Wer einen Vertrag mit Red Bull unterschreibt, kann als Formel-1-Fahrer ins Bett gehen und ohne Engagement aufwachen. Das österreichische Team beweist seit Jahren, dass Formel-1-Fahrer für sie leicht austauschbare Ware sind und das nächste Opfer dieses Systems könnte Liam Lawson sein, der 2026 eigentlich hervorragende Leistungen erbringt.
Obwohl er in den ersten zehn Rennen dieser Saison 39 Punkte gesammelt und das Racing Bulls Team direkt in den Kampf mit Alpine um den fünften Platz in der Konstrukteursmeisterschaft geführt hat, hängt sein Platz im Team für die nächste Saison am seidenen Faden. Der Grund für die bevorstehende Umstrukturierung liegt im unaufhaltsamen Vormarsch des Red Bull Nachwuchses. Der bulgarische Rennfahrer Nikola Cholov sorgt in der Formel 2 für Furore – er hat bereits sechs Siege eingefahren und einen überzeugenden Vorsprung von 27 Punkten auf seinen nächsten Verfolger Gabriel Mini.
Wie es aussieht, hat die Red Bull Nachwuchsschmiede wieder einmal „die Qual der Wahl“, denn für die nächste Saison gibt es drei Kandidaten, aber nur zwei freie Plätze im Racing Bulls Team. Das Problem für den aktuellen Fahrer des Teams ist auch, dass sich sein Teamkollege Arvid Lindblad in seiner Debütsaison hervorragend geschlagen hat. Lindblad hat seine Position praktisch schon zementiert und starke Argumente gesammelt, um auch 2027 im Team zu bleiben. Lawson fuhr im ersten Red Bull Team an der Seite von Max Verstappen, musste aber bereits nach zwei Rennen im Jahr 2025 seinen Platz an Yuki Tsunoda abtreten.
Es gab Berichte, dass die Teamleitung plant, dem Duo Cholov-Lindblad bereits in naher Zukunft eine Chance zu geben. Der Teamchef von Racing Bulls, Alan Permane, behauptet, dass die Entscheidung über Lawsons Schicksal nicht über Nacht getroffen wird und man den Ausgang des zweiten Teils der Saison abwarte. Eine einfache Rechnung zeigt jedoch die harte Realität: Wenn Cholov grünes Licht für den Aufstieg in die Königsklasse erhält und Lindblad seinen Platz behält, wird der Fahrer, der dieses Jahr entscheidende Punkte geholt hat, ohne wirkliche Schuld aus dem Team geworfen.
Mehr wissen wir bereits nach dem Wochenende, wenn der Grosse Preis von Ungarn stattfindet. Nach dem Hungaroring folgt eine Pause bis zum 23. August und dem Rennen in den Niederlanden. Das ist die Zeit, in der neue „Freundschaften“ für die nächste Saison geschlossen werden, aber auch die Zeit, in der Fahrer erfahren, dass sie in ihren Teams überflüssig geworden sind.
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