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Im Kampf um den Gruppensieg könnte Okafor zum entscheidenden Puzzleteil avancieren

Schweizer Offensive unter der Lupe

An der WM 2026 hat die Schweizer Nationalmannschaft das Ticket für die K.-o. Phase-eigentlich auf sicher. Doch während die Defensive steht, wirft die Offensivabteilung von Nati-Trainer Murat Yakin vor dem letzten Gruppenspiel gegen Kanada Fragen auf. Wer liefert die entscheidenden Tore für den Gruppensieg? Eine detaillierte Analyse der personellen Lage im Schweizer Angriff.

Zwei Spiele, vier Punkte, fünf Tore, zwei Gegentreffer - die Bilanz der Nati liest sich ordentlich. Doch der Schein trügt ein wenig. Abseits der nackten Resultate zeigt sich, dass Murat Yakin in der Offensive noch nach der perfekten Balance sucht. Sowohl gegen Katar als auch lange Zeit gegen Bosnien hatte die Nati grosse Mühe mit dem Toreschiessen. Während zwei Akteure ihre Plätze im System felsenfest zementiert haben, herrscht dahinter ein brutales Hauen und Stechen um die verbleibenden Startelf-Mandate. Dabei sticht vor allem ein prominenter Name auf der Bank ins Auge, der als Edeljoker den Unterschied ausmachen könnte: Noah Okafor.

Die (scheinbar) Unantastbaren: Wucht und nacktes Tempo

Wenn es um die Schweizer Lebensversicherung im Angriff geht, führt derzeit kein Weg an Breel Embolo vorbei. Der bullige Angreifer stand in beiden bisherigen WM-Partien in der Startformation und rechtfertigte das Vertrauen mit einem Tor und einem Assist. Embolo bringt eine enorme Wasserverdrängung mit, die für das Schweizer Spiel im letzten Drittel unerlässlich ist: Wie kein Zweiter versteht er es, lange Bälle festzumachen, den Körper reinzustellen und auf nachrückende Mittelfeldspieler abzulegen. Gepaart mit seiner Wucht ist auch seine Effizienz gereift: Zehn Tore in den letzten 14 Länderspielen sprechen eine deutliche Sprache - an ihm gibt es auch beim Gruppenfinale gegen Kanada, wenn es um Platz 1 geht, absolut kein Vorbeikommen.

Ebenfalls gesetzt ist Dan Ndoye auf dem rechten Flügel. Sein Antritt und sein brutales Tempo machen ihn für jeden Verteidiger der Welt zum Albtraum. Ndoye kreiert Gefahr quasi im Alleingang, weil er Situationen mit einer einzigen Aktion auflösen kann. Die Kehrseite der Medaille: Seine Effizienz lässt zu oft zu wünschen übrig. Der Premier-League-Legionär vergibt zu viele Hochkaräter und sammelt zu wenig Scorerpunkte. Dennoch: Aufgrund seiner Unberechenbarkeit ist er gegen die physisch starken Kanadier unverzichtbar.

Das Startelf-Dilemma: Edel-Joker oder von Beginn an?

Die spannendste Personalie der letzten Tage ist zweifelsohne Johan Manzambi. Der erst 20-jährige Youngster avancierte gegen Bosnien nach seiner Einwechslung mit einem Doppelpack zum gefeierten Matchwinner. Trotz seines jugendlichen Alters agiert der wertvollste Schweizer im Kader vor dem Tor unglaublich cool und abgeklärt.

Eigentlich ein logischer Startelf-Kandidat auf der Zehn - gäbe es da nicht ein taktisches Luxusproblem. Ex-Nati-Star Blerim Dzemaili bezeichnete Manzambi beim Blick-Podcast FORZA! jüngst als den "perfekten Joker". Seine Fähigkeit, die Statik eines Spiels komplett zu verändern und müde gegnerische Abwehrreihen zu sezieren, ist eine Waffe. Taktikfuchs Murat Yakin wird sich ganz genau überlegen, wie er den Schweizer Senkrechtstarter im weiteren Verlauf der WM einsetzen wird, um den grösstmöglichen Profit aus seinen Qualitäten herauszuholen.

Ein weiterer Hauch von Kreativität täte der Nati gut, weshalb Ruben Vargas gegen Kanada in die erste Elf drängt. Nach einem schwachen Auftritt gegen Katar zeigte er sich gegen Bosnien stark verbessert und glänzte als Joker mit einem Tor und einer Vorlage. Vargas besitzt die wertvolle Qualität, enge 1-gegen-1-Duelle zu gewinnen und so Räume für Embolo und Co. zu reissen. Auch er sündigt gelegentlich kläglich im Abschluss, ist formtechnisch aktuell aber die logische Wahl für die linke Aussenbahn.

Die Verlierer der Rotation: Rieder und Aebischer droht die Bank

Weichen müsste für diese Formation wohl Fabian Rieder. Der Mittelfeldmann durfte gegen Bosnien von Beginn an ran, blieb auf der Zehnerposition aber blass. Die gewohnte Kreativität blitzte kaum auf, und auch seine sonst so gefährlichen Standards brachten nicht den erhofften Ertrag. Im Duell um die Spielgestalter-Rolle hat Manzambi derzeit deutlich die Nase vorn.

Ein ähnliches Schicksal droht Michel Aebischer. Der Serie-A-Akteur stand sowohl gegen Katar als auch gegen Bosnien in der Startformation. Aebischer erledigt seine defensiven Pflichten gegen den Ball stets zuverlässig und mit vollem Einsatz. Doch nach vorn geht von ihm kaum Torgefahr aus. Gegen ein defensiv robustes Kanada benötigt die Schweiz mehr offensive Durchschlagskraft, da man davon ausgehen kann, dass die Kanadier, denen ein Unentschieden zum Gruppensieg genügt, in erster Linie schauen werden, eine stabile Defensive auf dem Platz zu haben. Aebischer dürfte daher eher als Stabilisator in der Schlussphase wertvoll werden.

Die Joker-Rochade: Kopfballungeheuer und ein Härtefall

Für die Schlussphase gegen Kanada bieten sich Yakin grundverschiedene Profile an:

Die Schweizer Offensive hat das Potenzial, um bei dieser WM weit zu kommen. Doch gegen Kanada muss Murat Yakin mutig aufstellen. Der Verzicht auf defensive Absicherung zugunsten der formstarken Wirbelwinde Vargas und Manzambi könnte der Schlüssel sein, um die kanadische Defensive zu knacken und den Gruppensieg einzutüten. Ausserdem wäre es ratsam, wenn Yakin auch Noah Okafor endlich von der Leine lässt. Er könnte letztlich zum entscheidenden Schweizer Puzzleteil für Platz 1 in der Gruppe B avancieren.

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2026-06-22 12:00:50

Event

24.06.2026 21:00
Schweiz 2:1 Kanada

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