Keine 24 Stunden nach der Entlassung von Stephan Lichtsteiner sorgt Andrej Bačanin für Gesprächsstoff. Der FCB-Youngster veröffentlicht eine vielsagende Instagram-Story und löscht sie wenig später wieder.
Beim FC Basel ist nach dem Aus von Stephan Lichtsteiner mächtig Bewegung drin. Am Mittwoch trennte sich der Schweizer Meister von seinem Cheftrainer, bereits wenige Stunden später sorgte Mittelfeldspieler Andrej Bačanin mit einem auffälligen Beitrag in den sozialen Medien für Aufsehen.
Der 19-Jährige veröffentlichte in seiner Instagram-Story ein Bild von sich mit überkreuzten Armen. Dazu setzte er zwei Emojis: eine Person mit zu einem X verschränkten Armen und gesprengte Ketten. Der Blick wertet den Beitrag als deutliche Spitze gegen seinen bisherigen Trainer. Das Auffälligste: Wenige Stunden später war die Story bereits wieder verschwunden. Bačanin hatte sie gelöscht.
Der Hintergrund für Bačanins Reaktion liegt auf der Hand. In der laufenden Saison kam der Mittelfeldspieler unter Lichtsteiner bislang lediglich einmal zum Einsatz. Im Cup gegen Courtételle durfte er über die volle Distanz ran und erzielte beim Sieg sogar das Tor zum zwischenzeitlichen 2:0. In der Meisterschaft spielte er dagegen keine Rolle.
Dabei hatte seine Situation unter Lichtsteiner zunächst noch ganz anders ausgesehen. Nach dessen Amtsantritt im Januar kam Bačanin regelmässig zu Einsätzen und gehörte zeitweise fest zur Rotation. Mit der taktischen Neuausrichtung in dieser Saison änderte sich das jedoch. In Lichtsteiners bevorzugter Aufstellung fand sich für den jungen Mittelfeldspieler kaum noch ein Platz.
Ob Bačanins Story tatsächlich als Befreiungsschlag nach dem Trainerwechsel gemeint war, erklärte der 19-Jährige nicht ausdrücklich. Die Kombination aus Bild, gesprengten Ketten und dem Zeitpunkt der Veröffentlichung lässt allerdings reichlich Raum für Interpretationen.
Ganz andere Töne kommen aus der Führungsetage. Verwaltungsratspräsident David Degen machte nach der Trennung deutlich, dass ihm der Entscheid nicht leichtgefallen sei. Der FCB habe trotz der enttäuschenden Rückrunde weiter an Lichtsteiner und dessen langfristiges Projekt geglaubt.
Entscheidend für die Trennung sei schliesslich die fehlende sportliche Entwicklung gewesen. Eine erhoffte Aufwärtstendenz habe man in den vergangenen Wochen nicht erkennen können. "Es tut mir auch persönlich sehr leid", erklärte Degen zum Scheitern der Zusammenarbeit. Lichtsteiner war erst Ende Januar 2026 als Nachfolger von Ludovic Magnin nach Basel gekommen und besass einen Vertrag bis 2029.
Nach sieben Runden der neuen Super-League-Saison steht der FCB mit zehn Punkten auf Rang fünf. Zuletzt kassierten die Basler zwei Heimniederlagen in Serie gegen Sion und Lugano. Bis ein neuer Cheftrainer gefunden ist, übernimmt der bisherige Assistent Luigi Nocentini die Mannschaft interimistisch. Für Spieler wie Bačanin könnte der Trainerwechsel nun auch sportlich eine neue Chance bedeuten.
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