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Drei magische Auftritte als Vorbild für die Cupsieger, die sich noch unsterblicher machen könnten

Vor dem Auswärtsspiel in Lissabon

Der FC St.Gallen ist kein Team, das auf der internationalen Bühne regelmässig grosse Spuren hinterlassen hat. Sollte es der Mannschaft von Enrico Maassen gelingen, nach dem sensationellen 2:1-Heimsieg in Lissabon den europäischen Topverein Benfica auszuschalten, ist das womöglich der grösste Sieg der Vereinshistorie. Auf drei grosse Erfolge können die Espen aber zurückblicken.

Die ganz grossen Namen sind äusserst selten in der Ostschweiz zu Gast. "Es macht Spass, als ein Verein wie der FC St.Gallen solche Gegner hier zu begrüssen", meinte Captain Lukas Görtler vor dem Hinspiel gegen die SL Benfica. Mit dem Team aus Lissabon steht eine Mannschaft mit Champions-League-Format den Espen gegenüber. In den vergangenen fünf Saisons lief Benfica immer in der Königsklasse auf, viermal erreichte das Team die K.-o.-Runde. Im Januar feierten die Portugiesen noch einen 4:2-Sieg gegen Real Madrid. Ehe sie in den K.-o.-Runden-Playoffs im Februar die bis zuletzt letzte Pflichtspielniederlage gegen die Königlichen aus Madrid bezogen.

Und dann war da der vergangene Donnerstag mit dem sensationellen 2:1-Sieg des FC St.Gallen. Ein Resultat, das gemessen an den Spielanteilen verdient war. Und gleichwohl ist es erst die halbe Miete. Zur grossen Sensation müssen die St.Galler am Donnerstag einen nächsten Coup landen.

Der magische Abend im Hardturm

Die Frage nach dem bislang grössten Sieg auf internationaler Bühne ist schnell beantwortet. Er stammt aus der Saison 2000/01. Marcel Koller hatte aus den Ostschweizern innerhalb weniger Monate eine Erfolgsmannschaft geformt. Unerwartet krallten sich die Espen 2000 den zweiten Meistertitel der Vereinsgeschichte, was Grün-Weiss wieder einmal internationale Einsätze ermöglichte. Gegen Galatasaray Istanbul zogen die St.Galler in der Qualifikation zur Champions League den Kürzeren.

In der ersten Hauptrunde des UEFA-Cups wartete in der Folge mit Chelsea ein übermächtiger Gegner. Es war zwar noch die Zeit vor dem Einstieg von Roman Abramowitsch und die Schere zwischen den europäischen Ligen war noch nicht so weit aufgegangen, dennoch waren die Londoner ein englischer Topclub. In der Vorsaison stand Chelsea noch im Champions-League-Viertelfinale. 1998 hatten die Blues zudem den Europapokal der Pokalsieger gewonnen.

An der Stamford Bridge unterlagen die Espen aufgrund eines Tores von Christian Panucci mit 0:1. Damit hatten die Ostschweizer schon mehr erreicht, als ihnen viele zugetraut hatten. 15'620 Zuschauerinnen und Zuschauer waren entsprechend im ausverkauften Hardturm im Rückspiel anwesend. Im Exil in Zürich hatten die St.Galler ihre Sternstunde. Von Charles Amoah lanciert, brachte Sascha Müller den Schweizer Meister in Führung. Etwas mehr als eine halbe Stunde war gespielt, als der Ghanaer Amoah nach einem Gegenstoss zum 2:0 einschoss und für völlige Ekstase sorgte. Diesen Vorsprung verteidigten die Espen und sicherten sich so die ganz grosse Sensation. In der zweiten Runde scheiterte der FCSG dann am Club Brügge, aber diese eine magische Nacht, in der das grosse Chelsea in die Knie gezwungen wurde, bleibt.

Das Wunder von Moskau

Jeff Saibene führte den FC St.Gallen nach dem direkten Wiederaufstieg in der Saison 2012/13 auf den dritten Tabellenrang. Damit durften die St.Galler in der Folgesaison in den Playoffs der Europa League ins internationale Geschäft einsteigen. Mit Spartak Moskau wartete eine namhaft besetzte Mannschaft. Zwischen dem Spiel gegen Spartak und dem Sieg gegen Chelsea hatten sich die St.Galler nur einmal fürs europäische Geschäft qualifiziert. Entsprechend frenetisch war das Publikum in der AFG Arena, auch nachdem Yura Movsisyan die Moskauer in Führung gebracht hatte. Den Espen gelang aber ein Traumstart in die zweite Halbzeit: Marco Mathys sorgte per Kopf für den Ausgleich und mit dem 1:1 für einen grossen Achtungserfolg.

In Moskau kam es dann anfänglich so, wie es zu erwarten war. Bereits in der Startminute brachte Aras Özbiliz die Moskauer in Führung. Was danach kam, war aber keineswegs zu erwarten. Es folgte das, was in der Ostschweiz seither als das "Wunder von Moskau" bezeichnet wird. Aus heiterem Himmel sorgte Goran Karanovic nach einer Viertelstunde für den Ausgleich. Und genau dieser Karanovic stand in der 32. Minute goldrichtig, um die Flanke von Matias Vitkieviez zum 2:1 einzuschiessen. Und noch vor der Pause liess Roberto Rodriguez die 350 mitgereisten Fans aus St.Gallen über das 3:1 jubeln.

Der Anschlusstreffer von Movsisyan in der 83. Minute sorgte dann nochmals für eine packende Schlussphase. Die Schützlinge von Jeff Saibene waren bemüht, möglichst viel Zeit von der Uhr zu nehmen. Dejan Janjatovic hatte aber andere Pläne. Er vernaschte an der Seitenlinie zwei Gegenspieler und zog zur Mitte, wo er den Ball gefühlvoll mit der Picke ins Tor lupfte. Das Wunder in Form eines 4:2-Sieges war perfekt.

Der Elfmeterkrimi in Trabzon

Bei der letzten grossen Geschichte auf europäischer Bühne waren diverse Akteure aus der heutigen Mannschaft mit dabei. In der ersten Saison unter "Enno" Maassen spielten sich die Espen in die Ligaphase der Conference League. Der Sieg gegen den FC Tobol Kostanay aus Kasachstan war keine Überraschung. Dramatisch wurde dann das Rückspiel gegen Slask Wroclaw, welches die Espen zwar verloren, mit einem Gesamtscore von 4:3 aber dennoch in die Playoffs vorstiessen.

Im Heimspiel trotzte der FC St.Gallen Trabzonspor ein torloses Remis ab, womit die Entscheidung bis zu den 90 beziehungsweise 120 Minuten in der Türkei aufgeschoben wurde. Isaac Schmidt, der am darauffolgenden Tag seinen Transfer zu Leeds United vollzog, brachte die St.Galler in Führung. Enis Destan stellte in der zweiten Halbzeit den Gleichstand wieder her. Weil es bei diesem 1:1 blieb, musste schlussendlich das Elfmeterschiessen entscheiden. Nach je vier Schützen setzte Stefan Savic seinen Elfmeter an die Latte. Als letzter Ostschweizer lief Stephan Ambrosius an. Der Innenverteidiger schoss die Espen mit einem No-Look-Penalty in die Ligaphase.

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2026-07-30 10:50:56

Event

30.07.2026 21:00
SL Benfica 5:0 FC St.Gallen 1879

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