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Für diese Nati-Akteure könnte die WM zum Karrieresprungbrett werden

Im Rampenlicht der Weltbühne

Die Weltmeisterschaft 2026 ist nicht nur das grösste Fussballfest des Planeten, sondern traditionell auch der hektischste Marktplatz für Spieler und Berater. Für die Schweizer Nationalmannschaft geht es in Nordamerika um sportlichen Ruhm - für viele Akteure im Kader von Murat Yakin aber auch um die persönliche Zukunft. Ob unzufriedene England-Legionäre, vertragslose Routiniers oder begehrte Youngsters: Diese Nati-Akteure könnten das Turnier perfekt als Karrieresprungbrett nutzen.

Die Etablierten: Sehnsucht nach dem nächsten Schritt

Gregor Kobel (28, Borussia Dortmund) - Vertrag bis 2028

Die Ausgangslage: Kobel gehört zweifellos zur absoluten Torhüter-Elite Europas. Beim BVB ist er die Lebensversicherung, doch in Bezug auf Titelgewinne läuft Dortmund der nationalen Dominanz von Bayern München meist hinterher. Ein Mann vom Kaliber eines Kobels will natürlich unbedingt auch einmal eine bedeutende Trophäe in die Höhe strecken können.

Der WM-Faktor: Mit 28 Jahren kommt ein Torhüter in sein bestes Alter. Präsentiert sich Kobel auf der ganz grossen Bühne als der gewohnt unüberwindbare Rückhalt, dürften die absoluten Schwergewichte des europäischen Clubfussballs Schlange stehen. Ein Wechsel im Sommer ist trotz des langfristigen Vertrags nicht ausgeschlossen, sollte beim BVB ein unmoralisches Angebot eintreffen.

Nico Elvedi (29, Borussia Mönchengladbach) - Vertrag bis 2027

Die Ausgangslage: Seit elf Jahren verteidigt Elvedi nun schon im Borussia-Park. Der Schweizer ist eine Konstante, doch Gladbach stagniert im Bundesliga-Mittelfeld und kämpft eher gegen den Abstieg als um einen Platz im europäischen Geschäft. Mit 29 Jahren befindet sich der Innenverteidiger am Scheideweg seiner Karriere. Er hat schon in der Vergangenheit des Öfteren mit einem Transfer geliebäugelt.

Der WM-Faktor: Elvedis Vertrag läuft im kommenden Jahr aus - für Gladbach ist es die vorerst letzte Chance, eine angemessene Ablöse zu generieren. Spielt Elvedi eine solide WM, klopfen mit Sicherheit ambitioniertere Vereine an, die einen international erfahrenen Abwehrchef suchen.

Die aktuell heisseste Aktie im Schweizer Fussball

Johan Manzambi (20, SC Freiburg) - Vertrag bis 2030

Die Ausgangslage: Der 20-jährige Genfer ist die Entdeckung der Saison. Beim SC Freiburg entwickelte er sich im Mittelfeld zum absoluten Schlüsselspieler, steuerte wettbewerbsübergreifend 16 Scorerpunkte (7 Tore, 9 Assists) bei und führte sein Team bis ins Finale der Europa League. Kein Wunder, dass europäische Schwergewichte und absolute Topclubs bereits intensiv um das Juwel werben.

Der WM-Faktor: Johan Manzambi reist mit extrem viel Rückenwind und der Auszeichnung als bester U-21-Spieler der Europa League nach Nordamerika. Obwohl er in Freiburg langfristig verlängert hat, deutete er zuletzt im Bild-Interview an, dass seine Zukunft offen ist ("Wir werden sehen"). Bleibt das Mentalitätsmonster an der WM verletzungsfrei und unbeschwert, könnte sein Marktwert vollends explodieren - und Freiburg trotz des langjährigen Vertrags schwach werden lassen.

Die Unzufriedenen: Die WM als möglicher Fluchthelfer

Dan Ndoye (25, Nottingham Forest) - Vertrag bis 2030

Die Ausgangslage: Als Königstransfer gefeiert, endete Ndoyes erste Saison in der Premier League im Fiasko. Seit April reichte es beim englischen Traditionsverein gerade noch für eine einzige Spielminute. Dass der pfeilschnelle Offensivmann trotz eines langfristigen Vertrags über den Sommer hinaus in Nottingham bleibt, ist zumindest fraglich.

Der WM-Faktor: Dan Ndoye benötigt dringend Spielpraxis. Sein enormes Potenzial ist in Europa bekannt. Zeigt er im Nati-Dress seine gefürchteten Tempodribblings, wird sich das Transferkarussell für ihn rasant drehen. Es wird bereits jetzt gemunkelt, dass es ihn zurück in die Serie A ziehen könnte.

Ardon Jashari (23, AC Mailand) - Vertrag bis 2030

Die Ausgangslage: Der Wechsel ins San Siro sollte der nächste Meilenstein werden, doch seine erste Saison in Mailand verlief nicht gerade nach Wunsch. Er verletzte sich bereits früh schwer und fiel deswegen für längere Zeit aus. Einen Stammplatz konnte sich der 23-Jährige seit seiner Rückkehr nicht erkämpfen und es wird bereits gemunkelt, dass er den italienischen Traditionsverein nach nur einer Saison wieder verlassen könnte. Er besitzt jedoch noch einen langfristigen Vertrag bis 2030.

Der WM-Faktor: Ardon Jashari verfügt über Qualitäten, die im modernen Mittelfeld gesucht sind. Die WM ist für ihn die Chance auf Rehabilitation. Nutzt er seine Einsatzzeiten, werden Clubs aus ganz Europa hellhörig, die das riesige Schweizer Talent unter Vertrag nehmen wollen. Ob ihn Mailand jedoch auch ziehen lassen würde, steht auf einem anderen Blatt.

Zeki Amdouni (25, Burnley FC) & Breel Embolo (29, Stade Rennes)

Amdouni (Vertrag bis 2028): Der Abstieg mit Burnley in die Championship schmerzt. Amdouni will nicht ins englische Unterhaus. Nach seiner schweren Knieverletzung muss er der Welt aber zuerst beweisen, dass er wieder zu 100 Prozent der Alte - oder gar noch stärker - ist. Die WM ist dafür die perfekte Bühne.

Embolo (Vertrag bis 2029): In Rennes ist der Nati-Knipser kein unumstrittener Stammspieler. Dass der Stürmer mit dieser Rolle unzufrieden ist, liegt auf der Hand. Tore auf der grössten Fussballbühne sind das beste Argument für einen unumstrittenen Stammplatz in Rennes oder womöglich sogar für einen neuen Arbeitgeber.

Die Sevilla-Connection könnte dringend benötigtes Geld bringen

Djibril Sow (29) & Ruben Vargas (27) (beide FC Sevilla)

Der FC Sevilla blickt auf eine sportlich wie wirtschaftlich enttäuschende Saison zurück und ist dringend auf Transfereinnahmen angewiesen. Sow und Vargas (beide Vertrag bis 2029) gehören zu den Akteuren, die eine ansprechende Ablösesumme generieren könnten. Performen die beiden Schweizer bei der Endrunde stark, spült das dringend benötigtes Geld in Sevillas Kassen und beschert den Spielern ein neues Abenteuer.

Auf Schnäppchenjagd: Die Vertragslosen

Cedric Itten (29, Fortuna Düsseldorf)

Nach dem Abstieg der Fortuna in die 3. Liga ist sein Vertrag ungültig. Gerüchte besagen, dass eine Unterschrift bei Werder Bremen noch vor WM-Start erfolgen könnte. Er selbst hat auf jeden Fall betont, dass es sein Ziel sei, in der nächsten Saison in der Bundesliga auf Torejagd gehen zu können.

Remo Freuler (34, FC Bologna)

Der Vertrag des Nati-Dauerbrenners läuft aus. Trotz seines fortgeschrittenen Alters ist er im defensiven Mittelfeld der Nati gesetzt und sucht das Schaufenster WM für einen letzten grossen, lukrativen Vertrag.

Eray Cömert (28, FC Valencia)

Der Innenverteidiger wird bereits intensiv mit Union Berlin in Verbindung gebracht. Im besten Fall löst sich seine Zukunft noch vor WM-Start. Eray Cömert hat nämlich ein Problem: An der WM droht ihm die Jokerrolle. Er muss darauf hoffen, die wenigen Minuten optimal zu nutzen.

Selten standen bei einer WM-Endrunde derart viele Schweizer Nati-Spieler im internationalen Schaufenster. Während das Kollektiv den Erfolg für die Schweiz sucht, kämpfen im Hintergrund zahlreiche Cracks um ihre sportliche Zukunft. Für Sportchefs weltweit wird die Nati in den kommenden Wochen definitiv zum Pflichtprogramm.

Ricardo Rodriguez (33, Betis Sevilla)

Der 33-Jährige ist bereits so etwas wie eine Institution in der Schweiz Nati, schliesslich gehört der Zürcher seit vielen Jahren zum Stammpersonal. Sein Vertrag in Spanien bei Betis Sevilla läuft aus und noch ist nicht klar, wo es für ihn nach der Weltmeisterschaft weitergehen wird. Zuletzt gab es auch Gerüchte, dass Ricardo Rodriguez in die Schweiz zurückkehren könnte. Sollte er jedoch eine überzeugende WM-Endrunde zeigen, könnte auch noch einmal ein Verein aus einer Top-5-Liga bei ihm vorstellig werden.

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2026-06-04 16:30:57