Viele Schweizer wagen den Sprung ins Ausland, um ihre Fussball-Karriere voranzutreiben. Wir werfen einen Blick auf einige gestandene Schweizer Spieler im Ausland, einige, welche auch unter dem Radar fliegen oder den einen oder anderen Namen, der im Kreise der Schweizer-Nati kein Unbekannter ist, man jedoch zumeist hierzulande nicht mehr so auf dem Schirm hat.
Der Mittelfeldspieler, der diesen Sommer nach Saudi-Arabien zu Al-Qadsiah gewechselt hat, verfügt zurzeit nur über die spanische Staatsbürgerschaft. Jedoch wurde Cameron Puertas in Lausanne geboren und wuchs dort auf. Nach überzeugenden Leistungen bei Lausanne-Sport führte ihn sein Weg nach Belgien zu Royale Union Saint-Gilloise. Von dort aus kam sein Wechsel nach Saudi-Arabien zustande für eine Ablöse von 15 Millionen Euro.
Mittlerweile hat sich der kreative Mittelfeldmann in der Wüste eingelebt, stand er doch in 92 Prozent der Spiele in der Startelf. Aus 13 Partien resultierten zwei Torvorlagen. Im saudischen King's Cup (nationaler Pokalwettbewerb) konnte Puertas in zwei Spielen mit einem Tor und einer Vorlage bereits glänzen. Neben ehemaligen Superstars wie Nacho Fernández oder Pierre-Emerick Aubameyang ist Cameron Puertas eine feste Grösse bei Al-Qadsiah.
Neben anfänglichen Startschwierigkeiten findet Ardon Jashari beim FC Brügge immer mehr in die Gänge, stand er doch zuletzt drei Spiele hintereinander 90 Minuten auf dem Platz. Seit Anfang Oktober hat sich der defensive Mittelfeldspieler in die Startelf gespielt, seit dann hat sein Team auch kein Spiel mehr in der Liga verloren und steht berechtigterweise auf dem zweiten Tabellenrang in der Jupiler Pro League.
Ardon Jashari kann aus 16 Einsätzen ein Tor und zwei Torvorlagen vorweisen, trumpfte aber im Spiel von Brügge vor allem durch sein abgeklärtes Defensivverhalten auf sowie als Ballverteiler. Im Alter von 22 Jahren etablierte sich Jashari bereits in einer ausländischen Liga und verfügt über einen Marktwert von elf Millionen Euro - sein Weg darf gespannt verfolgt werden, auch in Hinblick auf die Schweizer Nationalmannschaft. Es kursieren auch Gerücht aus der Serie A.

Erst kürzlich wurde bekannt, dass Rubén Vargas zum FC Sevilla wechselt, dort wird er Teamkollege von Djibril Sow. Der 27-jährige Mittelfeldspieler muss des Öfteren um seinen Stammplatz kämpfen, stand er lediglich in 47 Prozent der Spiele in der Startelf. In der spanischen LaLiga steht der FC Sevilla derzeit an zwölfter Position. Immerhin konnte Djibril Sow nach seinem Wechsel nach Andalusien direkt mit Sevilla die Europa League gewinnen. Sein Marktwert sank jedoch seit seinem Höhepunkt von 22 Millionen bei Frankfurt auf mittlerweile 7,5 Millionen Euro beim FC Sevilla. Der 41-fache Schweizer Nationalspieler fehlte zudem einige Spiele aufgrund von Verletzungen.
Der 1,87 Meter grosse Innenverteidiger ist im Grunde in der Abwehr von Montpellier in der französischen Ligue 1 gesetzt. Dennoch kam der 22-Jährige bis anhin erst auf elf Einsätze in der Liga, da auch er einige Spiele verletzungsbedingt verpasste. Doch bei Montpellier entwickelt sich der junge Genfer immer mehr zur festen Grösse. Auch seinem zukünftigen Werdegang darf mit grosser Hoffnung entgegengeblickt werden.
Simon Sohm musste mit Parma schon viel durchmachen und erlebte eine Achterbahn der Gefühle. So wechselte der Mittelfeldspieler 2020 vom FC Zürich nach Italien und musste mitansehen, wie Parma 2021 den Abstieg in die Serie B vollziehen musste. Doch im vergangenen Jahr konnte sich Parma zum Serie-B-Meister küren und spielt seither wieder in der höchsten italienischen Spielklasse.

Und Simon Sohm trug einen erheblichen Beitrag dazu bei, etablierte sich der 23-Jährige doch als verlässlicher Dauerbrenner. Zwar kämpft Parma Calcio eher gegen den Abstieg als um die europäischen Wettbewerb-Plätze, dennoch erweist sich die oberitalienische Grossstadt als perfekte Destination für den jungen Schweizer, um sich weiterzuentwickeln. In der laufenden Saison konnte Sohm zwei Tore erzielen, stand schon drei Spiele als Captain auf dem Rasen und spielte die letzten zehn Spiele allesamt die volle Spielzeit durch. Die Geduld von Simon Sohm und das Vertrauen in sein Können zahlt sich langsam aber sicher aus.
Standard Lüttich hat ein Problem mit dem Toreschiessen, kommt das belgische Team doch erst auf insgesamt 13 Tore aus 21 Spielen, welches ligaweit mit Abstand der schlechteste Wert ist. Umso erstaunlicher ist es, dass sich Lüttich dennoch auf Platz sieben der Liga befindet. Die mangelnde Torausbeute liegt jedoch nicht an Mittelstürmer Andi Zeqiri, denn der 25-Jährige kommt auf sechs Tore und zwei Torvorlagen. So hatte der Offensivmann in mehr als der Hälfte aller Ligatore seine Füsse im Spiel. Der Leihspieler von Liga-Konkurrenten KRC Genk hat sich gut eingefügt bei Lüttich und ist einer der wenigen Hoffnungsschimmer.
Beim FC Fulham hatte man den Rechtsverteidiger über die Jahre an zwei Vereine verliehen, doch weder beim Servette FC noch bei Augsburg konnte Mbabu restlos überzeugen, und so liess man den Schweizer im Spätsommer 2024 ablösefrei nach Dänemark ziehen. Beim amtierenden Meister FC Midtjylland stand Mbabu in 15 Partien auf dem Rasen, inklusive fünf Einsätzen in der Europa League. Seinen Job auf der rechten Verteidigerposition machte er dabei ganz ordentlich und ist dort praktisch gesetzt. In der Liga befindet man sich derzeit trotz Punktegleichstand mit Leader Kopenhagen auf dem zweiten Tabellenplatz.
Der bulgarische Serienmeister konnte sich 13 Saisons hintereinander zum Meister küren. Wenig verwunderlich, dass auch Kwadwo Duah schon den bulgarischen Meistertitel als auch den bulgarischen Superpokalsieg feiern konnte. Der 1,85 Meter grosse Mittelstürmer ist aber aufgrund seiner mangelnden Torausbeute nicht mehr gesetzt bei Ludogorets, lediglich drei Tore aus 18 Spielen konnte der 27-Jährige bis anhin in der Liga erzielen. Sein letztes Ligaspiel, bei dem Duah die vollen 90 Minuten auf dem Rasen stand, datiert auf den 01. September 2024 zurück. Wettbewerbsübergreifend kommt der gebürtige Londoner auf sieben Tore und eine Torvorlage aus 31 Einsätzen.

Eray Cömert wurde für diese Saison vom FC Valencia zu Real Valladolid verliehen. Die beiden Vereine lassen sich derzeit nicht treffender definieren als: Not gegen Elend. Denn Valencia befindet sich auf dem letzten Tabellenplatz, während Valladolid auf dem vorletzten Tabellenplatz in der spanische LaLiga steht. Der gelernte Innenverteidiger steht derzeit in 68 Prozent der Fälle in der Startelf und kam dabei sowohl in der Innenverteidigung als auch im defensiven Mittelfeld zum Einsatz. Seine persönlichen Leistungen sind höchstens durchzogen, jedoch auch schwer zu beurteilen, da das Team allgemein wenig konkurrenzfähig erscheint in der Liga.
Der 30-jährige Torhüter, der einst um einen Stammplatz in der Schweizer Nationalmannschaft kämpfen wollte, spielt nach den Ausland-Stationen Leipzig und Eindhoven seit 2022 in den französischen Ligen. Seine Position im Tor des FC Lorient hat er auch nach dem Abstieg im vergangenen Sommer verteidigt, ein Transfer, über den durchaus spekuliert wurde, kam bislang nicht zustande. Bei Lorient hält Yvon Mvogo derzeit überragend und durchlebt gerade seinen zweiten Frühling. So stand der 30-Jährige in jedem einzelnen Spiel zwischen den Pfosten und spielte aus 18 Einsätzen siebenmal zu null. Auch mit dem Team läuft es prächtig, so steht Lorient doch an erster Stelle der Ligue 2 und könnte nächste Saison wieder in der höchsten Spieklasse Frankreichs kicken.

Miro Muheim ist Murat Yakins Alternative für die Zukunft auf der Linksverteidiger-Position in der Nationalmannschaft. Der 26-Jährige trumpft derzeit als Leistungsträger beim HSV gross auf. So führt der Vorlagenkönig etwa in der Statistik mit acht Torvorlagen die gesamte zweite Bundesliga an. Nach seinem Abgang aus St.Gallen 2022 durchlebte Miro Muheim beim HSV eine grandiose Entwicklung, weswegen ihm beim aktuellen Tabellendritten viel Vertrauen geschenkt wird.
Jordan Lotomba (Marktwert: 8 Mio. Euro) von Feyenoord Rotterdam und Aurèle Amenda (MW: 9,5 Mio. Euro) von der Eintracht Frankfurt sind derzeit beide verletzt und fallen für unbestimmte Zeit aus, weswegen eine Beurteilung ihrer aktuellen Leistungen nicht möglich ist.
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