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Albrecht begründet seinen Rücktritt: 'Mein persönliches Wohlbefinden war im Vordergrund'

Überraschendes Ende einer Ära

Dominik Albrecht gibt sein Amt als Sportchef per sofort ab. An der Pressekonferenz begründete der Funktionär seinen Schritt mit der enormen Belastung des Amts, familiären Prioritäten sowie aufkommenden Reibungspunkten im Transfergeschäft. Seine Nachfolge tritt umgehend Simone Rapp an.

Der Schritt kam unerwartet, zeichnete sich intern jedoch ab. Dominik Albrecht zieht einen Schlussstrich unter seine Rolle als Sportchef beim FC Thun. Was früh in der Saison wie ein plötzlicher Knall wirkte, ist das Ergebnis eines längeren Denkprozesses, wie Albrecht und FC-Thun-Präsident Andreas Gerber vor den Medien erklärten.

Familiäre Gründe und die Sehnsucht nach Entlastung

Als Hauptgründe für seinen Rücktritt nannte Albrecht das schwierige Gleichgewicht zwischen beruflichen Höchstanforderungen und dem Privatleben. "Es war ein Sommer, in dem ich meine Kinder seltener sehen konnte. Dieser Spagat war das Herausforderndste am ganzen Job", erklärt der scheidende Sportchef an seiner Abschieds-PK. Die Funktion sei nicht nur das Anwerben und Verkaufen von Spielern, sondern ein extrem intensives Dauerengagement. "Gewisse Verhaltensweisen sind aufgetreten, die ich mit meiner Art und Weise nicht vereinbaren konnte. Ich bin jemand der für Direktheit steht. Es waren gewisse Vorgehensweisen, bei denen ich mit einer gewissen Genervtheit hätte eskalieren können. Dies hat es auch in vergangenen Transferfenstern gegeben, dort war ich aber vielleicht ein bisschen frischer. Aus diesem Grund ist die Entscheidung dann auch früher gekommen als gedacht. Konkreter will ich nicht darauf eingehen."

Bereits vor dem Saisonstart reifte laut eigener Aussage in Albrecht der Gedanke an einen Abschied. Nach Rücksprache mit Präsident Andres Gerber entschied man sich jedoch, nochmals gemeinsam einen Anlauf zu nehmen. Der definitive Entschluss sei schliesslich am vergangenen Donnerstag gefallen. "Mein persönliches Wohlbefinden war im Vordergrund."

Rückendeckung vom Präsidenten - Kein endgültiger Abschied

Präsident Andres Gerber zeigte vollstes Verständnis für den Entschluss seines langjährigen Weggefährten. "Sportchef ist ein taffer Job und mit Familie noch viel taffer. Ich habe wirklich grosses Verständnis, auch weil ich ihn so gut kenne. Gesundheit geht sowieso vor", betonte Gerber an der Pressekonferenz. Während Albrecht versuchte seine Beweggründe darzulegen, hatte Gerber nur warme Worte für ihn übrig. Er erklärt:"Wir waren immer sehr offen miteinander und haben sportlich sehr viel zusammen erlebt."

Die Tür für Albrecht beim FC Thun bleibt weiterhin offen. Sobald die Übergabe abgeschlossen ist, wird sich Albrecht eine Auszeit nehmen. Eine Rückkehr zum Klub - allerdings in einer anderen Funktion - ist bereits ab Oktober im Bereich des Möglichen. "Es ist angedacht, dass ich in einer anderen Rolle zurückkomme. Aber sicher nicht mehr als Sportchef", stellte Albrecht klar. Gerber ergänzte, dass eine Rückkehr erst dann Sinn ergebe, wenn die nötige Energie und gegenseitige Überzeugung wieder da seien.

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2026-08-05 17:22:53