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Von einem furiosen Offensivtrio bis zu unauffälligen und doch grossartigen Teamstützen

Das Schweizer Team unter der Lupe

Nach fünf Spielen in der Gruppenphase an der Heim-WM ist die Schweiz makellos unterwegs. Wir haben die Leistungen der Einzelspieler etwas genauer unter die Lupe genommen und in vier Kategorien eingeteilt.

Die Mannschaft von Jan Cadieux vermag als Kollektiv bislang auf ganzer Linie zu überzeugen. Dennoch haben wir versucht, die absoluten Topspieler weiter herauszuheben und Verbesserungsmöglichkeiten auszumachen.

Top 3

Nico Hischier

Mit 26 Toren in den bisherigen fünf Gruppenspielen sorgt die Schweizer Offensive für richtig viel Begeisterung beim Heimpublikum. Entsprechend sind es auch drei Offensivspieler, die wir aktuell als die Top 3 des Schweizer Nationalteams definieren würden. Einer von ihnen ist Nico Hischier. Der Devils-Captain hat sich im Nationalteam in den vergangenen Jahren auf bereits höchstem Niveau nochmals gesteigert. Im Vorjahr verletzte sich Hischier an der WM im Gruppenspiel gegen Deutschland, dieses Mal erzielte er gegen ebendiesen Gegner sein erstes Tor. Mit vier Toren und drei Assists ist er einer der grossen offensiven Leistungsträger.

Sven Andrighetto

Zwei Teamkollegen stehen in der Scorerliste noch vor Hischier. Mit drei Toren und fünf Assists ist Sven Andrighetto gar als Turnier-Topscorer in den Freitag gestartet. Den Platz an der Sonne hat ihm nun Lucas Raymond streitig gemacht. Der Offensivspieler der ZSC Lions kann im Nationalteam nahtlos daran anschliessen, was er in der abgelaufenen Saison auf Vereinsebene gezeigt hat. Andrighetto steht in der derzeitigen Verfassung den NHL-Spielern in nichts nach. Gleich zum Turnierauftakt führte Andrighetto mit seinem Assist beim 1:0 und seinem Gamewinner zum 2:0 die Schweiz zum Sieg gegen die USA. Es war definitiv ein Schlüsselauftritt für die bislang makellose Gruppenphase.

Timo Meier

Die Trainer der Konkurrenz werden sich sicherlich intensiv damit beschäftigen, wie man diese Schweizer Nationalmannschaft gestoppt bekommt. Ein wichtiger Faktor wäre, Timo Meier auszubremsen. Der Ostschweizer Flügelstürmer hatte in dieser Saison bei den New Jersey Devils nicht immer das aufs Eis gebracht, was er sich wohl gewünscht hätte. An der Weltmeisterschaft spielt er aber alle seine Qualitäten aus. Meier ist der absolute Aktivposten im Schweizer Spiel, 25 Abschlüsse hat er bereits aufs gegnerische Tor gebracht. Damit ist Meier eine Dauerbeschäftigung für die gegnerischen Defensiven und schafft so viele Räume für seine Mitspieler. Zwei Tore und sechs Assists krönen seine Leistung.

Überraschungen

Dominik Egli

An den Olympischen Spielen im Februar fehlte Dominik Egli im Kader der Schweiz. Weshalb? Diese Frage drängt sich erst recht auf, wenn man die Auftritte des 27-Jährigen am laufenden Turnier sieht. An der Seite von Roman Josi hinterlässt Egli einen bestechenden Eindruck. Er hält Josi den Rücken frei und die Gefahr vom Schweizer Tor fern. Damit gehört der Verteidiger, der auf die nächste Saison hin zum HC Davos zurückkehren wird, zu den bislang positiven Überraschungen im Schweizer Nationalteam.

Damien Riat

Die Schweizer Auswahl hat bislang auch in ihrer Breite zu überzeugen gewusst. Dazu gehört beispielsweise auch die Angriffsformation mit Simon Knak, Ken Jäger und Damien Riat. Letzterer sticht ganz besonders heraus, weil der 29-Jährige seine Qualitäten im Powerplay mit einer beeindruckenden Effizienz unter Beweis stellt. Drei seiner vier Tore erzielte Riat im Überzahlspiel. Dadurch ist er gemeinsam mit Nico Hischier bislang der beste Torschütze der Schweiz, damit konnte vor dem Turnier nicht gerechnet werden. Mit seinen Linienkollegen sorgt Riat dafür, dass der Konkurrenz keine Zeit zum Durchatmen bleibt.

Théo Rochette

Unter Patrick Fischer reichte es Theo Rochette, der sich nach seiner Rückkehr aus Nordamerika in Lausanne rasch zum Shootingstar der National League entwickelt hatte, jeweils nicht an die Grossanlässe. So ist Rochette einer von zwei WM-Debütanten im Schweizer Team. Und der 24-Jährige zeigt, dass er auch auf diesem internationalen Level seine Klasse ausspielen kann. Zwei seiner acht Abschlüsse aufs gegnerische Tor landeten in den Maschen. Insgesamt steht Rochette bereits bei vier Scorerpunkten und vermag so positiv aufzufallen.

Grossartig, ohne zu glänzen

Leonardo Genoni

Neben den wahrlich beeindruckenden 26 erzielten Toren überzeugt die Schweiz auch in der Defensive. Selbst mit 38 Jahren ist Leonardo Genoni noch ein überaus verlässlicher Rückhalt. Nur zwei Gegentore musste er während seiner drei Einsätze zulassen. Mit einer Fangquote von 96.49 Prozent mischt die Schweizer Nummer eins ganz weit vorn mit in der Rangliste der besten Torhüter an dieser WM. Mit seinem 13. Shutout an einer Weltmeisterschaft stellte er gegen Österreich zudem einen neuen Rekord auf. Dennoch hatte er im Spiel noch nicht so viele Momente, um zu glänzen. Diese werden sicherlich in der K.-o.-Runde noch folgen.

Roman Josi

Dass die Schweizer Torhüter bislang nicht mit zahlreichen Glanzparaden auffallen konnten, ist auch der standhaften Schweizer Defensive zu verdanken. Allen voran natürlich dem Captain Roman Josi. Es dürfte keinen überraschen, dass er mit 21:18 Minuten auf dem Eis jener Schweizer Feldspieler mit der deutlich höchsten Einsatzzeit ist. Mit drei Torbeteiligungen gegen Deutschland tat er auch etwas für das private Punktekonto. Ein Spieler vom Format des 35-Jährigen zieht immer die Aufmerksamkeit auf sich. Gleichwohl spielten sich bislang andere deutlich stärker ins Rampenlicht. Die von Josi verrichtete Arbeit auf dem Eis ist dennoch von unschätzbarem Wert.

Denis Malgin

Mit einem Shorthander brach Denis Malgin gegen Deutschland den Bann und erzielte das 1:0. Es ist bislang der einzige Treffer des ZSC-Stürmers. Vielmehr zeichnet er sich mit einer seiner ganz grossen Stärken aus: Malgin hat das Auge für seine Mitspieler. Sechs Assists gehen bereits auf sein Konto, damit führt er diese Wertung gemeinsam mit Landsmann Timo Meier und Superstar Sidney Crosby an. Die Leute um sich herum auf dem Eis stärker zu machen, ist eine ausgesprochen wertvolle Fähigkeit, welche der 29-Jährige ins Team bringt. Deshalb komplettiert Malgin die Kategorie "grossartig, ohne zu glänzen".

Steigerungspotenzial

Calvin Thürkauf

Es ist gar nicht so einfach, nach diesen fünf Gruppenspielen noch Punkte auszumachen, in denen die Schweiz noch Luft nach oben besitzt. Im Spiel gegen Österreich war Calvin Thürkauf einer der Schweizer Torschützen. Mit dem Treffer zum 6:0, als er David Kickert über den Schultern erwischte, beendete er den Arbeitstag von Kickert im österreichischen Tor. Nach fünf Einsätzen ist das bislang der einzige Treffer des Stürmers des HC Lugano. Natürlich fordert seine Angriffsformation gemeinsam mit Nino Niederreiter und Christoph Bertschy ihre Gegner zusätzlich mit ihrer Intensität. Gemessen an seinen technischen Skills im Abschluss könnte von Thürkauf aber noch mehr Torgefahr ausgehen.

Pius Suter

Einer davon, der in der entscheidenden Phase des Turniers mehr bewirken könnte, ist Pius Suter. Im Falle des Stürmers der St. Louis Blues geht es aber nicht darum, Kritik an seinen bisherigen Auftritten anzubringen. Suter steht in dieser Kategorie, weil er in den letzten beiden Partien angeschlagen ausgefallen ist. Wie wichtig er für die Nati ist, hat er mit einem Tor und einem Assist im Startspiel gegen die USA bewiesen. Bekommt die Schweiz Suter zurück, worauf seine Anwesenheit im Eistraining am Freitag hindeutet, würde das Team nochmals ein ziemliches Stück stärker werden.

Tim Berni

Zum Abschluss des Artikels folgt noch ein Verteidiger, der noch etwas zulegen könnte. In den ersten beiden Gruppenspielen kam Tim Berni, der gemeinsam mit Janis Moser ein Abwehrduo bildet, auf über 17 Minuten Eiszeit. Das reduzierte sich in den drei darauffolgenden Partien. Berni erledigt seine primär defensiven Aufgaben meist gut, vereinzelt könnte er aber noch entschlossener verteidigen. Ein Beispiel dafür wäre der späte Gegentreffer beim Sieg gegen Deutschland, als es ihm nicht gelang, im Eins-gegen-eins einen Querpass zu verhindern. Es sind wenige Szenen, mit denen er eine grundsolide Leistung noch etwas aufpolieren könnte. 

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2026-05-23 01:58:19