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Nach Stankovic und Rrudhani wurden die Lösungen bisher gesucht, aber nicht gefunden

Um den FCL blieb es bisher erstaunlich still

Der FC Luzern verpasste es in der abgelaufenen Saison, die gute Form aus der ersten Phase in die Championship-Round zu ziehen und sich dort ein Europacup-Ticket zu ergattern. In der kommenden Saison sollen die europäischen Plätze sichergestellt werden, doch noch stellt sich die Frage: Wer schliesst die entstandenen Lücken?

66 Tore waren es in der abgelaufenen Saison, welche die Fans in der Swissporarena und den fremden Stadien zu bejubeln hatten. Aufgeteilt wurden diese gleich auf 17 verschiedene Torschützen, gleich 25 der Tore wurden jedoch von Spielern erzielt, die nun nicht mehr bei den Leuchtenstädtern unter Vertrag stehen.

So weit, so gut. Das Problem der Luzerner nicht riesig, man hat ja schliesslich noch Lars Villiger. Dieser allerdings fällt lange aus, wird dem FCL zum Saisonstart und darüber hinaus nicht zur Verfügung stehen. So stellt sich schon die Frage, wer denn die Luzerner Tore schiessen soll.

Keine Lust auf Transfers - oder doch kein Geld?

In den letzten Wochen waren die Super-League-Teams teilweise in einem richtigen Kaufrausch, holten Spieler, mit dem Kader geschah viel. Nicht so aber in Luzern, wo der Transfer von Adrian Bajrami bisher der einzige ist. Dieser ist aber nicht etwa Stürmer, sondern Innenverteidiger.

Die Probleme, vor denen der FCL zurzeit steht, sind relativ schnell ausgemacht. Es kommt kein Geld durch Spielerabgänge rein, das investiert werden könnte. Bei Aleksandar Stankovic konnte man zwar eine gewisse Summer gewinnen, Donat Rrudhani allerdings verliess den Verein nach einer Leihe, eine Ablösesumme kommt daher nicht in die Kasse.

Thibault Klidjé war der letzte Abgänger bei den Luzernern, eben ein Stürmer. Er hat aber trotz einer beeindruckenden Entwicklung und starken zehn Toren nicht etwa die grosse Summe eingebracht, sondern wechselt für eine Summe von etwas mehr als einer Million.

Der Togolese war in der vergangenen Saison der erfolgreichste Torschütze beim FCL, dicht gefolgt von Donat Rrudhani, der den Verein, wie erwähnt, ebenfalls verlassen musste. Gleichauf mit Rrudhani stand Adrian Grbic mit neun Toren. Das Problem, es scheint zumindest ansatzweise gelöst.

Die Trefferquote von Grbic muss hinterfragt werden

Oder doch nicht? Der Österreicher mit kroatischen Wurzeln zählt als einer der Lieblingsspieler von Mario Frick, konnte in seinen zwei Aufenthalten in Luzern auch 13-mal treffen. In der Rückrunde der Saison 2023/24 war er ein erstes Mal nach Luzern verliehen, konnte dabei vier Tore erzielen.

Ende August des vergangenen Jahres wechselte er dann fix zum FCL, überzeugte mit neun Treffern, allerdings spielerisch nicht wirklich. Fünf seiner neun Treffer, die er in der vergangenen Super-League-Saison erzielen konnte, fielen mittels Elfmeter oder im Nachschuss eines Elfmeters. Aus dem Spiel heraus bleiben vier Tore aus 31 Einsätzen nicht gerade das, was man sich von seinem Stürmer erhofft.

Die Alternativen in der Offensive sind beschränkt. Kevin Spadanuda scheint zwar seine Form wieder gefunden zu haben, ist aber kein Vollblutstürmer. Was mit Leihrückkehrer Teddy Okou passieren wird, bleibt abzuwarten, auch er käme ohnehin mehr über die Seite. Nach den letzten Aussagen von Mario Frick scheint der 27-Jährige zumindest eine Chance zu bekommen. 

Was den Luzernern ebenfalls Hoffnung geben dürfte, ist, wie Trainer Mario Frick über den jungen Andrej Vasovic denkt, der in der vergangenen Saison in der Promotion League auf Torejagd ging. "Andrej ist ein sehr agiler und kräftiger Stürmer, der vor allem im Spiel gegen den Ball sehr wichtig ist, weil er dort sehr belebend wirkt."

Aus dem Lob kommt der Liechtensteiner gar nicht mehr heraus. Vasovic laufe für zwei, stelle die Räume geschickt zu und habe die offensiven Abläufe des Teams mittlerweile implementiert, nachdem man dies in den letzten Tagen jeden Tag geübt habe. "Er braucht sicher noch seine Zeit, aber er ist ein Stürmer, der in dieser Saison seine Minuten erhalten wird."

Mehr Druck vom Flügel für den Erfolg

Verbunden mit ihm sei auch eine Systemumstellung möglich, beispielsweise auch ein Drei-Mann-Sturm, bei dem Kevin Spadanuda und Okou etwas mehr über die Seiten kommen und so Grbic Mittelstürmer zur Hilfe stehen würden. So könnten auch die Qualitäten des Österreichers besser zur Geltung kommen, als wenn er noch einen Mann als Knipser neben sich hätte.

Eine weitere Option in diesem Dreiersturm ist allerdings auch, dass man auf Sinan Karweina setzt, der seit letztem Sommer das Dress mit dem grossen "Ottos"-Finger trägt. Der Deutsche fügte sich nach seinem Transfer gut ins Team ein, verletzte sich dann allerdings gröber und kam erst nach der Winterpause zurück. Danach waren seine Leistungen akzeptabel, man merkte allerdings, dass er lieber etwas zurückgestaffelt zum Einsatz kommt.

Diese Rolle war allerdings in der Rückrunde kaum einzunehmen, zu fest überzeugte Leihspieler Rrudhani auf dieser Position. So gab es seit Februar keinen einzigen Startelfeinsatz mehr, nur dreimal spielte Karweina mehr als 20 Minuten.

Bajrami vielleicht doch eine Lösung

Nein, wir wollen nicht vorschlagen, den gebürtigen Langenthaler, der für die Nationalmannschaft Albaniens spielt, als Stossstürmer aufzustellen, obwohl er bisher in keiner Saison seiner Karriere ohne Torerfolg blieb. Viel mehr kann er die Systemänderung erleichtern.

Nach seinem Transfer hat der Meister von 1989 nämlich gleich sechs Innenverteidiger im Kader. Eine Umstellung auf eine Dreierkette ist durchaus möglich. Spielt der FCL mit einer Dreierkette, so könnten Pius Dorn und Andrejs Ciganiks um eine Position vorrücken und so das Flügelspiel antreiben.

Durch Spadanuda und Okou als Flügel hätte man dann alle Positionen mindestens einfach besetzt. Es ist noch nicht die komplette Lösung - sicherlich wäre trotzdem noch der ein oder andere Transfer nötig -, man könnte aber zumindest ohne grosse Sorgen in die neue Saison starten und wäre nicht zu überhasteten Transfers gezwungen.

Offensive nicht das einzige Problem

Ein Systemwechsel könnte also das Stürmerproblem nicht lösen, aber zumindest mal besänftigen. Man hätte alle Innenverteidigerpositionen bedeckt, hat genug Spieler über die Aussenbahn und auch in der Offensive findet man für alle drei Positionen Lösungen, wie konkurrenzfähig die Spieler sind, beachten wir hier einmal noch nicht.

Wir kommen aber noch einmal zu zwei Abgängen, die brutal ins Gewicht fallen. Aleksandar Stankovic und Donat Rrudhani waren in der abgelaufenen Saison das Herzstück des FC Luzern, die beiden Spieler, die den jungen Spielern um sie herum die Chance ermöglichten, sich zu entwickeln. Auch wenn beide noch selbst jung sind.

Mit Jakub Kadak, Tyron Owusu, Levin Winkler und Mattia Walker stehen den Luzernern zurzeit vier Spieler zur Verfügung, die die Positionen im Zentrum bekleiden können. Walker hat allerdings erst zwei Spiele in der Super League absolviert, Kadak war in der Rückrunde nicht mehr eine wirklich genutzte Option.

Die Bühne gehörte zuletzt in der Leuchtenstadt den Jungen. Der 21-jährige Winkler und der 20-jährige Owusu teilten sich die Spielzeit neben Stankovic auf, hatten aber eben mit dem Serben einen Regisseur, der sie in dieser Rolle gut aussehen liess. Ob Winkler und Owusu genügend gereift sind, um das Luzerner Spiel zusammen zu orchestrieren, wird sich zeigen.

Der FCL würde aber gut daran tun, sich bereits vor der Saison auf dieser Position mit einem weiteren Spieler abzusichern, sollte dieses Experiment nicht erfolgreich sein. Optionen dürfte es einige geben, Luka Topalović beispielsweise, wie von uns bereits vorgeschlagen.

Fazit

Noch eine Woche geht es, bis der FCL gegen GC in die neue Spielzeit startet. Transfers sind zwar bis dahin durchaus möglich, dass ein Neuzugang allerdings bereits wenige Tage nach seinem Transfer in der Startformation stehen wird, ist eher unrealistisch.

Remo Meyer muss als Sportchef zwar momentan nicht um jeden Preis handeln, wir würden es aber wärmstens empfehlen, aktiv zu werden. Der Kader besitzt nämlich zurzeit über Super-League-Qualität, mehr aber auch nicht. So wird es für den FC Luzern schwierig, wirklich um die Championship-Round mitzuspielen, geschweige denn sich diese als Ziel zu setzen.

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2025-07-19 12:00:33