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Thun-Präsident Gerber nach YB-Schmach: 'Eine Lektion für uns alle'

Nach 0:6-Debakel

Der Schweizer Meister Thun hat im Heimspiel gegen den BSC Young Boys eine äusserst empfindliche und bittere 0:6-Heimpleite erlitten. Im Berner Oberland will man deswegen jedoch nicht in Panik verfallen, wie Präsident Andres Gerber stellvertretend festhält.

Die Niederlage ist zwar ein empfindlicher Rückschlag für das Team. Doch Gerber betont gegenüber von blue Sport, dass die Mannschaft nicht mehr mit der Erfolgscrew der Vorsaison zu vergleichen sei: "Wir werden jetzt am Meistertitel gemessen, aber wir sind nicht mehr die gleiche Mannschaft. Das ist eine komplett neue Situation."

Die Gründe für das Debakel? Laut Gerber ein Mix aus mehreren Faktoren: Viele neue Spieler, Abgänge von Leistungsträgern, die zusätzliche Belastung durch internationale Spiele und ein übermächtiger Gegner. Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli rotierte nach dem kräftezehrenden Aus in der Champions-League-Qualifikation gegen Dinamo Zagreb (2:3 nach Verlängerung) auf sechs Positionen.

Obwohl der FC Thun die ersten zehn Minuten gut mithalten konnte, war das erste Tor von YB der Wendepunkt. "Dann kommt das Tor aus dem Nichts heraus. Das war sicher ein Knackpunkt. Während sich bei uns eine gewisse Verunsicherung breitmachte, wurden sie befreiter. Sie haben diese Klasse", analysiert Gerber.

Trotz des bitteren Abends vor 10'014 Zuschauern - das Stadion war zum sechsten Mal in Folge ausverkauft - sieht Gerber die Situation als Chance: "Das ist eine Lektion für uns alle. Wir müssen daran wachsen, nicht zerbrechen."

Verteidiger Bürgy legt den Finger in die Wunde

Verteidiger Nicolas Bürgy, der in dieser Saison aus Dänemark zurückgekehrt ist, fand gegenüber der genannten Quelle klare Worte: "Wir haben alles vermissen lassen, was uns letzte Saison so stark gemacht hat. Wir haben als Mannschaft versagt, aber auch jeder individuell." Zwar sei die Doppelbelastung ein Thema, doch Bürgy will keine Ausreden gelten lassen: "Es hat überall gefehlt."

Die nächste Chance, Wiedergutmachung zu leisten, bietet sich bereits am Donnerstag, wenn Thun in der Europa-League-Qualifikation auf den isländischen Meister Vikingur Reykjavik trifft. Für Bürgy eine Gelegenheit, sich zu rehabilitieren: "Wir können wieder beweisen, dass wir es besser können. Die Mannschaft hat Qualität, vor allem als Team selbst, weil jeder den anderen besser macht, auch wenn man davon gegen YB nichts gesehen hat."

Der FC Thun könnte bis dahin noch auf dem Transfermarkt aktiv werden, wie Gerber andeutete: "Es wird noch das eine oder andere gehen, aber wir wollen jetzt nichts erzwingen und auch nicht irgendwelche Paniktransfers machen. Wir gehen unseren Weg. Und dabei gibt es halt auch einige Lektionen, die in die Hose gehen können."

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2026-08-02 22:00:19