Am 05. September startet die Schweizer Nationalmannschaft gegen den Kosovo in die WM-Qualifikation und wollen die Schweizer nicht wie Italien einen Fehlstart hinlegen, so muss Murat Yakin eine funktionierende Truppe beisammen haben. Wir haben einen Versuch gewagt, das Schweizer Nati-Kader für die WM-Quali zu prognostizieren und liefern gleich eine Startelf-Analyse mit.
Für unseren 23-Mann-Kader haben wir uns auf eine Aufteilung mit drei Torhütern, acht Verteidigern, sieben Mittelfeldspielern und fünf Stürmern festgelegt. Nati-Trainer Murat Yakin hat in der Vergangenheit verschiedene Spielsysteme getestet – wir gehen jedoch davon aus, dass die Dreierkette der Vergangenheit angehört und die Schweiz in der WM-Qualifikation mit einem 4-3-3-System antreten könnte. Dementsprechend wagen wir eine Prognose zur Kaderzusammenstellung, präsentieren eine mögliche Startelf und werfen zudem einen Blick auf einige Wackelkandidaten.
Im Tor dürfte Gregor Kobel weiterhin die unangefochtene Nummer eins sein. Nach einer längeren Zu-Null-Durststrecke konnte der BVB-Keeper im Testspiel gegen die USA (4:0) erstmals im Nati-Kasten ohne Gegentor bleiben. Ob Kobel auch in der kommenden Saison noch das Tor von Borussia Dortmund hüten wird, dürfte für seinen Status in der Nationalmannschaft kaum eine Rolle spielen. In der Nati ist der 27-Jährige gesetzt.
Hinter ihm liefern sich wohl Yvon Mvogo (FC Lorient) und Marvin Keller (BSC Young Boys) ein Duell um den Platz als Nummer zwei. Beide gelten jedoch als sichere Werte im Kader von Murat Yakin. Für Luzerns aufstrebendes Goalietalent Pascal Loretz könnte der Sprung ins Nationalteam dagegen noch etwas zu früh kommen.
Die Abwehr dürfte sich grösstenteils aus erfahrenen Routiniers zusammensetzen. Mit Leonidas Stergiou als jüngstem Verteidiger, immerhin bereits 23 Jahre alt, ist die Defensivreihe eher reifer besetzt. Nati-Trainer Murat Yakin wird wohl vor allem auf bewährte Kräfte setzen.
Im Zentrum ist Manuel Akanji als Abwehrchef gesetzt. Der Star von Manchester City gilt als Fels in der Brandung und ist aktuell zweifellos der beste Verteidiger der Schweiz. Auf der linken Aussenbahn dürfte Ricardo Rodriguez zum Einsatz kommen, defensiv stabil, taktisch klug und stets in der Lage, offensive Impulse zu setzen.
Das geplante Experiment, Denis Zakaria in der Innenverteidigung zu testen, konnte in den letzten Testspielen aufgrund muskulärer Probleme nicht umgesetzt werden. Dennoch ist davon auszugehen, dass Yakin diese Option weiterhin im Kopf behält. Zakaria ist schlicht zu stark, um auf der Bank zu sitzen. Da die Konkurrenz im defensiven Mittelfeld allerdings stetig wächst, könnte seine Zukunft im Nationalteam tatsächlich vermehrt in der Abwehr liegen.

Das Herzstück der Mannschaft bildet nach wie vor das Mittelfeld, in dem Captain Granit Xhaka der Dreh- und Angelpunkt ist. Bologna-Söldner Remo Freuler ergänzt das Zentrum ideal, während Yakin mit Ardon Jashari eine Geheimwaffe bereithält. Der 22-jährige Legionär von Brügge legte einen steilen Aufstieg hin. Gut möglich also, dass der beste Spieler der vergangenen Jupiler Pro League in der WM-Quali von Beginn weg ran darf.
Fabian Rieder und Michel Aebischer konnten in den Testspielen wieder auf sich aufmerksam machen. Beide Akteure drängten sich nach enttäuschenden Auftritten in der Nations League wieder in den Vordergrund. Von Vincent Sierro weiss Yakin genau, was er erhält, weswegen er den Captain von Toulouse enorm zu schätzen weiss. Derweilen spielte sich der 19-jährige Johan Manzambi ins Scheinwerferlicht. Mit einem Tor und einem Assist gegen die USA wusste der dribbelstarke Freiburg-Profi zu überzeugen. Für die Startelf wohl noch zu früh, aber definitiv ein Versprechen für die Zukunft.
"Johan hat mich im Training überrascht. Er hat viele offensive Ideen, ist für sein Alter extrem reif und arbeitet auch defensiv hart. Er hatte einige eindrückliche Momente."
Murat Yakin, SRF-Interview, 11.06.2025
Dan Ndoye war in der abgelaufenen Saison der überragende Akteur bei Bologna. Mit 15 Torbeteiligungen zog der pfeilschnelle Flügelstürmer europaweit Aufmerksamkeit auf sich, kaum verwunderlich, dass unter anderem Manchester United, SSC Napoli, Inter Mailand und der AC Milan Interesse am 24-Jährigen zeigen. In der Schweizer Nationalmannschaft ist Ndoye längst ein unverzichtbarer Leistungsträger, ebenso wie Breel Embolo. Der Powerstürmer von AS Monaco konnte in der Saison 2024/25 mit sieben Toren und neun Vorlagen überzeugen. Ein starkes Comeback nach schwierigen Verletzungsphasen.

Auch die weiteren Offensivoptionen lassen Murat Yakin viel Raum zur Auswahl: Zeki Amdouni, Andi Zeqiri und Rubén Vargas bringen allesamt Torgefahr und Tempo mit. Amdouni kam bei Benfica Lissabon und zuvor bei Burnley zwar selten in der Startelf zum Zug, traf dennoch zehnmal. Die gleiche Ausbeute gelang auch Andi Zeqiri im Trikot des belgischen Erstligisten Standard Lüttich.
Rubén Vargas hat beim FC Sevilla aktuell einen schweren Stand, doch im Dress der Nationalmannschaft liefert der 26-Jährige regelmässig ab. Der Flügelspieler ist dynamisch, einsatzfreudig und torgefährlich.
| Aurèle Amenda | Stefan Gartenmann | Kevin Mbabu | Edimilson Fernandes |
| Djibril Sow | Lucas Blondel | Ulisses Garcia | Isaac Schmidt |
| Eray Cömert | Albian Hajdari | Becir Omeragic | Noah Okafor |
| Joël Monteiro | Christian Witzig | Alvyn Sanches | Philipp Köhn |
| Simon Sohm | Filip Ugrinic | Dereck Kutesa | Cedric Itten |
Die Liste potenzieller Nati-Spieler ist lang, schliesslich wurden viele Akteure in der jüngeren Vergangenheit bereits für Testspiele oder Partien in der Nations League aufgeboten. Für Murat Yakin wird die finale Kaderauswahl für die WM-Qualifikation daher zur echten Herausforderung.
Nach dem überzeugenden Sieg gegen die USA erklärte der Nati-Trainer, dass man abwarten müsse, was sich über den Sommer noch verändert. Einige Spieler müssten laut Yakin zudem "die richtigen Transfers" tätigen. Eine klare Ansage: Wer in seinem Klub kaum Spielzeit erhält, riskiert, bei der Nati durchs Raster zu fallen.
Besonders betroffen von dieser Situation sind etwa Isaac Schmidt, der beim Premier-League-Aufsteiger Leeds United aktuell kaum Einsatzzeit erhält, oder Noah Okafor, der sich beim italienischen Meister Napoli schwertut, sich zu behaupten. Sollte sich an ihrem Status nichts ändern, dürften sie für die anstehende WM-Quali wohl keine Rolle spielen.

Im Falle des verletzten Supertalents Alvyn Sanches dürfte es ein Wettlauf gegen die Zeit werden, ob er rechtzeitig wieder fit wird. Wir rechnen vorläufig nicht mit einer Nomination.
Startelfprognose
Wie bereits erwähnt, rechnen wir damit, dass Murat Yakin im Auftaktspiel der WM-Qualifikation gegen den Kosovo auf ein 4-3-3-System setzen wird. Im Tor steht mit Gregor Kobel eine verlässliche Bank. Der BVB-Schlussmann soll seine ganze Klasse unter Beweis stellen und den Kasten dicht halten.
In der Viererkette übernimmt Manuel Akanji die zentrale Rolle. Der Abwehrchef von Manchester City soll nicht nur Stabilität verleihen, sondern auch den zum Innenverteidiger umfunktionierten Denis Zakaria unterstützen, der mit seiner Physis und Zweikampfstärke das Zentrum absichern soll. Auf der linken Seite bringt Ricardo Rodríguez, vom Conference-League-Finalisten Betis Sevilla, seine grosse Erfahrung ein und überzeugt sowohl defensiv als auch offensiv. Rechts sehen wir Silvan Widmer leicht im Vorteil. Yakin vertraut bewährten Kräften, und Widmer hat seine Zuverlässigkeit mehrfach unter Beweis gestellt.
Im zentralen Mittelfeld könnte sich eine Dreierreihe aus Remo Freuler, Captain Granit Xhaka und dem jungen Ardon Jashari formieren. Während Xhaka und Freuler seit Jahren ein eingespieltes Duo bilden, hat sich Jashari mit seiner dynamischen und frischen Spielweise in die Mannschaft gespielt. Im Testspiel gegen die USA stimmte die Chemie mit Lehrmeister Xhaka. Yakin lobte die neue Doppel-Sechs und sprach von einer "guten Harmonie". Dieses Trio hätte das Potenzial für ein Mittelfeld auf internationalem Topniveau.
In der Offensive führt an Dan Ndoye derzeit kein Weg vorbei. Der Flügelstürmer in Hochform ist aktuell der gefährlichste Spieler im Nati-Trikot. Im Zentrum ist Breel Embolo gesetzt, physisch stark, torgefährlich und erfahren. Auf der rechten Aussenbahn könnte Zeki Amdouni zum Zug kommen. Der vielseitige Offensivmann bringt Kreativität und Abschlussstärke mit und rundet einen Angriff ab, der der Schweiz einen idealen Start in die Qualifikation zur WM 2026 ermöglichen könnte.
Der Schweizer WM-Quali-Fahrplan in der Übersicht:
Andi Zeqiri Ardon Jashari Breel Embolo Cédric Zesiger Cyrill Brandenberg Dan Ndoye Denis Zakaria Fabian Rieder FIFA World Cup Qualifiers Fussball Fussball A-Nationalmannschaft Fussball Nationalmannschaften Fussball WM 2026 Granit Xhaka Gregor Kobel Johan Manzambi Leonidas Stergiou Manuel Akanji Marvin Keller Michel Aebischer Miro Muheim Mohamed Zeki Amdouni Murat Yakin Nico Elvedi Remo Freuler Ricardo Rodriguez Ruben Vargas Silvan Widmer Vincent Sierro Yvon Mvogo