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'Ich spiele gegen Messi – ich kann mit Fussball aufhören'

Wie die Nati den Messi-Mythos knacken will

Vor dem historischen WM-Viertelfinale gegen Argentinien blickt die Schweizer Nationalmannschaft dem Duell mit Weltmeister Lionel Messi entgegen. Die Stimmen aus dem Nati-Camp zeigen: Der Respekt vor dem Superstar ist gigantisch - die Lust auf die nächste Sensation aber umso grösser.

Ein Hauch von Ehrfurcht weht durch das Camp der Schweizer Nationalmannschaft vor dem geschichtsträchtigen Aufeinandertreffen mit der Albilceleste. Wenn die Schweiz im WM-Viertelfinale auf Argentinien trifft, ist es nicht nur das Duell zweier Top-Nationen dieser WM - es ist für viele Schweizer Profis die Begegnung mit einem Idol einer ganzen Generation.

Der "Karriere-Höhepunkt" schon vor dem Anpfiff

Wie tief der Respekt vor dem siebenfachen Weltfussballer sitzt, zeigt sich vor allem in den sozialen Netzwerken. Offensivkraft Zeki Amdouni brachte die Gefühlslage vieler junger Spieler mit einer gehörigen Portion Humor auf den Punkt: "Ich spiele gegen Messi - ich kann mit Fussball aufhören."

Was wie ein verfrühtes Karriereende klingt, ist vielmehr der pure Unglaube über den rasanten Aufstieg der eigenen Laufbahn. In dieselbe Kerbe schlägt Fabian Rieder, der die sentimentale Komponente dieses Duells gegenüber CH-Media betont: "Als Junior hätte ich nie gedacht, dass ich einmal gegen Messi spielen darf."

Für die Schweizer Generation, die mit der Ära Messi/Ronaldo aufgewachsen ist, geht im Viertelfinale ein Kindheitstraum in Erfüllung. Auch Cedric Itten ordnet die Partie in die absolute Kategorie der Highlights ein: "Es geht ja eigentlich nicht viel besser, als gegen Messi zu spielen." Während Mittelfeld-Dauerbrenner Remo Freuler, der in seiner Karriere schon fast alles gesehen hat, die sportliche Neugier in den Vordergrund stellt: "Ich habe noch nie gegen ihn gespielt. Sich einmal direkt mit einem solchen Ausnahmefussballer messen zu können, ist sicher etwas sehr Schönes."

Xhaka bläst zum Angriff: "Unser Hunger ist noch lange nicht gestillt!"

Doch wer glaubt, die Schweizer Auswahl reise nur für Souvenirs und den Trikottausch nach dem Abpfiff an, der täuscht sich gewaltig. Dafür sorgt schon Kapitän und Leitwolf Granit Xhaka. Der Chef im Mittelfeld adelt den Gegner zwar ehrfurchtsvoll, schaltet aber im selben Atemzug sofort in den Turniermodus.

"Ich weiss nicht, ob wir ihn für 90 Minuten aufhalten können, oder gar 120", zeigt sich Xhaka gewohnt pragmatisch und realistisch über die Mammutaufgabe, den argentinischen Floh zu bändigen. "Für mich und für alle, die in der Zeit von Lionel Messi und Cristiano Ronaldo gespielt haben, ist es ein Privileg. Umso mehr, ihnen persönlich gegenüberzutreten. Messi ist einer der grössten Spieler aller Zeiten", so Xhaka.

Doch nach dem Pflicht-Lob folgt die unmissverständliche Marschrichtung des Kapitäns:

Die taktische Mammutaufgabe

Für Nationaltrainer Murat Yakin und sein Team wird die Partie ein taktischer Ritt auf der Rasierklinge. Die Nati hat in diesem Turnier bereits bewiesen, dass sie defensiv kompakt stehen und Nadelstiche setzen kann. Gegen Argentinien wird es vor allem darauf ankommen, die Kreise von Messi kollektiv einzuengen - eine Aufgabe, die über die von Xhaka erwähnten 90 oder gar 120 Minuten höchste Konzentration erfordert.

Die Rollen vor diesem Viertelfinal-Kracher sind klar verteilt. Argentinien ist der Favorit, die Schweiz der Herausforderer. Doch die Mischung aus der jugendlichen Unbekümmertheit eines Amdouni und der giftigen Aggressivität eines Xhaka könnte genau das Rezept sein, um den Traum vom Halbfinale wahr werden zu lassen. Die Nati ist bereit für das Spiel ihres Lebens.

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2026-07-10 14:38:16