Die deutliche Niederlage gegen Lech Posen hat beim FC Thun eine umfassende Aufarbeitung ausgelöst. Neben den Gesprächen mit Trainer Gian-Luca Privitelli traf sich ein Teil der Mannschaft auch privat. Die dabei angesprochenen Punkte flossen anschliessend in die Vorbereitung auf das Rückspiel ein.
Mit sieben Toren Differenz ist die Ausgangslage im Playoff der Europa League praktisch aussichtslos. Für die Thuner geht es im Rückspiel deshalb vor allem darum, auf den Auftritt in Polen zu reagieren. Nach guten Startminuten war der Schweizer Meister auseinandergebrochen und hatte die höchste Europacup-Niederlage seiner Geschichte kassiert.
Die Aufarbeitung beschränkte sich nicht auf die offiziellen Mannschaftssitzungen. Wie Aussenverteidiger Fabio Fehr an der Pressekonferenz erklärte, kam es zusätzlich zu einem privaten Treffen eines Teils des Teams: "Wir haben über alles gesprochen", so Fehr.
Die angesprochenen Punkte habe die Mannschaft anschliessend ins Training übertragen und dort gezielt bearbeitet. Welche Spieler am Treffen teilnahmen und welche konkreten Probleme diskutiert wurden, liess der 26-Jährige offen. Die Schlussfolgerung formulierte Fehr dagegen unmissverständlich: "So etwas wie letzten Donnerstag darf nicht passieren." Damit richtet sich der Blick besonders auf die Art des nächsten Auftritts.

Auch Gian-Luca Privitelli führte nach der Niederlage zahlreiche Gespräche. Dabei sei "über die Realität gesprochen" und hinterfragt worden, ob die Mannschaft wisse, wo man momentan steht. Trotz des deutlichen Resultats will der Trainer die bisherige Spielidee und die festgelegten Werte nicht grundsätzlich verändern. Das bedeutet allerdings nicht, dass Thun taktisch ohne Anpassungen weitermacht.
Bereits unmittelbar nach dem Hinspiel hatte Privitelli eingeräumt, nach dem 0:3 zu lange am hohen Pressing festgehalten zu haben. Der Trainer übernahm dafür die Verantwortung. Die konkrete Aufgabe für das Rückspiel besteht somit darin, die eigenen spielerischen Prinzipien beizubehalten, gleichzeitig aber besser auf den Verlauf der Partie zu reagieren. Gerade nach Ballverlusten und Gegentoren darf Thun nicht erneut die Kontrolle über Abstände und defensive Absicherung verlieren.
Privitelli beurteilt die sportliche Lage realistisch. Ohne einen aussergewöhnlichen Spielverlauf wird Thun die Europa League verpassen und seine internationale Saison in der Conference League fortsetzen. Eine europäische Ligaphase hat sich der Schweizer Meister bereits gesichert. Am grundsätzlichen Europacup-Aus ändert das 0:7 deshalb nichts. Das Rückspiel liefert aber einen ersten greifbaren Hinweis darauf, ob die internen Gespräche tatsächlich Wirkung zeigen.
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