Nach einer turbulenten Saison und dem Trainerwechsel rettet sich der EV Zug in die Playoffs. Unter dem neuen Headcoach Benoit Groulx zeigen die zuletzt oft kritisierten Stars pünktlich zum Start der heissen Phase ihr wahres Gesicht. Die Botschaft an die Konkurrenz ist deutlich.
Lange Zeit glich die Spielzeit des EV Zug einem sportlichen Rätsel. Trotz eines Kaders, der vor grossen Namen nur so strotzt, blieb die Konstanz ein Fremdwort. Ob defensive Aussetzer von David Sklenicka oder die Torflaute von Fabrice Herzog, der 26 Spiele ohne Treffer blieb - die Zentralschweizer wirkten unter Ex-Coach Michael Liniger oft wie ein Schatten ihrer selbst. Die Konsequenz war eine beispiellose Negativserie im Januar und die schlussendliche Entlassung Linigers.
Mit dem 58-jährigen Franko-Kanadier Benoit Groulx kehrte jedoch das Leben in die Bossard Arena zurück. Groulx, bekannt für seine Mischung aus Lockerheit und harter Disziplin - inklusive Straftraining ohne Puck -, scheint die richtigen Knöpfe gedrückt zu haben. Mit einem Gesamtscore von 6:4 gegen die Rapperswil-Jona Lakers sicherte sich der EVZ das Playoff-Ticket und bewies dabei eine neue defensive Stabilität. "Wir wollten ein Fundament und Gewohnheiten aufbauen, auf die sich die Spieler verlassen können", so Groulx beim Blick nach dem Erfolg.
Besonders beeindruckt zeigte sich der Coach von der Reaktion seiner Schlüsselspieler. Während Jan Kovar und Dominik Kubalik in der Krise abtauchten, übernahmen sie nun in den entscheidenden Momenten die Verantwortung. Ein Sonderlob erhielt Tomas Tatar: "Tuna war phänomenal", schwärmte Groulx über den Slowaken. Auch Leonardo Genoni erwies sich einmal mehr als Rückhalt in der Crunch-Time.
Der Fokus richtet sich nun auf das Viertelfinal-Duell gegen Davos oder Fribourg. Dass die Zuger das spielerische Level erneut steigern müssen, ist Groulx bewusst, doch das Momentum liegt nun auf Seiten der Kolinstädter. Die Warnung des Trainers an die Konkurrenz fällt kurz und prägnant aus: "Das Team hat Blut geleckt."
Benoît Groulx Dominic Hodel Dominik Kubalik Eishockey EV Zug Jan Kovar Leonardo Genoni National League Tomas Tatar