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Lichtsteiner adelt die aktuelle Nati als beste Schweizer Auswahl der Geschichte

Erinnert sich auch an das bittere Out

Vor zwölf Jahren erlebte Stephan Lichtsteiner das dramatische WM-Achtelfinal-Aus gegen Argentinien hautnah auf dem Rasen. Vor dem erneuten Aufeinandertreffen im WM-Viertelfinal blickt der heutige Basel-Trainer voller Zuversicht auf die Schweizer Nationalmannschaft und erklärt, warum diese Generation reif für den ganz grossen Wurf ist.

Die beste Nati der Geschichte

Das bittere Out bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ist unvergessen. Damals war es ein Ballverlust Lichtsteiners, den Lionel Messi nutzte, um das entscheidende 1:0 durch Angel di Maria einzuleiten. "Wir waren sehr nahe dran und haben über 120 Minuten fast einen perfekten Match gemacht", erinnert sich der 42-jährige gegenüber dem Tagblatt an das Drama von Sao Paulo. Doch Vergleiche mit der Vergangenheit hinken für ihn, denn die aktuelle Auswahl hat eine neue Stufe erreicht: "Ich glaube schon, ja", antwortet Lichtsteiner auf die Frage, ob dies die beste Nati der Geschichte sei.

Der Grund für den Höhenflug liegt für den Ex-Captain in der enormen Entwicklung des Gefüges. "Ich glaube, die Schweiz hat eine gewisse Reife und auch Selbstvertrauen. Diese Spieler haben es an der EM in die Viertelfinals geschafft, jetzt auch an der WM. Und schlussendlich haben sie nichts zu verlieren."

"Sie können beissen"

Besonders der heroische Einzug in die Runde der letzten Acht gegen Kolumbien hat Eindruck hinterlassen. Trotz des Ausfalls wichtiger Leistungsträger biss sich das Team durch die Verlängerung. "Sie können beissen", lobt Lichtsteiner die Mentalität der Mannschaft. "Trotzdem konnten die Schweizer das wettmachen und haben als Team gelitten. Das zeigt die Konstanz dieser Mannschaft." Während man früher in den entscheidenden Momenten oft im Penaltyschiessen scheiterte, besitze die Nati heute die Qualität, "das Spielglück auch ein bisschen zu erzwingen."

Um den Halbfinal-Traum zu realisieren, wartet nun jedoch die ultimative Reifeprüfung: Titelverteidiger Argentinien rund um Superstar Lionel Messi. Lichtsteiner, der in seiner aktiven Karriere dreimal gegen den Ausnahmekönner antrat, kennt das Rezept: "Schlussendlich verteidigst du ihn als Team. Du darfst ihm nicht viel Raum geben, keinen Meter, musst immer nahe dran sein."

Gleichzeitig warnt er davor, den Fokus nur auf einen Akteur zu legen, betont aber die eigenen Stärken: "Argentinien ist nicht nur Messi. Sie haben viele gute Einzelspieler. Die Schweiz aber ist reif, hat einen Flow, deshalb ist alles möglich."

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2026-07-10 10:53:55