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Augustin ist nicht der einzige Basler Fehltransfer in den letzten Jahren

Sie konnten beim FC Basel nicht überzeugen

Der FC Basel konnte in der Vergangenheit immer wieder Spieler verpflichten, die vielversprechend waren. Doch nicht alle konnten die Erwartungen erfüllen. Wir werfen einen Blick auf grosse Transfers, die eine kleine Wirkung hatten.

Kaly Sène

Im Sommer 2020 gelang dem FCB ein echter Transfercoup. Vier Millionen Euro überwies man für den damals 19-jährigen Kaly Sène nach Turin. Der Senegalese machte mit guten Leistungen in der obersten Juniorenliga Italiens auf sich aufmerksam. Er traf in 18 Spielen siebenmal und konnte in der UEFA Youth League mit zwei Toren ebenfalls Werbung in eigener Sache machen. Nur einen Tag, nachdem Basel ihn verpflichtet hatte, lieh man ihn aber bereits wieder an Omonia Nikosia aus, damit er sich dort weiterentwickeln kann.

Nach nur 315 Minuten in Zypern holte man ihn im Winter 2021 zurück und gab ihm über die U21 die Chance, sich in die erste Mannschaft zu spielen. Die Chance nutzte er zwar, konnte in der Super League aber nicht durchstarten. Also verlieh man ihn für eine Saison nach Zürich zu den Grasshoppers, wo er mit zehn Toren und vier Assists ablieferte.

Zurück in Basel konnte er sich nicht durchsetzen und machte insgesamt nur noch neun Spiele. Vor einem Jahr verliess er das Rheinknie dann definitiv und wechselte zu Lausanne-Sport, wo er wiederum den Turbo zündete. In 43 Pflichtspielen für die Waadtländer konnte der 23-Jährige 13 Treffer und fünf Assists beisteuern. 

Jordi Quintillà

Viel wurde diskutiert, als der FCB sich wiedermal bei der Konkurrenz bediente. Nach drei überzeugenden Jahren in St.Gallen verliess Jordi Quintillà die Espen im Sommer 2021 und wechselte ans Rheinknie.

Der ehemalige Barça-Junior kam zunächst öfters zum Zug im Basler Mittelfeld, eine Verletzung setzte ihn allerdings früh ausser Gefecht. Nach dieser Verletzung merkte man, wie wenig Quintillà ins Basler Spiel passte und er kam nur noch spärlich zum Einsatz. Zudem war die Konkurrenz mit den Routiniers Taulant Xhaka und Fabian Frei, Ex-U17-Weltmeister Pajtim Kasami und Jungspund Wouter Burger, auf seiner Position sehr gross.

Nach nur sechs Monaten war das Missverständnis vorbei und Quintillà kehrte nach St.Gallen zurück, wo er wieder Stammspieler und auch für Neu-Trainer Enrico Maassen unverzichtbar ist.

Julian von Moos

Als Riesentalent stand Julian von Moos 2018 auf der jährlich publizierten Liste von The Guardian, auf der die grössten Talente des Jahrganges festgehalten sind, mit heutigen Topstars wie Rodrygo oder Eric Garcia. Der damalige Sportchef Marco Streller sah dieses Talent, verpflichtete ihn von den Grasshoppers und war sich sicher, dass er in Zukunft viel Freude bereiten wird.

Der Thurgauer solle langsam an die erste Mannschaft herangeführt werden, hiess es damals, und so startete von Moos zuerst in der U21 der Basler, und konnte in der Promotion League Spielpraxis sammeln. Einzig im letzten Spiel der Super League, wo Trainer Marcel Koller einigen Ersatzspielern die Chance gab, wurde von Moos gegen Xamax eingewechselt und erzielte auch gleich seinen ersten Treffer im Profibereich.

Ähnlich selten spielen durfte von Moos anfangs der nachfolgenden Saison, weshalb er nach Wil ausgeliehen wurde und in der Challenge League sein Talent ein weiteres Mal unter Beweis stellen konnte. Zurück in Basel, bekam er zwar häufiger die Chance, durfte 15 Mal in der Super League spielen, konnte seine Möglichkeiten aber nicht nutzen.  Er wurde ein weiteres Mal ausgeliehen, bekam bei Vitesse Arnheim aber wenige Chancen und wurde schlussendlich nach St.Gallen verkauft.

In St.Gallen konnte sich von Moos durchsetzen und war mehrheitlich Stammspieler, wobei noch immer Steigerungspotenzial besteht. Seit dieser Saison versucht er bei Servette, endlich sein volles Potenzial auf den Rasen bringen zu können. 

2018 ebenfalls auf der Liste der grössten Talente stand Noah Katterbach, womit wir beim nächsten Spieler dieser Liste angekommen sind.

Noah Katterbach

Mit grossen Vorschusslorbeeren kam der heute 23-Jährige im Januar 2022 nach Basel. Ausgeliehen vom FC Köln, mit dem Status eines deutschen U21-Nationalspielers, startete seine Zeit in Basel mit viel Spielzeit. Da der angestammte Linksverteidiger Raoul Petretta verletzt ausfiel, spielte der Deutsche seine ersten neun Spiele durch.

Allerdings konnte er nicht derart überzeugen, dass ihn die Basler fest verpflichten wollten. Durch eine kuriose Klausel musste Basel den Jungspund behalten, wirklich zum Zug kam er aber nicht mehr. Da Köln mit Hamburg einen Abnehmer gefunden hatte, durften ihn die Bebbi im Winter 2023 nach nur einem Jahr wieder abgeben. Dies traf bei den Fans auf verschiedene Reaktionen. Einige fanden es schade, andere waren froh, konnte er von der Gehaltsliste gestrichen werden.

Andraz Sporar

Der Slowene weckte das Interesse der Basler mit einer starken Bilanz von 50 Toren in 108 Spielen für NK Olimpija Ljubljana. Rund 3,8 Millionen Euro überwies man im Januar 2016 in die slowenische Hauptstadt und hatte grosse Hoffnungen, dass Sporar in Basel den grossen Durchbruch schafft.

Sporar kam aber mit einer Sehnenentzündung, spielte bereits kurz nach seiner Ankunft trotzdem und fiel danach für ein halbes Jahr aus. Kaum zurück, konnte Sporar zum ersten Mal reüssieren und traf in drei Spielen in Folge. Es sollte das einzige Mal bleiben, dass der slowenische Nati-Spieler in Basel zeigt, was er kann. Zu oft ist der heute 30-Jährige anschliessend verletzt und verpasst so viele Spiele. Er wird nach Bielefeld ausgeliehen, wo er ebenfalls kaum überzeugen konnte.

Also verkaufte ihn der FC Basel nach Bratislava. Ein Fehler, wie sich später herausstellte. Denn nach Startschwierigkeiten erzielte Sporar für Slovan Bratislava 60 Tore in 78 Spielen, legte weitere 17 auf. Er verdiente sich einen Wechsel zum portugiesischen Spitzen-Klub Sporting und wurde von dort nach Braga und Middlesbrough verliehen. Mittlerweile spielt er bei Panathinaikos Athen, wo er mit 28 Toren und neun Assists in 83 Spielen eine passable Bilanz vorzuweisen hat. Der Stürmer war ausserdem Teil des EURO-Kaders von Slowenien, doch in vier EM-Partien gelang ihm als Stammspieler kein Scorerpunkt. 

Jean-Kévin Augustin 

Ein weiterer Stürmer, der die Erwartungen in Basel quasi zu keinem Zeitpunkt erfüllen konnte, ist Jean-Kévin Augustin. Der Franzose wechselte im Sommer 2022 ablösefrei ans Rheinknie, nachdem er zuvor bei Nantes in der Ligue 1 unter Vertrag gestanden hatte. Seine arg ins Stocken geratene Karriere wollte der heute 27-Jährige bei Rot-Blau neu lancieren, doch stattdessen befindet sich der Offensivspieler in einer Sackgasse. 

In den Planungen der FCB-Verantwortlichen spielt Augustin trotz eines noch bis 2025 gültigen Vertrags keine Rolle mehr. Er wurde nicht einmal mehr für die Liga gemeldet und seine Rückennummer 10 ist er auch los, hat diese Rückkehrer Xherdan Shaqiri übernommen. Sein Jahresgehalt von 330'000 Franken würden die Basler Verantwortlichen gerne einsparen, weswegen sich Augustin einen neuen Verein suchen soll. 

Es ist für den Franzosen das nächste bittere Kapitel in einer Karriere, die eigentlich vielversprechend begonnen hatte. Schliesslich betrug sein Marktwert im Jahr 2018 noch satte 25 Mio. Euro, als er bei RB Leipzig unter Vertrag stand. Mittlerweile ist dieser auf nur noch 300'000 Euro zusammengebrochen. Seine Leistungen beim FCB waren auch einfach zu schwach, genügen doch acht Tore aus 51 Pflichtspielen nicht den Ansprüchen, die man an ihn hatte. 

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2024-08-27 16:00:36