedischen Tormonster Viktor Gyökeres hinterher (1.30).

Ein bisschen weniger erfolgreich zeichnet sich die Saison von Nati-Urgestein Ricardo Rodriguez ab. Beim FC Torino war der Verteidiger noch absolut gesetzt, trug die Kapitänsbinde und spielte auf verschiedenen Positionen - in Spanien jedoch setzt man nur vereinzelt auf die Dienste des Schweizers: In der Startaufstellung von Betis Sevilla stand "Rici" erst fünfmal, in drei weiteren Partien kam er als Joker zum Zug.
Was Zeki Amdouni heute ist, war Noah Okafor in der vergangenen Saison: Acht Torbeteiligungen liess sich der Ex-Bebbi damals zuschreiben, obwohl er überwiegend nur von der Bank zum Einsatz kam. Anders sieht es in der laufenden Spielzeit aus: Ein Jokertor gelang dem Schweizer zwar gleich am ersten Spieltag, seither befindet sich der Stürmer jedoch auf Torflaute. Ein Wadenmuskelriss macht dem Basel-Länder zudem zu schaffen: Die letzten fünf Spieltage verpasste Okafor verletzungsbedingt und ein Wechsel zum RB Leipzig platzte in der letzten Sekunde.
In der vergangenen Saison absolvierte Michel Aebischer noch ganze 36 Serie-A-Spiele für den FC Bologna, trug sechsmal die Kapitänsbinde und stand meist in der Startaufstellung. Seit August sind es nur sieben Liga-Einsätze für den Fribourgeois - die unglückliche Erklärung: eine Verletzung. Der EM-Held der Schweiz leidet seit Mitte Oktober an Adduktorenbeschwerden, musste sich einer Operation unterziehen und wird wohl erst im Februar wieder aufs Feld zurückkehren.
Wegen eben solchen Momenten vermisst man Aebischer auch in Bologna besonders:
Mit einer Blessur hatte auch Jonas Omlin zu kämpfen. Der Schlussmann der "Fohlen" verpasste die Spieltage 4 bis 10 aufgrund einer Wadenverletzung. Seit Mitte November ist Omlin wieder fit - Spielzeit kriegt der Mann, der eigentlich die Kapitänsbinde trägt, dennoch nicht mehr. Teamkollege Moritz Nicolas hat dem Schweizer in Gladbach den Stammplatz weggeschnappt.
Gegen Ende der vergangenen Saison sah es danach aus, als ob sich Leonidas Stergiou in Stuttgart einen Stammplatz erkämpft habe - eine Rückenverletzung machte dem ehemaligen Espen allerdings einen Strich durch die Rechnung, sorgte dafür, dass er erst Ende November ins Bundesliga-Spielgeschehen eingreifen konnte. Über vier Partien sammelte der Wattwiler seine Einsatzminuten, musste dann aber wieder zusehen: Mitte Dezember hatte der 22-Jährige seinen letzten 1-minütigen BL-Einsatz, seither fehlte er zweimal im Kader der Stuttgarter.
Anders sieht es bei Silvan Widmer aus. Der Aarauer bleibt in der laufenden Saison von Verletzungsbeschwerden verschont, kommt auch in so gut wie jeder Partie zum Einsatz - allerdings nur minim. Im Verlaufe der vergangenen Saison verlor Widmer nach und nach seinen Stammplatz, seit Sommer stand er erst ein einziges Mal in der Startaufstellung. So kommt es, dass der 31-Jährige nach 15 Bundesliga-Einsätzen erst 206 Minuten in den Beinen hat.

Am wenigsten Spielzeit aller Spieler im erweiterten Nati-Kader erhält mit Aurèle Amenda ein ehemaliger YB-Kicker. Der Verteidiger verliess die Schweizer Hauptstadt im vergangenen Sommer in Richtung Bundesliga, konnte sich bei der Eintracht aus Frankfurt allerdings (noch) nicht etablieren. Vereinzelte Einsätze brachten Amenda 67 Spielminuten verteilt auf vier Partien ein - seit November kämpft der 21-Jährige jedoch mit einem Syndesmosebandriss, weshalb selbst die Kurzeinsätze zuletzt ausblieben.
Den Artikel zu den Nati-Spielern, die bei ihren Clubs als Dauerbrenner gesetzt sind, findet ihr hier:
Aurèle Amenda Fussball Fussball A-Nationalmannschaft Fussball International Jonas Omlin Leonidas Stergiou Michel Aebischer Mohamed Zeki Amdouni Noah Okafor Ricardo Rodriguez Silvan Widmer sport.ch