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Nur zwei Basler sind nach 125 Kaderveränderungen noch bei Rotblau

Die Veränderungen unter David Degen

Mitte Mai 2021 hat David Degen die Mehrheit der Aktien beim FC Basel übernommen. Nach rund vier Jahren unter Degen hat der FC Basel wieder den Meistertitel feiern dürfen. Wir wollen den Wandel des Vereins anhand des Kaders unter die Lupe nehmen und schauen auf die Transfers, die in der Degen-Ära getätigt worden sind.

Spieler, die der FCB verliehen hat, zählen wir nicht als Abgänge, da sie danach wieder zum Verein zurückkehren. Erst wenn sie den Verein definitiv verlassen haben, sind sie entsprechend berücksichtigt worden. Bei Spielern, die mittels Leihe mit Kaufoption zum FC Basel gestossen sind, zählt der Zeitpunkt der Leihvereinbarung, nicht als jener der definitiven Übernahme.

Saison 2021/2022 - 17 Zugänge und 18 Abgänge

Das erste Transferfenster seit der Übernahme durch David Degen: Hier gibt es noch einige Vermischungen zwischen Spielern, die noch unter der alten Führung verpflichtet worden sind und solchen Transfers, welche die neuen Verantwortlichen getätigt haben. Als Beispiel hierfür dient Jordi Quintillà. Von St.Gallen zu hohen Lohnbezügen verpflichtet, konnte sich der Spanier beim FC Basel nicht durchsetzen und wechselte nach nur einer halben Saison zurück in die Ostschweiz.

Die neue Führung setzte auf viele Leihgeschäfte. So fanden unter anderem Darian Males, Andy Pelmard, Dan Ndoye, Noah Katterbach, Joelson Fernandes, Fedor Chalov oder Sebastiano Esposito den Weg ans Rheinknie. In einigen Fällen wurde die Kaufoption später gezogen, in anderen Fällen waren die sportlichen oder mentalen Qualitäten nicht ausreichend. Dazu besetzte der FCB mit Sergio Lopez und Michael Lang die rechte Abwehrseite neu. Liam Millar und Wouter Burger verstärkten den Verein ebenfalls, später sind sie für höhere Ablösesummen weitergezogen. Alle Transfers haben dank des neuen Modells mit Leihgeschäften und Kaufoptionen lediglich 2.5 Millionen Franken verschlungen.

Sebastiano Esposito, Adam Szalai, Strahinja Pavlovic und Michael Lang sind allesamt in der Saison 2021/2022 zum FC Basel gewechselt. Lediglich Heinz Lindner kam schon ein Jahr zuvor.

Bis zum Winter gab es für den FC Basel nur zwei gewichtige Verluste. Eray Cömert und Silvan Widmer verliessen den Verein. Ablösefrei gingen Luca Zuffi, Ricky van Wolfswinkel, Samuele Campo oder Aldo Kalulu beim FC Basel. Dann kam das Wintertransferfenster und erstmals unter David Degen wurde Tafelsilber verkauft. Der gute Verhandler konnte aber immerhin einiges an Geld einsacken. Arthur Cabral wechselte für rund 14 Millionen Franken nach Florenz und Lille überwies etwas weniger als zehn Millionen Franken für Edon Zhegrova. Sportlich hatte das für den FCB einen grossen Einfluss. In der Hinrunde konnte Rotblau noch mit dem späteren Meister aus Zürich mithalten, in der Rückrunde liessen die Bebbi Federn. Am Ende reichte es knapp zum Vizemeistertitel.

Saison 2022/2023 - 17 Zugänge und 16 Abgänge

Im zweiten Sommer blieb der FC Basel seinem Konzept treu. Die starken Leihspieler, Andy Pelmard und Dan Ndoye, wurden fix übernommen, die schwächeren nicht gehalten. Dazu schloss der FCB zahlreiche neue Leihverträge ab. So kamen tolle Kicker wie Andi Zeqiri, Zeki Amdouni oder Andy Diouf, aber auch Flops wie Hugo Novoa. Auch bei den ablösefreien Transfers hält sich die Waagschale, überzeugen konnten Arnau Comas und Marwin Hitz. Hingegen hätte man sich die Verpflichtungen von Jean-Kévin Augustin und Hugo Vogel wohl sparen können. 

Ein langfristig herausragendes Engagement war die Verpflichtung von Riccardo Calafiori. Für wenig Geld aus Rom gekommen, hat er eine herausragende Entwicklung genommen und spielt mittlerweile bei Arsenal London. Jonas Adjetey kam zudem als erst 18-Jähriger aus Ghana. Im Verlaufe der aktuellen Saison ist er zum ghanaischen Nationalspieler und Leistungsträger in der Meistermannschaft avanciert. Langsam finden sich im FCB-Kader mehr und mehr Spieler, darunter Anton Kade oder Bradley Fink, die sich nun Meister nennen dürfen.

Auf der Seite der Abgänge wurde vor allem mit vielen Missverständnissen aufgeräumt. Matias Palacios, Andrea Padula, Djordje Nikolic oder Tomas Tavares konnten im rotblauen Dress allesamt nicht überzeugen. Dazu wurde Heinz Lindner unter grossen Protesten des Anhangs nach Sion abgeschoben und Pajtim Kasamis Vertrag wurde nicht mehr verlängert. Die grösste Personalie, die aber den FC Basel verliess, war Valentin Stocker. Die Nummer 14 beendete seine Karriere. Insgesamt konnte Stocker sechs Meistertitel und vier Cupsiege mit dem FCB feiern. Basel spielte nach diesen Rochaden eine durchzogene Super-League-Saison, konnte diese aber durch den Einzug ins Conference-League-Halbfinale überstrahlen.

Saison 2023/2024 - 17 Zugänge und 14 Abgänge

90 Prozent der letztjährigen Mannschaft sollte auch in dieser Saison noch bei Basel spielen. Dieses Interview vom Saisonendspurt 2022/2023 flog David Degen um die Ohren. Mit Zeki Amdouni, Riccardo Calafiori, Andy Diouf, Andi Zeqiri, Wouter Burger, Andy Pelmard und Dan Ndoye verlor der FC Basel im Sommer beinahe alle Leistungsträger, welche die Mannschaft noch wenige Monate zuvor ins Conference-League-Halbfinale geführt hatte. Ein sportlicher Substanzverlust war damit vorprogrammiert. Die Schatzmeister dürften sich der grossen Einnahmen erfreut haben. Ein Transferüberschuss von gegen 40 Millionen Schweizer Franken soll Basel in dieser Saison generiert haben, der sportliche Preis war aber ebenfalls gigantisch.

Basel war schlecht auf all die Abgänge vorbereitet. Sportchef Heiko Vogel führte das Team als Trainer bis ins Conference-League-Halbfinale und der Eindruck entstand, die Arbeit, die ein Sportchef in dieser Zeit hätte machen sollen, sei vernachlässigt worden. Erst gegen Ende August tütete der FC Basel viele Transfers ein. Trainer Timo Schultz stand lange mit einem Rumpfteam da und bezog Niederlage um Niederlage. Einige tolle Neuzugänge gelangen dem FCB trotzdem in diesem Sommer, so kamen Renato Veiga, der sich vor allem finanziell lohnen sollte, Adrian Barisic, Finn van Breemen oder Dominik Schmid. Ebenfalls neu zum Team stiess Thierno Barry. Zunächst Sinnbild der Bebbi-Krise, dann plötzlich die Auferstehung und ein Torgarant in der Rückrunde. 

Bei der handvoll guten Transfers muss aber auch konstatiert werden, dass etliche Neuzugänge am Rheinknie so gar nicht funktioniert haben. Dazu gehören: Juan Gauto, Djordje Jovanovic, Yusuf Demir, Mohamed Dräger oder Maurice Malone. Einige Missverständnisse konnten bereits korrigiert werden, andere stehen bei Basel noch unter Vertrag. Djordje Jovanovic ist derzeit zu Partizan Belgrad ausgeliehen und Maurice Malone spielt vorübergehend bei Austria Wien. Da er in Österreich mit zehn Toren und vier Assists durchaus überzeugt, ist gut denkbar, dass die Veilchen die Kaufoption bei Malone ziehen werden. 

Saison 2024/2025 - 12 Zugänge und 14 Abgänge

Ein Neuzugang hat im letzten Sommer alle anderen in den Schatten gestellt. Xherdan Shaqiri löste einen regelrechten Hype in Basel aus. Die Trikotabsatzzahlen schossen in die Höhe und nach kurzen Startschwierigkeiten hat Shaqiri alle Vorschusslorbeeren gerechtfertigt. Er ist als Torschütze und auch als Torvorbereiter einsame Ligaspitze. 

Am 19. August wurde Xherdan Shaqiri in Basel präsentiert. Er kündigte sogleich an, den Meisterkübel wieder nach Basel holen zu wollen.

Doch nicht nur mit Xherdan Shaqiri hat Sportdirektor Daniel Stucki alles richtig gemacht. Mit Bénie Traoré, Kevin Carlos, Joe Mendes oder Léo Leroy ist richtig viel Qualität zum Team dazugekommen. Da ist es auch verkraftbar, dass Marin Soticek bislang sein grosses Potenzial erst angedeutet hat. Im Winter hat der FC Basel mit Metinho und vor allem Philip Otele noch einmal kräftig nachgerüstet. Beide haben sich in der Rückrunde zu Leistungsträgern aufgeschwungen.

Diese qualitativ guten Neuzugänge hat der FC Basel vor allem mit drei Transfers finanzieren können. Für Calafioris Wechsel von Bologna zu Arsenal kassierte Basel eine Weiterverkaufsbeteiligung, die wohl nahe an die 20 Millionen Franken geht, zudem wechselte der einst gescholtene Thierno Barry für rund 15 Millionen nach Villareal und der oft etwas launenhafte Renato Veiga spülte noch einmal die gleiche Summe ein. Er wechselte zu Chelsea. Dazu konnten Spieler wie Liam Millar, Nasser Djiga und Sayfallah Ltaief für tiefe bis mittlere einstellige Millionenbeträge abgegeben werden, obschon sie in der Nordwestschweiz nie richtig Fuss fassten.

Schmerzhaft waren für die Fans aber die Abgänge zweier Fanlieblinge. Fabian Frei wurde der Wechsel zum FC Winterthur nahegelegt und Michael Lang erhielt keinen neuen Vertrag mehr. Sportlich sind diese Entscheidungen aber nachvollziehbar gewesen. Frei hätte beim FCB ein ähnliches Schicksal wie Taulant Xhaka, sprich die Bank oder die Tribüne, gedroht. Unter dem Strich hat der FCB im letzten Sommer die Grundlage für den Meistertitel gelegt. Die Mannschaft ist deutlich stärker als im Vorjahr und der Verein hat in den jüngsten Zahlen zum Geschäftsjahr ein Transferplus von rund 25 Millionen Franken ausgewiesen.

Gesamtbilanz - 63 Zugänge und 62 Abgänge

Insgesamt 125 Kadermutationen hat der FC Basel seit der Übernahme von David Degen erlebt. Das wird auch offensichtlich, wenn man das Team anschaut, das in der Saison vor der Übernahme noch für Rotblau gespielt hat. Nur noch zwei Spieler, die damals beim FC Basel unter Vertrag standen, tun dies auch heute noch. Es sind zum einen natürlich Taulant Xhaka und zum anderen Andrin Hunziker. Dieser spielt derzeit auf Leihbasis beim Karlsruher SC in der 2. Bundesliga. 

Neben den Abgängen auf Spielerseite hat der FC Basel in den vier Jahren mit Patrick Rahmen, Guillermo Abascal, Alex Frei, Heiko Vogel, Timo Schultz, nochmals Heiko Vogel und dann Fabio Celestini auch sechs verschiedene Trainer an der Seitenlinie gehabt. Die Entwicklung zeigt aber auch, die einschneidenden Veränderungen im Kader sind etwas weniger geworden. Diese Konstanz, auch seit eineinhalb Jahren auf der Trainerposition, hat dem Verein Stabilität verliehen. 

Mit Blick voraus dürften auch weniger Abgänge bei den Leistungsträgern in diesem Sommer erwartet werden. Xherdan Shaqiri bleibt sowieso, auch die Flügel Philip Otele und Bénie Traoré dürften noch ein weiteres Jahr am Rheinknie reifen. Nur ein Abgang von Leon Avdullahu muss akut befürchtet werden, da seine Entwicklung schnell voranschreitet. Unter dem Strich dürfte der FC Basel aber weniger einschneidende Kaderveränderungen zu befürchten haben. Zudem ist Rotblau dank garantierter Europacup-Millionen weniger auf Transfereinnahmen als in den letzten Jahren angewiesen. 

Ádám Szalai Adrian Leon Barisic Aldo Kalulu Alex Frei Andi Zeqiri Andrin Hunziker Andy Diouf Andy Pelmard Arthur Cabral Brack Super League Daniel Stucki Darian Males David Degen Dominik Schmid Edon Zhegrova Fabio Celestini FC Basel 1893 Finn van Breemen Fussball Heiko Vogel Jordi Quintillà Juan Gauto Luca Zuffi Michel Schuler Mohamed Zeki Amdouni Patrick Rahmen Renato Veiga Riccardo Calafiori Ricky Van Wolfswinkel Samuele Campo Schweizermeister 2025 Sebastiano Esposito Strahinja Pavlovic Taulant Xhaka Timo Schultz Xherdan Shaqiri

2025-05-11 23:00:24