Das nächste grosse Highlight der Schweizer Nationalmannschaft steht erst 2026 mit der Weltmeisterschaft in Nord- und Mittelamerika an. Um an der WM teilnehmen zu können, müssen sich Spieler bei Nati-Trainer Murat Yakin empfehlen - dies tut man am besten mit starken Leistungen auf Clubniveau. Dort bahnen sich folglich einige Veränderungen an.
Ein Clubwechsel kann ein Risiko mit sich bringen, er kann jedoch auch genau das sein, was die Karriere eines Spielers benötigt. Anders ergeht es auch unseren Nati-Kickern nicht. Es folgen die Namen aus dem (erweiterten) Nati-Kader, die in den kommenden Transferfenstern für besonders viel Aufsehen sorgen könnten.
Tatsächlich, auch der Nati-Schlussmann steht auf dieser Liste. Gregor Kobel wurde bei Borussia Dortmund lange Zeit als unantastbar eingestuft. Mit der jüngsten Formflaute der Deutschen änderte sich jedoch auch der Stand des Nati-Goalies: Interesse aus England wird in den Medien ernster genommen, als dies noch vor einigen Monaten oder Jahren der Fall gewesen wäre. Ein Abgang könnte gar nicht so weit entfernt sein, wie man davon ausgehen würde.
Kobels Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2028. Dieser Fakt, kombiniert mit einem Marktwert von unglaublichen 40 Millionen Euro, bedingt, dass interessierte Clubs für den Schweizer besonders tief in die Tasche greifen müssten. Wenn es englischen Vereinen jedoch an einem nicht mangelt, dann ist es die Zahlkraft. Aus London soll Chelsea bereits im Dezember Kontakt zum Nati-Goalie aufgenommen haben - die Engländer wollen den 27-Jährigen einem seiner grossen Ziele näherbringen: Kobel will endlich Titel gewinnen.
Albian Hajdari mag noch kein eingefleischter Nati-Crack sein, in Sachen Zukunftsplanung sollte man den Defensivmann allerdings auf dem Schirm haben. Das Verteidigertalent des FC Lugano macht in der Super League mächtig Eindruck - so viel, dass er der Schweizer Liga schon bald den Rücken kehren könnte.
Nach der jüngsten Vertragsverlängerung soll das Arbeitspapier des Basel-Ländlers eine Ausstiegsklausel beinhalten. "Nur" fünf Millionen Euro müsste ein interessierter Verein für den Schweizer auf den Tisch legen - gut möglich, dass sich im Sommer so mancher Club dazu veranlagt sähe. Am stärksten wird Hajdari mit der Serie A in Verbindung gebracht, dort sollen Torino, Como und Bologna am 21-Jährigen dran sein.

Seit nun mehr 9,5 Jahren spielt Nico Elvedi schon für Borussia Mönchengladbach. Mit 272 Partien für seinen Verein ist der Verteidiger nun mit Yann Sommer gleichgezogen und bildet den ausländischen BL-Rekordspieler der "Fohlen". Für den alleinigen Titel dürfte es noch reichen, im Sommer soll es jedoch nach zehn Jahren endlich zu einem nächsten Karriereschritt kommen.
Immer wieder wird die Gerüchteküche bezüglich eines Abgangs Elvedis angeheizt. Der Schweizer soll sich nach einem neuen Engagement sehnen - England scheint die Traumdestination zu sein. Bereits im vergangenen Sommer wurde der Zürcher mit einem Wechsel zu Wolverhampton in Verbindung gebracht, Anfang 2025 wurde Leeds United als Abnehmer gehandelt.
So manch kritische Stimme wurde laut, als Ardon Jashari den FC Luzern im vergangenen Sommer in Richtung Belgien verliess. Statt einem Top-Liga-Verein schloss sich der Sechser dem belgischen Meister an - ein Wechsel, der sich als grandioser Schachzug entpuppte. Mit dem Club Brügge erobert Jashari die belgische Liga im Sturm, hat sich in die Startaufstellung gearbeitet und wurde bereits zum Spieler des Monats gewählt.
Starke Leistungen zeigt der 22-Jährige in Liga, Cup und Champions League - dies ruft auch die Top-Clubs auf den Plan. Besonders grosses Interesse wird dem Mittelfeldspieler aus Italien nachgesagt: Europa-League-Sieger Atalanta Bergamo soll am Schweizer interessiert sein. Im Sommer 2025 dürfte man in Norditalien mit dem Abgang Edersons (womöglich in Richtung Manchester City) umgehen müssen, Ardon Jashari wäre wohl ein fähiger Ersatz für den Brasilianer. Vorerst hat der Schweizer seinen Vertrag in Brügge aber vorzeitig bis Ende Juni 2029 verlängert.
Auch Fabian Rieders Leihe nach Deutschland erwies sich als perfekter Schritt in der Karriere des Schweizers. Bei Stade Rennes konnte sich der Mittelfeldspieler in der vergangenen Saison nicht sonderlich empfehlen - seit dem Wechsel in die Bundesliga blüht der Schweizer aber regelrecht auf. Wettbewerbsübergreifend hat der Ex-YB-Crack schon neun Torbeteiligungen auf dem Kasten, eigentlich Grund genug, um in Stuttgart die Kaufoption zu ziehen.
Ein permanenter Wechsel nach Deutschland würde wohl auch Rieder zusagen. Sollte es dennoch nicht dazu kommen, würde der Berner im Sommer nach Frankreich zurückkehren, wo sein Vertrag noch bis 2027 datiert ist. Mit seinen Leistungen in Stuttgart hat der 22-Jährige jedoch wohl auch schon anderweitig Interesse geweckt.
Für Aufsehen sorgen auch Treffer in der Champions League - ein solcher gelang Rieder am dieswöchigen Mittwoch gegen Bratislava:
Was Ardon Jashari in der Jupiler Pro League ist, ist Dereck Kutesa in der Super League. Der Genfer spielt in der Schweiz hervorragend, darf sich mit elf Toren aus 19 Spielen als Toptorschütze bezeichnen. Allerdings läuft der Vertrag des Flügelspielers im Sommer aus.
Trotz seines nicht mehr allzu jungen Alters von 27 Jahren deutet Kutesa an, sich noch einmal in einer europäischen Topliga versuchen zu wollen. Zeigt er auf europäischer Bühne weiterhin solch starke Leistungen, so dürfte er im Team von Murat Yakin bald eine noch deutlich grössere Rolle einnehmen.

Was geschieht mit Noah Okafor? Diese Frage stellen sich mittlerweile die Medien dreier europäischer Länder. In der Schweiz ist man um die Zukunft des Stürmers besorgt, kriegt er doch bei der AC Milan kaum Spielzeit. In Italien dachte man schon, man habe mit dem Schweizer abgeschlossen, als er im Flugzeug nach Leipzig sass. In Deutschland schliesslich erwartete man Okafor als neuesten Zugang des RB Leipzig - aufgrund eines nicht bestandenen Medizinchecks - schickte der Red-Bull-Verein den 24-Jährigen kurzerhand zurück nach Italien.
Zu einem Wechsel scheint es im laufenden Januar-Transferfenster also nicht mehr zu kommen, spätestens im Sommer 2025 sollte der Ex-Basler jedoch einen neuen Verein finden. In Mailand läuft der Vertrag zwar noch bis 2028, einem verfrühten Verkauf dürften die Rossoneri aber auch nicht abgeneigt sein - in den Plänen von Neutrainer Sergio Conceicao soll der Schweizer nur noch eine Randrolle spielen.
Spannender denn je wird es im Sommer wohl ausserdem um die Personalie Zeki Amdouni. Der ehemalige Basel-Stürmer kickt momentan auf Leihbasis bei Benfica Lissabon, kann in Portugal eine deutliche Leistungssteigerung aufweisen. Fünf Tore hat der Genfer in der portugiesischen Meisterschaft bereits erzielt - dies bei gerade einmal zwei Starteinsätzen.
Gut möglich, dass sich die portugiesischen Hauptstädter aufgrund dieser Quote dazu bewegen, Amdounis Kaufoption zu ziehen und sich die Dienste des 24-Jährigen längerfristig zu sichern. Der Schweizer dürfte allerdings keinesfalls zum Schnäppchen werden: 15 Millionen Euro beträgt Amdounis Marktwert zur Zeit - zwei Millionen haben die Aguilas bereits für die Leihe hingeblättert.
Sollte es nicht zum permanenten Wechsel nach Portugal kommen, würde Amdouni im Sommer 2025 zu seinem Stammverein FC Burnley zurückkehren. Auf der Insel plante man jedoch bereits im vergangenen Sommer nicht mehr mit dem Schweizer, strebte einen Verkauf an. So oder so hat der Stürmer mit seinen Leistungen in Lissabon bewiesen, dass er nicht viele Gelegenheiten benötigt, um für jeden Verein einen Mehrwert darzustellen.
Albian Hajdari Ardon Jashari Dereck Kutesa Fabian Rieder Fussball Fussball A-Nationalmannschaft Fussball International Gregor Kobel Mohamed Zeki Amdouni Murat Yakin Nico Elvedi Noah Okafor sport.ch