Die Schweizer Nati ist auf bestem Weg, sich das WM-Ticket zu lösen. Dabei kann Murat Yakin auf bewährte Kräfte aus dem Super-League-Nachwuchs zählen. Doch welches BSL-Team brachte der Nati am meisten Spieler? Und aus welchen Teams warten Rohdiamanten in der U-21-Nati?
Zur Vereinfachung haben wir uns weitestgehend auf Super-League-Teams reduziert, sofern denn überhaupt möglich. Einige Spieler haben bereits früh in ihrer Karriere den Verein gewechselt, weswegen wir uns bei ihnen zum Ort des Durchbruchs entschieden haben. Sollte ein Spieler im Ausland den Schritt in den Profibereich geschafft haben, so gilt der letzte Jugendverein als Referenz.
In der A-Nati gibt es tatsächlich nur zwei Spieler, die tatsächlich den Weg durch die Nachwuchsabteilungen der Bebbi gemacht haben. Es sind Breel Embolo und Granit Xhaka, die den Schritt geschafft haben. Manuel Akanji (FCW), Silvan Widmer (FCA), Dan Ndoye und Andi Zeqiri (beide LS), haben zwar bereits vorher Profifussball gespielt, den wirklichen Durchbruch in der Super League schafften sie aber alle am Rheinknie.
Es ist deutlich zu sehen, dass Basel ein gutes Pflaster für heranwachsende Nati-Spieler ist. Dies dürfte auch U-21-Goalie Tim Spycher und Junior Zé zusätzlich Hoffnung geben, dereinst den Anruf von Murat Yakin oder einem möglichen Nachfolger zu bekommen.

Es gab Jahre, da war die Nati noch mehr von FCB-Spielern und auch den Zürcher Vereinen dominiert. Mittlerweile haben die Berner mächtig aufgeholt. Klar, auch hier stammen Marvin Keller und Djibril Sow nicht ursprünglich aus der YB-Jugend. Mit Yvon Mvogo, Aurele Amenda und Fabian Rieder gibt es allerdings drei Namen, die direkt aus der YB-Jugend entstammen.
Es sind gute Vorzeichen für Zachary Athekame, dem nach seinem Wechsel zur AC Milan ohnehin grosse Chancen eingeräumt werden, der Nati-Rechtsverteidiger der Zukunft zu werden.
Bereits im nächsten Nati-Aufgebot könnten die Leuchtenstädter dank Pascal Loretz und Ardon Jashari wieder mit den Baslern gleichziehen. Da beide Spieler zurzeit allerdings nicht im Nati-Aufgebot figurieren, bleibt der FCL auf vier Spielern stehen. Luca Jaquez und Rubén Vargas stammen dabei aus der eigenen Jugend, Remo Freuler schaffte den Durchbruch beim FCL. Adrian Bajrami war vor seiner Zeit bei Benfica Lissabon Teil der YB-Jugend, hat dort den Durchbruch allerdings nie geschafft.
In der U 21 warten zwei weitere interessante Namen für die Zukunft. Bung Meng Freimann etablierte sich in der vergangenen Saison als Stammspieler, Sascha Britschgi konnte gar schon in die Serie A wechseln, ohne beim FCL die ganz grossen Spuren hinterlassen zu haben.

Im grün-weissen Trikot hat Miro Muheim vor seinem Wechsel nach Deutschland 66 Spiele absolviert, nachdem er von Chelsea in die Schweiz zurückgekehrt ist. Cedric Itten stammt aus dem FCB-Nachwuchs, hatte nachher eine gute erste Saison in Luzern, bevor er in St.Gallen definitiv in der Super League angekommen ist. Isaac Schmidt konnte bereits bei Lausanne Super-League-Erfahrung sammeln, der echte Durchbruch gelang aber auch ihm erst in St.Gallen.
Und aus der Gallusstadt warten noch weitere Talente. Gleich fünf Spieler der U-21-Nati waren einmal Teil der Espen, drei spielen gar aktuell für die erste Mannschaft. Alessandro Vogt, Cyrill May und Corsin Konietzke müssen nicht genauer vorgestellt werden. Alessio Besio hofft derzeit in Freiburg auf den Durchbruch, während Gentrit Muslija in Wil den nächsten Schritt machen will.
Es gibt gleich mehrere Spieler, die in irgendeiner Form FCZ-Vergangenheit haben, so auch Djibril Sow, der allerdings nie in der Super League zum Einsatz kam. Der bekannteste Name, der Zürcher Vergangenheit hat, ist zweifelsohne Ricardo Rodriguez, der als U-17-Weltmeister den Schritt in den Profibereich bei den Stadtzürchern geschafft hat und später auf Europa-Tournee ging. Ebenfalls für die erste Mannschaft des Clubs von Ancillo Canepa hat Nico Elvedi gespielt, ehe er zu Borussia Mönchengladbach wechselte.
Die Vorzeichen für die beiden U-21-Spieler könnten also besser sein, die Hoffnung besteht aber. Vor allem auf Cheveyo Tsawa hält man beim 13-fachen Schweizer Meister grosse Stücke, Silas Huber kommt bisher nicht an Identifikationsfigur Yanick Brecher vorbei. Für einen Schritt in die A-Nati wäre dies zwingend nötig.

Bei den Grossen mittun, darf aus der GC-Jugend zurzeit nur Gregor Kobel. Er ist ein Beispiel jener Spieler, die den Durchbruch im Ausland geschafft haben. Bereits früh zog es die Nati-Nummer-1 nach Deutschland, für die Hoppers spielte er im Profibereich nie.
Die Ausgangslage ist allerdings gut, dass der Rekordmeister in Zukunft wieder grösseren Einfluss auf die A-Nati haben wird. Aus dem aktuellen Kader sind Tim Meyer und Samuel Marques dafür die grössten Versprechen. Dion Kacuri spielt zwar mittlerweile beim FCB, hat allerdings für GC mehr Spiele absolviert. Im Ausland spielen mittlerweile Bruno Ogbus und Marc Giger. Zweiterer feierte zuletzt gar sein Champions-League-Debüt. Zu diesen fünf Spielern gesellt sich Dorian Derbaci, der im Profibereich erst für den FC Aarau gespielt hat, früh in der Jugend allerdings auch mal bei GC auf den nächsten Schritt hoffte.
Die Aufgabe, bei Vincent Sierro einen Ort des Durchbruchs zu bestimmen, gestaltet sich relativ schwierig. Der Mittelfeldspieler spielte im Wallis bereits früh eine Rolle, wodurch er sich den Wechsel zum SC Freiburg verdiente. Er könnte als Vorbild für Liam Chipperfield dienen, der beim FC Basel den Durchbruch nie geschafft hat, mittlerweile bei den Sittenern aber zum Stammpersonal zählt.
In der Super League wurde man auf beide Spieler nie wirklich aufmerksam. Johan Manzambi hat den Durchbruch ohne Zweifel beim SC Freiburg in der Bundesliga geschafft, war aber einst in der Akademie der Calvinstädter. Bei Roggerio Nyakossi sieht es ähnlich aus. Er absolvierte zwar fünf Spiele in der Super League, ist nun aber erst über den Umweg Marseille bei OH Leuven glücklich geworden.
Einen A-Nati-Spieler von Thun gab es bereits seit längerer Zeit nicht mehr. Die grossen Zeiten, in denen Milaim Rama und Mauro Lustrinelli den Durchbruch geschafft haben, sind längst vorbei. Vom aktuellen Kader könnte es aber Ethan Meichtry dereinst schaffen. Der 20-Jährige gilt beim FC Thun als Leistungs- und Hoffnungsträger für den Klassenerhalt, er hat in acht BSL-Spielen bisher drei Tore erzielt.
Der einzige Ex-Eulachstädter, der in der U 21 ist, wurde eigentlich eher durch seine Zeit, besser gesagt das Ende seiner Zeit, beim FC Zürich bekannt. Labinot Bajrami verspielte es sich mit Ricardo Moniz, nachdem sein Vater einen Schirm nach dem Niederländer geworfen hat, später konnte er in Winterthur überzeugen. Mittlerweile spielt er in der Niederlande und schaffte es so in die U-21-Auswahl.
Eigentlich wollten wir uns ja auf Super-League-Teams beschränken, bei Aaron Keller ist dies aber schlicht nicht möglich. Der 21-Jährige begann seine Fussballkarriere beim Hong Kong Football Club, ehe er nach Deutschland wechselte. Dort gelang ihm der erste Durchbruch bei Unterhaching. Nach einer Leihe beim SSV Ulm spielt er mittlerweile bei Greuther Fürth in der 2. Bundesliga.
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