Mit Jacob Moverare hat der EV Zug einen erfahrenen NHL-Verteidiger verpflichtet. Der Schwede gilt als Defensivspezialist mit aussergewöhnlichem Spielverständnis und soll der Zuger Abwehr mehr Stabilität verleihen.
Jacob Moverare wurde am 31. August 1998 im schwedischen Östersund geboren. Seine ersten Schritte auf dem Eis machte er bei Östersunds IK, ehe er die Nachwuchsabteilungen von Skellefteå AIK und später HV71 durchlief. Bereits mit 17 Jahren debütierte der grossgewachsene Verteidiger für HV71 in der höchsten schwedischen Liga (SHL) - ein früher Beweis für sein enormes Potenzial.
Dieses blieb auch in Nordamerika nicht unbemerkt. Beim NHL-Draft 2016 sicherten sich die Los Angeles Kings die Rechte am Schweden in der vierten Runde an Position 112. Um sich möglichst schnell an das nordamerikanische Spiel anzupassen, wechselte Moverare in die Ontario Hockey League zu den Mississauga Steelheads. Dort entwickelte er sich zu einem der defensiv stärksten Verteidiger der Liga und wurde von den Trainern mehrfach zu den besten Defensivverteidigern der OHL gewählt.
Bevor Moverare endgültig den Sprung nach Nordamerika wagte, kehrte er für zwei Jahre nach Schweden zurück. Die Los Angeles Kings verliehen ihn an Spitzenklub Frölunda HC - ein Entscheid, der sich für beide Seiten auszahlte.
Mit Frölunda gewann der Schwede 2019 die schwedische Meisterschaft sowie zweimal in Folge die Champions Hockey League. Parallel gehörte Moverare über Jahre hinweg zu den Leistungsträgern sämtlicher schwedischer Nachwuchs-Nationalteams. Mit den "Tre Kronor" gewann er Silber an der U-18-Weltmeisterschaft sowie an der U-20-WM, bei der er sogar als Assistenzcaptain auflief.
Ab 2020 begann seine eigentliche Nordamerika-Karriere. Beim AHL-Team Ontario Reign entwickelte er sich sofort zu einer festen Grösse und wurde vereinsintern als bester Verteidiger ausgezeichnet. Sein damaliger Trainer John Wroblewski bezeichnete ihn als die grösste positive Überraschung der Saison.
Sein NHL-Debüt feierte Moverare Anfang 2022 für die Los Angeles Kings. In den folgenden Jahren kam er immer dann zum Einsatz, wenn Verletzungen die Defensive der Kalifornier schwächten. Insgesamt absolvierte der Schwede 109 NHL-Partien für die Kings sowie weitere 163 Spiele in der AHL für Ontario Reign.
Wer Jacob Moverare beobachtet, erkennt schnell: Seine grösste Stärke liegt nicht in spektakulären Aktionen, sondern im Vorausdenken. Bereits vor dem NHL-Draft bescheinigte ihm Kings-Chefscout Mark Yannetti den wohl höchsten Hockey-IQ aller damals verfügbaren Verteidiger.
Moverare liest Spielsituationen oft Sekunden früher als seine Gegenspieler. Er erkennt Passwege, schliesst Räume geschickt und löst Drucksituationen mit einfachen, aber präzisen Pässen. Sein Stellungsspiel gehört zu seinen grössten Qualitäten.
Dass er beim Draft "erst" in der vierten Runde ausgewählt wurde, lag hauptsächlich an seiner damaligen Lauftechnik. Über Jahre arbeitete der Schwede intensiv an seinem Skating und konnte diese Schwäche deutlich verbessern.
Mit 1,91 Metern Körpergrösse und rund 95 Kilogramm bringt Moverare zudem ideale Voraussetzungen für das Defensivspiel mit. Trotz seiner physischen Präsenz agiert er äusserst diszipliniert und verursacht nur selten unnötige Strafminuten.
Abseits des Eises gilt Moverare als ruhiger und bodenständiger Teamplayer. Trainer und Mitspieler beschreiben ihn als loyalen Charakter, der das Wohl der Mannschaft stets über persönliche Interessen stellt. Auch privat begann in diesem Jahr ein neues Kapitel: Im März wurden Moverare und seine Partnerin Eltern ihres ersten gemeinsamen Sohnes Milan.
Mit Jacob Moverare erhält der EV Zug keinen spektakulären Offensivverteidiger, sondern einen Defensivspezialisten, der Spiele mit seinem Kopf entscheidet. Seine Übersicht, sein Stellungsspiel und seine Ruhe am Puck machen ihn zu einem idealen Partner für offensiv ausgerichtete Verteidiger.
Auf der grösseren europäischen Eisfläche dürften seine Qualitäten noch stärker zur Geltung kommen. Dank seines Antizipationsvermögens, seines sicheren ersten Passes und seiner Erfahrung aus über 100 NHL-Spielen bringt Moverare genau jene Stabilität mit, die der EV Zug in der Defensive gesucht hat. Als Schlüsselspieler im Penalty Killing und möglicher Leader in der Abwehr dürfte der Schwede schon in seiner ersten Saison eine zentrale Rolle übernehmen.
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