Beim FC Basel wird ein Neuanfang gewagt. Doch nicht auf allen Ebenen ist ein kompletter Neuanfang notwendig. Wir werfen einen Blick darauf, was beim FCB derzeit schon funktioniert und worauf Slavisa Jokanovic ein besonderes Augenmerk haben muss.
Um positiv in den Artikel zu starten, beginnen wir mit den Stärken des FC Basel. Es gilt hierbei einige sehr starke Transfers herauszuheben. Die neue sportliche Führung hat es verstanden, Spieler zu verpflichten, die vom ersten Spieltag an einen Mehrwert bringen. Mit Akpe Victory, Asane Sow, Kazeem Olaigbe oder auch Zan Celar hat die Vereinsführung gleich mehrere Transfers getätigt, die sofort eingeschlagen sind.
Das führt umgehend zu einer weiteren Stärke des FCB: der Flügelposition. Mit Philip Otele, Asane Sow und Kazeem Olaigbe verfügt Rotblau gleich über drei absolute Top-Flügelspieler für Super-League-Verhältnisse. Alle drei vereinen Schnelligkeit, starke Dribblings und einen soliden Abschluss. Das macht sie zu echten Waffen. Dahinter wurde mit Aaron Malouda ein weiterer vielversprechender junger Spieler verpflichtet, der noch etwas Anlaufzeit benötigt. Unter dem Strich kann Slavisa Jokanovic hierbei auf ein mehr als nur überdurchschnittliches Personal zählen.
In den letzten Monaten und fast schon Jahren wurde beim FC Basel zudem immer wieder die Sturmposition thematisiert. Albian Ajeti und Moritz Broschinski trafen in der Vorsaison das Tor einfach nicht. Mit Zan Celar wurde dieses Problem behoben. Der Slowene, der in den letzten Jahren keine einfache Zeit durchlebte, zeigt sich selbstbewusst und steht auch schon bei sechs Ligatoren. Ebenso wertvoll ist für den FC Basel hierbei seine Coolness vom Elfmeterpunkt. Während in der Vorsaison die Bebbi reihenweise vom Punkt scheiterten, trifft Celar souverän.
Ein einziges kleines Problem bleibt im Sturmzentrum - es ist die Kaderbreite. Der Technische Direktor Andreas Herrmann hat das jüngst im vereinseigenen Podcast auch eingeräumt. Sollte sich Celar verletzen, wäre man mit Giacomo Koloto eher dünn aufgestellt, auch wenn Philip Otele ebenfalls als Neuner auflaufen könnte. Bleibt der Slowene aber gesund, ist alles im grünen Bereich.
Eine Baustelle ist beim FC Basel die Torhüterposition. Mit Jonas Omlin und Mirko Salvi verfügt der FC Basel über eines der stärksten Torhüterduos der Liga. In den ersten Wochen der Meisterschaft hat Salvi einmal mehr bewiesen, dass er ein überdurchschnittlicher Backup in der Super League ist. Das Problem beim FCB ist aber, dass Mirko Salvi das einmal mehr beweisen musste. Jonas Omlin konnte erst drei Halbzeiten in der laufenden Saison absolvieren. Zwei Muskelverletzungen sowie eine Krankheit setzten die neue Nummer eins gleich mehrere Wochen ausser Gefecht.
Für Omlin, der als verletzungsanfällig gilt, und in Basel neu Fuss fassen wollte, ist es ein äusserst unglücklicher Start. Er hätte als Führungsfigur vorangehen sollen. Das konnte der Rückkehrer bislang noch nicht machen. Auf diese Situation kann der neue Trainer natürlich nur bedingt einwirken. Es würde Jokanovics Job aber sicherlich erleichtern, wenn Jonas Omlin schon bald zuverlässig einsatzbereit ist.
Viel mehr ist die Personalie Xherdan Shaqiri ein Trainerthema. Der serbische Cheftrainer hat bereits auf der Antrittspressekonferenz verlauten lassen, dass die Nummer zehn ein Schlüsselspieler sein wird: "Ich habe Spiele geschaut. Er ist ein Leader und wir müssen ihn respektieren. Es ist mehr ein Shaqiri-Club als mein Club. Wir müssen ihn pushen, damit er eine wichtige Figur im Team bleiben kann."
Abhängig davon, wie Shaqiri unter Jokanovic in Fahrt kommt, wird auch die Vertragsverlängerung ein Thema. Nach dem Ende der Saison läuft derzeit der Vertrag des langjährigen Nationalspielers aus. FCB-Präsident David Degen würde gerne mit dem Kreativspieler verlängern, wie er jüngst bestätigte. Shaqiri habe bei ihm nach dessen triumphaler Rückkehr immer einen Stein im Brett.
Unter Fabio Celestini und Ludovic Magnin war Xherdan Shaqiri ein unumstrittener Stammspieler. Er dankte es mit zahlreichen Scorerpunkten zurück. Unter Stephan Lichtsteiner stockte die Torproduktion plötzlich und das Verhältnis zwischen dem Captain und seinem Trainer erschien unterkühlt. Das Team musste vermehrt auch ohne seinen Anführer antreten. Mal gelang das besser, meist aber schlechter. Es ist unbestritten, dass der FCB mit einem starken Shaqiri mindestens eine Klasse besser ist. Daran dürfte sich auch im Jahr 2026 noch nichts verändert haben. Nach der Lichtsteiner-Entlassung hat das Shaqiri mit einem Galaauftritt in Luzern untermauert. Jetzt liegt es am neuen Übungsleiter, den FCB-Superstar bestmöglich ins System einzubinden.
Ein ganz wichtiges Thema ist die Resilienz beim FC Basel. Mehrfach wurde beim FCB die Einstellung bemängelt. Nach dem letzten Lichtsteiner-Spiel kritisierte auch Teilzeit-Sportchef Valentin Stocker den Einsatz der Spieler auf dem Feld. Mit 90 Prozent gewinnt auch eine talentierte Mannschaft wie der FC Basel nur einen Bruchteil aller Partien. Daher wird es wichtig, dass Slavisa Jokanovic den Spielern Beine macht.
Auf der Vorstellungsmedienkonferenz hat der neue Trainer auch schon klar gemacht, was er von seiner Mannschaft sehen will. Man müsse das eigene Tor konsequent verteidigen wollen. Mit einem klaren Plan mit, aber auch ohne Ball, will er den FC Basel schnell verbessern. Kann der erfahrene neue Chef an der Seitenlinie diese Pläne umsetzen, findet er genügend starke Spieler vor, damit es schon bald wesentlich besser um das Team aus dem Rheinknie bestellt sein müsste.
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