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Dzemaili analysiert Argentinien: 'Im Moment sehe ich keine Mannschaft auf dem Platz'

Die Revanche für 2014?

Nach dem sensationellen Vorstoss ins WM-Viertelfinale blickt die Schweiz voller Selbstvertrauen auf den kommenden Kracher gegen Argentinien. Ex-Nationalspieler Blerim Dzemaili analysiert im Blick-Podcast "FORZA!" den kommenden Gegner um Superstar Lionel Messi - und sieht deutliche Schwachstellen bei der Albiceleste.

Nach dem packenden Triumph gegen Kolumbien steht die Schweizer Nationalmannschaft im Viertelfinal der Weltmeisterschaft. Dort wartet kein Geringerer als Argentinien. Doch Angst herrscht im Lager der Eidgenossen keine. Im Gegenteil: Die gereifte Nati rechnet sich berechtigte Chancen aus.

"Keine Mannschaft auf dem Platz"

Für den ehemaligen Nati-Star Blerim Dzemaili ist der dreifache Weltmeister vor allem eine Ansammlung von hochklassigen Individualisten, jedoch kein funktionierendes Kollektiv: "Für mich ist das keine Mannschaft im Moment. Ich sehe im Moment keine Mannschaft auf dem Platz."

Genau hier liege die Chance für das Team von Murat Yakin. Wenn die Schweiz das Spiel weiterhin "sehr seriös und auch taktisch intelligent" angehe, werde man die Argentinier vor massive Probleme stellen. "Dann werden wir sie sicher in Bedrängnis bringen. Zu 100 Prozent, da bin ich wirklich überzeugt", so Dzemaili gewohnt kämpferisch.

Xhaka als Schlüssel - Argentiniens Flügel lahmen

Ein entscheidender Faktor im Schweizer Spiel wird einmal mehr Kapitän Granit Xhaka sein. Dzemaili adelt den Mittelfeldstrategen von Sunderland und zieht einen bemerkenswerten Vergleich: "Ich glaube, wenn du einen Granit Xhaka in die Mannschaft tust, ist er einer der Besten. Er wird die Mannschaft unglaublich führen können."

Auf der Gegenseite vermisst der 69-fache Nationalspieler die spielerische Tiefe vergangener Tage. Insbesondere auf den Aussenbahnen fehle es der Albiceleste an Durchschlagskraft. Als Beispiel nennt er Juventus-Profi Nico Gonzalez, der im Verein wenig Spielpraxis sammelte.

Kein Vergleich zu 2014

Die Erinnerungen an das epische Achtelfinal-Duell bei der WM 2014 in Brasilien, als die Schweiz erst spät in der Verlängerung unglücklich mit 0:1 scheiterte, sind unvergessen. Damals agierte Argentinien mit Stars wie Angel Di Maria oder Gonzalo Higuain. "Das sind unglaubliche Spieler gewesen", erinnert sich Dzemaili.

Heute seien die Vorzeichen jedoch komplett anders. Während Argentinien an Dominanz eingebüsst habe, sei die Schweiz ein anderes Kaliber als noch vor zwölf Jahren: "Wir sind natürlich eine andere Mannschaft gewesen damals. Wir sind noch nicht so gereift gewesen."

Für das anstehende Viertelfinal-Highlight sieht Dzemaili die Rollenverteilung fast auf Augenhöhe. Lag die Prognose vor dem Kolumbien-Spiel noch bei 50:50, schätzt er die Chancen gegen den Favoriten nun auf "45:55 für Argentinien" - einzig geschuldet der Tatsache, dass sie den "wahrscheinlich besten Spieler aller Zeiten im Kader haben". Das Fazit des Experten macht jedenfalls Mut: "Der Unterschied ist nicht mehr wie im 2014."

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2026-07-10 08:15:02