Der SC Kriens und der FC Luzern arbeiten im Nachwuchsbereich eng zusammen. Bei der Ausleihe von Ronaldo Dantas Fernandes ist die Zusammenarbeit nun aber ins Stocken geraten. Die Krienser hätten den ehemaligen SCK-Junior gerne übernommen. Stattdessen wechselte der 21-Jährige zu Stade Lausanne-Ouchy.
Ronaldo Dantas Fernandes war im Sommer mit dem FC Vaduz in die Super League aufgestiegen. Nach seiner Rückkehr zum FC Luzern stand eine Ausleihe im Raum. Für den SC Kriens schien der technisch versierte Mittelfeldspieler die ideale Lösung zu sein. Laut der Luzerner Zeitung waren sich die Krienser mit dem Spieler und dessen Berater bereits einig.
Doch letztlich kam es anders. Der FCL entschied sich für eine Leihe zu Stade Lausanne-Ouchy. Dort sass Dantas Fernandes am vergangenen Freitag bereits auf der Ersatzbank und wurde rund eine halbe Stunde vor Schluss eingewechselt. Bei seinem Debüt half er mit, den 2:0-Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Beim SC Kriens sorgt der Entscheid für Unverständnis. "Es ist ein fatales Signal für unsere Zusammenarbeit", sagt Marco Wiget, der ehemalige SCK-Sportchef und heutige Leiter Spitzenfussball, gegenüber der Luzerner Zeitung. Die Krienser hätten sich über die Absage geärgert, nachdem die Gespräche mit dem Spieler bereits weit fortgeschritten gewesen seien.
Besonders bitter ist für den Challenge-League-Club, dass in dieser Saison bislang kein Luzerner Nachwuchsspieler nach Kriens ausgeliehen wurde. Dabei erhält der SCK von anderen Super-League-Vereinen gleich sechs junge Talente. Von YB kommen Goalie Ruben Salchli und Mittelfeldspieler Elio Rufener, der FC Zürich leiht Yuro Bohon Diet und Pascal Utz aus. Dazu stossen Marvin Akahomen vom FC Basel und Malek Ishuayed von Servette zu den Kriensern.
Beim FC Luzern weist Sportchef Remo Meyer die Kritik zurück. Eine Leihe nach Kriens sei bei Dantas Fernandes selbstverständlich geprüft worden. "Letztlich haben wir uns für das Gesamtpaket beim FC Stade Lausanne Ouchy entschieden, weil wir dieses für seine weitere Entwicklung als die optimale Lösung erachten", erklärt Meyer.
Gleichzeitig betont der FCL-Sportchef, dass man dem SC Kriens in diesem Sommer gerne andere Spieler für deren Entwicklung angeboten hätte. In diesen Fällen sei jedoch keine gemeinsame Lösung zustande gekommen. Um welche Talente es sich dabei handelte, ist nicht bekannt.
Grundsätzlich funktioniert die Zusammenarbeit der beiden Vereine im Ausbildungsbereich weiterhin. Gemeinsam mit dem Team Zugerland bilden der FCL und der SCK das Team Innerschweiz. Die Nachwuchspyramide soll jungen Spielern den Weg in den Spitzenfussball ermöglichen. Bei den Leihgeschäften der ersten Mannschaften gehen die Vorstellungen der beiden Partnerclubs derzeit aber offenbar auseinander.
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