Franz Reindl lag im ersten Wahlgang noch klar zurück und gewann die Präsidentschaft der IIHF am Ende mit nur drei Stimmen Vorsprung. Der frühere DEB-Präsident ist nach Günther Sabetzki erst der zweite Deutsche an der Spitze des Eishockey-Weltverbands.
Franz Reindl übernimmt das höchste Amt im internationalen Eishockey. Der frühere Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes setzte sich beim IIHF-Kongress auf Teneriffa in einer äusserst knappen Wahl gegen den Tschechen Petr Briza durch. Der 71-Jährige folgt auf Luc Tardif und ist erst der zweite Deutsche an der Spitze des Weltverbands.
Die Wahl entwickelte sich zu einem echten Krimi. Im ersten Durchgang lag Reindl mit 36 Stimmen noch deutlich hinter Briza, der auf 48 Stimmen kam. Aivaz Omorkanov aus Kirgisistan erhielt 33 Stimmen und schied damit aus. In der entscheidenden zweiten Runde drehte sich das Bild.
Reindl erhielt 60 der 117 abgegebenen Stimmen, Briza kam auf 57. Damit setzte sich der Deutsche hauchdünn durch und wurde zum 15. Präsidenten der International Ice Hockey Federation gewählt. Reindl hatte bereits 2021 für das Präsidentenamt kandidiert, war damals jedoch Luc Tardif unterlegen. Der Franzose trat nun nach einer Amtszeit nicht erneut an. Reindls Mandat läuft von Oktober 2026 bis Oktober 2030.
Der gebürtige Garmisch-Partenkirchener kann auf eine jahrzehntelange Karriere im Eishockey zurückblicken. Als Spieler gewann er drei deutsche Meistertitel und gehörte 1976 jener deutschen Nationalmannschaft an, die bei den Olympischen Spielen in Innsbruck überraschend Bronze holte. Nach seinem Karriereende wechselte Reindl ins Funktionärsgeschäft. Über viele Jahre arbeitete er für den Deutschen Eishockey-Bund, zunächst in verschiedenen operativen Funktionen und von 2014 bis 2022 als Präsident.
Während seiner Amtszeit feierte Deutschland unter anderem den Gewinn der Olympia-Silbermedaille 2018 in Pyeongchang. Auch auf internationaler Ebene ist Reindl längst kein Unbekannter. Seit 2016 gehört er dem Council der IIHF an und leitete verschiedene Kommissionen des Weltverbands. Zudem war er an der Organisation mehrerer Weltmeisterschaften in Deutschland beteiligt.
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