Der FC Thun steht vor seiner ersten Saison als Schweizer Meister. Die externen Ansprüche an den Verein sind damit angestiegen. Mit Gian-Luca Privitelli wird ein unerfahrener Trainer die Geschicke der Thuner leiten. Im Gespräch mit der Berner Zeitung hat der 48-Jährige über seine Ansätze gesprochen.
Gian-Luca Privitelli steht vor seiner Feuertaufe. Am Dienstagabend wird der neue Trainer des FC Thun sein erstes Pflichtspiel als Trainer einer Profimannschaft bestreiten. Auf die Situation im Stadion ist Privitelli gespannt, wie er im Interview mit der Berner Zeitung verraten hat: "Was ich aber nicht weiss, ist, wie ich reagieren werde, wenn ich plötzlich in einem Stadion mit mehreren Zehntausend Zuschauern an der Seitenlinie stehe. Als beispielsweise Alex Frei Trainer wurde, wird das für ihn kein Thema gewesen sein - weil er als Aktiver in all den grossen Arenen eingelaufen war. Für mich wird das eine neue Erfahrung."
Im Grunde sieht Privitelli die Aufgaben als Fussballtrainer als gleich an, egal ob man nun Amateure oder Profis trainiert, lediglich die Dimension sei eine andere: "Es geht darum, als Einheit etwas zu erreichen und in jedem Training besser zu werden. In einem kleineren Team machst du als Verantwortlicher aber vieles allein - bei einem Proficlub bist du Teil eines ganzen Staffs. Das sind auf vielen Ebenen andere Dimensionen."
Nach der Amtsübernahme kam es zu einem Gespräch zwischen Mauro Lustrinelli und Gian-Luca Privitelli. Der neue Trainer stellte dabei seinem Vorgänger die brennendsten Fragen, unter anderem, was dieser in der Retrospektive bei Amtsantritt anders gemacht hätte. An der Grundausrichtung der Thuner möchte der neue Übungsleiter aber nichts verändern. Er stehe hinter der Spielphilosophie des amtierenden Meisters.
Im Gegensatz zu Lustrinelli bindet Privitelli seine Spieler mehr in die Entscheidungsfindungen mit ein, wie er im Interview offenbarte: "Das ist meine Herangehensweise: Ich bin ein partizipativer Trainer, ich will vom Wissen meines Teams profitieren. Ich hole sehr gerne Meinungen anderer ein - im Bewusstsein, dass ich als Trainer der Verantwortliche bin. 30 Menschen wissen mehr als eine einzelne Person: Das scheint mir logisch." Es sei dann aber schon nicht so, dass alle Entscheide basisdemokratisch gefällt würden.
Das erste Spiel bestreitet der FC Thun am Dienstagabend in der Champions-League-Qualifikation. Zu Hause treten die Berner Oberländer gegen Dinamo Zagreb an.
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