Die Schweizer Nationalmannschaft verlor mit Leon Avdullahu und Albian Hajdari zwei vielversprechende Talente an den Kosovo. Während in der Öffentlichkeit über mangelnde Geduld debattiert wird, bricht Xherdan Shaqiri eine Lanze für die jungen Spieler und gewährt tiefere Einblicke in seine eigene emotionale Zwickmühle von 2016.
Die Konkurrenz im zentralen Mittelfeld der Schweizer Nati ist hoch. Dass sich Leon Avdullahu gegen die SFV-Auswahl und für den Kosovo entschieden hat, sorgte für Gesprächsstoff. War der Weg in das Team von Murat Yakin schlicht zu steinig? Für Xherdan Shaqiri ist die Sache komplexer als nur eine sportliche Abwägung.
Shaqiri, der Avdullahu aus der gemeinsamen Zeit beim FC Basel bestens kennt, verteidigt den Entschluss des Mittelfeldspielers, der mittlerweile bei Hoffenheim überzeugt. "Er hat sich das sehr gut überlegt und die für ihn richtige Entscheidung getroffen", erklärt Shaqiri gegenüber der NZZ.
Dass Avdullahu nun den Weg des geringeren Widerstands gewählt habe, lässt Shaqiri nicht gelten. Vielmehr gehe es um die Rolle innerhalb eines Gefüges. "Manchmal ist es besser, der Chef in einem kleineren Team zu sein als die Nummer sieben in einem Topverein", so der 125-fache Nationalspieler. Für die nachrückende Generation sei Avdullahu aufgrund seiner harten Arbeit ein Vorbild.
Die Thematik ist für Shaqiri keine theoretische. Als der Kosovo kurz vor der EM 2016 offiziell von der FIFA anerkannt wurde, stand der "Zauberzwerg" selbst vor einer lebensverändernden Wahl. "Das war ein ernsthaftes Thema. Ich führte viele Gespräche", erinnert er sich. Die emotionale Bindung sei durch seine Geburt im Kosovo und seine Herkunft riesig gewesen.
Dass er letztlich beim SFV blieb, lag auch an den damals unnachgiebigen Regularien. "Es war auch unfair, weil klar war: Wenn ich noch einmal für die Schweiz spiele, kann ich nicht mehr wechseln." Wie er sich entschieden hätte, wäre die Option damals schon da gewesen, lässt Shaqiri offen: "Das weiss ich nicht."
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