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Görtler hatte trotz des gedrehten Spiels in Vaduz nicht sonderlich viel Spass

St.Gallen bleibt auswärts eine Macht

Der FC St.Gallen feiert beim FC Vaduz einen späten 3:2-Erfolg. Matchwinner Enoch Owusu schiesst die Espen kurz vor Schluss zum Sieg. Doch trotz der optimalen Punktausbeute zeigt sich Kapitän Lukas Görtler nach dem Spiel spürbar selbstkritisch und bilanziert gewohnt ehrlich.

Heimspiel-Atmosphäre im Rheinpark Stadion

Rund 4’000 mitgereiste Fans des FC St.Gallen verwandelten das Auswärtsspiel beim FC Vaduz praktisch in eine Partie vor heimischer Kulisse. Dennoch wollte nach dem Abpfiff beim St. Galler Führungsspieler Lukas Görtler nicht nur eitel Sonnenschein aufkommen.

"Es war natürlich überragend - wie ein Heimspiel in Vaduz. Das soll besonders Spass machen, aber heute hat es nicht viel Spass gemacht", gestand der Kapitän offen im Interview mit blue Sport.

Obwohl den Espen ein Traumstart gelang, geriet das Gefüge der St.Galler im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit gewaltig ins Schwanken. "Ich bin mega glücklich, dass wir das Spiel gewonnen haben und sechs Punkte auf dem Konto haben. Ich weiss aber auch, dass wir vor allem in der ersten Halbzeit enorm geschwommen sind", so Görtler rückblickend.

Die Ursache für die schwankende Performance sieht er unter anderem in den kräftezehrenden englischen Wochen. Dennoch stellt der Mittelfeldmotor klar: "Wir wollen dominanter spielen, besser spielen und hinten weniger zulassen. Vor zwei Wochen hätte ich die sechs Punkte unterschrieben, heute hätte ich mich mehr darüber gefreut, wenn wir ein bisschen besseren Fussball gespielt hätten."

Die Reservebank als Matchwinner

Dass es am Ende dennoch für drei Punkte reichte, war einmal mehr der Kadertiefe und einer glücklichen Hand des Trainerteams zu verdanken. Joker Enoch Owusu avancierte nämlich zum grossen Matchwinner. Der Angreifer, der nach einer monatelangen Leidenszeit und einer schwerwiegenden Verletzung aus dem Vorjahr zurückkehrte, avancierte mit einem Doppelpack zum matchentscheidenden Mann. Erst glich er kurz nach seiner Einwechslung aus, ehe er in der 87. Minute eiskalt zum 3:2-Endstand vollendete.

"Für ihn ist das unglaublich wichtig. Er hatte eine ganz lange Leidenszeit", lobte Görtler seinen jungen Teamkollegen. "Es ist natürlich ein Segen, wenn du so einen hast, der das Spiel dreht. Wir haben das Spiel heute erneut mit der Bank gewonnen - ohne die Auswechselspieler hätten wir hier vielleicht nicht einmal einen Punkt geholt."

Rekordjagd trotz spielerischer Lücken

Trotz der deutlichen Kritik an der spielerischen Leistung unterstreicht der Erfolg in Vaduz eine beeindruckende Serie der St.Galler. Der FCSG feierte den vierten Auswärtssieg in der Super League in Folge und ist seit mittlerweile 15 Auswärtspartien ungeschlagen - beides historische Vereinsrekorde. Zudem trafen die Espen im 13. Liga-Auswärtsspiel hintereinander.

Für Lukas Görtler ist diese Erfolgsserie vor allem ein Resultat der herausragenden Mentalität innerhalb der Mannschaft: "Wir machen in den englischen Wochen nicht die besten Spiele und gewinnen trotzdem. Das ist ein Zeichen für Mentalität. Wir haben im Jahr 2026 bisher erst drei Spiele verloren, das ist eine brutale Statistik. Wenn es einmal passiert, kann es Glück sein, aber wir ziehen das jetzt seit vielen Monaten durch."

Am Ende überwog beim Kapitän trotz aller Selbstkritik die Zuversicht: Das Wissen um die eigene Comeback-Qualität und die meisterliche Effizienz bleiben das grösste Pfund des FC St.Gallen in dieser Phase der Saison.

Brack Super League Damian Möschinger FC St.Gallen 1879 Fussball Lukas Görtler

2026-08-02 17:23:11

Event

02.08.2026 14:00
FC Vaduz 2:3 FC St.Gallen 1879

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