Ruanda und Marokko gelten als die aussichtsreichsten Kandidaten, um nach über 30 Jahren Pause den ersten Formel-1-Grand-Prix in Afrika auszurichten. Während in Ruanda die Ambitionen durch staatliche Unterstützung untermauert werden, wurde in Marokko bereits ein Projekt im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar vorgestellt.
Es handelt sich um einen Komplex nahe Tanger, der sich, wie die Initiatoren betonen, dem „Motorsport und Tourismus“ widmet. Dort soll eine Rennstrecke entstehen, die den Anforderungen der FIA-Kategorie 1 entspricht, um Formel-1-, MotoGP- und Langstrecken-Weltmeisterschaftsrennen (WEC) austragen zu können. Der Komplex wird zudem Hotels, einen Themenpark, zahlreiche Geschäfte und sogar einen Yachthafen umfassen.
Promoter des marokkanischen Projekts ist Eric Boullier, der Chef des neuen WRC-Promoters und ehemalige Teamchef von Renault und McLaren in der Formel 1. Der Franzose beschreibt den zukünftigen Komplex als „Mini-Abu Dhabi“ und erklärt, dass das Ziel sei, ganzjährig Touristen anzuziehen und nicht nur zu Grossveranstaltungen.
Medienberichten zufolge wurden bisher rund 800 Millionen US-Dollar, also zwei Drittel der benötigten Summe, für die Realisierung des Projekts gesammelt. Allerdings hat die Regierung dem Projekt noch keine ausdrückliche Genehmigung erteilt. Die Lage des zukünftigen Komplexes bei Tanger und der Hafen der Stadt würden jedoch logistische Vorteile für die Anreise der in Europa ansässigen Formel-1-Teams bieten.
Der dritte Anwärter ist erneut Südafrika, doch dort ist noch unklar, wer die Renovierung des „Kyalami“-Kurses finanzieren wird, wo 1993 zum letzten Mal ein Formel-1-Rennen in Afrika stattfand.
Was Ruanda betrifft, so gibt es auch dort ein Projekt für eine neue Rennstrecke, etwa 25 Kilometer von der Hauptstadt Kigali entfernt. Der Designer der Strecke ist der ehemalige Formel-1-Pilot Alexander Wurz, der versprach, das hügelige Gelände für eine „interessante und schnelle Strecke“ zu nutzen. Das Problem Ruandas ist die benachbarte Demokratische Republik Kongo, wo es politische Spannungen gibt, an denen von Ruanda unterstützte Rebellen beteiligt sind.
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