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Ex-Nyon-Captain De Pierro kämpft sich zurück ins Leben

Nach schwerem Schädel-Hirn-Trauma

Adriano De Pierro war Kapitän von Stade Nyonnais, bis ein schwerer Unfall seine Karriere abrupt beendete. Mehr als anderthalb Jahre später kämpft der frühere Profi noch immer mit den Folgen.

Der 22. November 2024 veränderte das Leben von Adriano De Pierro grundlegend. Im Challenge-League-Spiel gegen Vaduz bekam der damalige Captain von Stade Nyonnais einen heftigen Tritt ins Gesicht. Die Folge war ein schweres Schädel-Hirn-Trauma und das Ende seiner Laufbahn als Profifussballer. An den Unfall selbst hat De Pierro keine Erinnerung. Auch die Wochen danach fehlen ihm vollständig. Gegenüber blue Sport beschreibt er diese Phase so, als sei bei ihm "das Licht ausgegangen". Für ihn selbst existieren weder der Abend des Unfalls noch die erste Zeit danach in seiner Erinnerung.

Vom Profifussballer zum Patienten

Nach dem Unfall begann für De Pierro ein völlig neuer Lebensabschnitt. Dinge, die zuvor selbstverständlich waren, musste er erneut lernen. Gehen, schreiben oder duschen gehörten plötzlich zu den Herausforderungen des Alltags. Körperlich machte der heute 35-Jährige vergleichsweise schnell Fortschritte. Schwieriger sind für ihn bis heute die Folgen, die weniger offensichtlich sind. De Pierro berichtet von Problemen mit dem Gedächtnis, der Entscheidungsfindung und der Eigeninitiative.

"Man muss das neue Ich akzeptieren und das ist nicht einfach", sagt der frühere Verteidiger bei blue Sport. Genau darin liegt für ihn eine der grössten Herausforderungen. Sein früherer Alltag war geprägt vom Profifussball, von Training, Wettkampf und klaren Abläufen. Nun muss er lernen, mit Einschränkungen zu leben, die seinen Alltag dauerhaft verändern.

Nach drei Monaten beginnt die nächste Herausforderung

Drei Monate verbrachte De Pierro im Rehabilitationszentrum von Lavigny. Der Austritt bedeutete zwar einen wichtigen Schritt, gleichzeitig aber auch neue Unsicherheit. Er habe beim Verlassen der Einrichtung geweint, erzählt De Pierro gegenüber blue Sport. Nach der intensiven Betreuung sei plötzlich die Frage aufgekommen, wie sein Leben nun weitergehen soll. Mittlerweile arbeitet er zu 40 Prozent bei den "Ateliers Polyval" in Lausanne. Auch dort versucht er, sich eine neue Struktur aufzubauen.

Seine Neuropsychologin Catia Beni weist gleichzeitig laut blue Sport darauf hin, dass De Pierro aufgrund seiner Hirnverletzung seine eigenen Einschränkungen nicht immer vollständig wahrnehmen kann. Medizinisch spricht man dabei von Anosognosie. Seine positive Haltung und sein Wille, voranzukommen, seien hilfreich. Gleichzeitig müsse sein Umfeld darauf achten, dass er sich nicht selbst überfordere.

Adriano De Pierro Dennis Rogge dieci Challenge League FC Stade Nyonnais Fussball

2026-09-11 10:45:29