Am Freitag fiel der Startschuss zur Eishockey-Weltmeisterschaft 2025 in Schweden und Dänemark. Neben zahlreichen Spielern aus der Schweizer Nationalmannschaft sind auch etliche internationale Akteure mit dabei, die während der Saison in der National League oder Swiss League aktiv waren. Ein Blick auf die Kader der WM-Teilnehmer zeigt: Die Schweizer Klubs sind international stark vertreten – wir geben einen Überblick, welche Teams die meisten WM-Fahrer stellen.
Insgesamt sind derzeit 45 Spieler für die WM registriert, die zuletzt in der National League oder in der Swiss League tätig waren. Dadurch fallen Spieler wie Michael Spacek, der zu Beginn der Saison noch bei den Genfern spielte, weg. Bei Spielern wie Dominik Kahun, der während der Saison innerhalb der Liga wechselte, wurde der Punkt dem letzten Team gegeben.
Von den 45 registrierten Spielern spielen 27 für eine andere Nation als die Schweiz, die Spieler verteilen sich dabei auf 10 verschiedene Länder. Finnland stellt dabei mit sechs Söldnern die meisten NL-Spieler. Die Spieler, welche nicht für die Schweizer Nati auflaufen, sondern für einen Konkurrenten, wurden fett markiert.
Fünf weitere Spieler befinden sich noch in den WM-Kader, wurden bis anhin von ihren Headcoaches aber noch nicht für die WM offiziell registriert. Diese Spieler haben wir kursiv markiert, da die Wahrscheinlichkeit besteht, dass man sie trotzdem noch an der WM im Einsatz sieht.
Der EHC Biel-Bienne hatte mit Stürmer Mark Sever einen slowenischen Nati-Spieler gestellt, der Teile der WM-Vorbereitung spielte, jedoch schon Ende April der Kaderreduktion zum Opfer fiel. Somit sind die Seeländer das einzige National-League-Team, welches über keinen einzigen WM-Fahrer verfügt.
Die Leventiner verfügen mit Dominic Zwerger über einen einzigen Nationalspieler, der zur WM reisen wird. Der Österreicher läuft seit Jahren für sein Heimatland auf und stand bereits in über 100 Spielen auf dem Eis. In der abgelaufenen Saison erreichte der 28-Jährige 14 Scorerpunkte für die Tessiner.
Tim Berni spielt seit seiner Rückkehr aus Nordamerika vor zwei Jahren für den GSHC. In der National League gehört er im Alter von 25 Jahren zu den festen Grössen und reifte zum A-Kader-Nationalspieler. Zuvor durchlief der Verteidiger sämtliche Juniorenstufen seit der U16 für die Schweiz. Im ersten Gruppenspiel der Schweiz gegen Tschechien feierte Tim Berni sein WM-Debüt.

Auch das Überraschungsteam der Saison darf sich über einen Nationalspieler in ihren Reihen freuen. Mit Bernd Wolf wird ein Verteidiger Österreichs die Flughafenstädter an der WM repräsentieren. Bei der 1:2-Auftaktniederlage gegen Finnland konnte sich Wolf gleich im ersten Spiel als einziger Torschütze seines Teams in die Scorerliste eintragen.
Adam Húska wurde notfallmässig aufgrund der verletzungsbedingten Goalie-Problematik vom HC Lugano während der Saison verpflichtet. Mittlerweile wurde sein Arbeitspapier im Tessin zwar nicht mehr verlängert, doch mit der Slowakei darf der 27-Jährige sein Können an der WM unter Beweis stellen und sich womöglich für einen neuen Arbeitgeber empfehlen. Für das erste WM-Spiel wurde Huska jedoch noch nicht berücksichtigt.
Der erste Spieler aus der Swiss League findet man mit dem Verteidiger des EHC Winterthur, Tamás Ortenszky, im Kader von Ungarn. Der 23-Jährige spielt seit der Saison 2017/18 in der Schweiz und hat schon über 100 Spiele in der zweithöchsten Schweizer Liga auf dem Buckel. Ortenszky spielte bereits im vergangenen Jahr an der Division 1 WM, nun kommt er auch auf der höchsten WM-Stufe zum Einsatz für sein Heimatland.
Das zweite Team aus der Swiss League, welches Nationalspieler stellt, darf mit zwei WM-Fahrern sogar mehr Nati-Spieler vorweisen als fünf Teams aus der National League. Für Österreich wird Oliver Achermann bei der diesjährigen WM auflaufen, während Toms Andersons für Lettland auf Punktejagd gehen wird. Andersons war mit 56 Scorerpunkten in der abgelaufenen Regular Season der viertbeste Scorer der zweithöchsten Spielklasse der Schweiz.
Gleich zwei französische Nationalspieler findet man im Team aus Porrentruy. Im Alter von 40 Jahren will es der im eigenen Land als Superstar gefeierte Pierre-Édouard Bellemare nochmals wissen und bringt seine langjährige NHL-Erfahrung erneut für sein Heimatland ein. Seine erste WM spielte der Center im Jahr 2004. Des Weiteren wird auch zum vierten Mal in Folge Kevin Bozon für Frankreich an der WM auf dem Eis stehen.

Zum ersten Mal seit 1987 sucht man einen SCB-Spieler im Nati-Kader von Patrick Fischer vergeblich. Dafür werden zwei Stürmer für die Konkurrenz auflaufen. Center Benjamin Baumgartner gehört seit Jahren zum Stammkader der Österreicher und läuft seit der U18 für seine Farben auf. Etwas anders sieht es beim finnischen Topshot Waltteri Merelä aus. An einer Weltmeisterschaft kam der 26-jährige Stürmer erst ein einziges Mal zum Einsatz. Nun bekommt der 51-Punkte-Mann der abgelaufenen Saison erneut die Ehre, für den viermaligen Weltmeister auflaufen zu dürfen.
Im mit NHL-Stars gespickten Kader von Schweden wurde Marcus Sörensen trotz der gesamten Vorbereitung nicht für die WM nominiert. Somit stehen mit Christoph Bertschy und Sandro Schmid lediglich zwei Nati-Spieler der Drachen im Einsatz. Während Bertschy zu den alten Eisen gehört und im vergangenen Jahr zum Silberhelden-Team gehörte, feierte Sandro Schmid dank starken Leistungen in der Liga sein WM-Debüt gegen Tschechien. Bei der 4:5-Auftaktniederlage nach Verlängerung traf Schmid zum zwischenzeitlichen 3:3 und wurde am Ende gar zum besten Schweizer Spieler des Spiels gewählt.
Auch Tyler Moy konnte im Team von Patrick Fischer gegen Tschechien seine Premiere an einer WM feiern. Es war der erste Auftritt an einer WM und dies, obwohl der Stürmer in der Vergangenheit des Öfteren schon für die Nati auflief und WM-Vorbereitungen bestritten hatte. In der Gruppenphase trifft Moy dabei auf seinen Teamkollegen Nicklas Jensen, der an der Heim-WM für Furore sorgen will.
Die Zuger waren in der Vergangenheit oftmals stark vertreten in der Schweizer Nationalmannschaft. In diesem Jahr werden jedoch nur der siebenfache Schweizermeister Leonardo Genoni und Stürmer Grégory Hofmann für die Eisgenossen auflaufen. Sven Senteler, Dario Simion und der verletzte Fabrice Herzog wurden nicht mehr berücksichtigt.
Ein interessantes Szenario zeichnet sich bei den Zuger Importspieler ab. Überraschenderweise hatte Verteidiger Gabriel Carlsson den Sprung in den schwedischen Nati-Kader geschafft, wurde bis anhin jedoch noch nicht offiziell registriert. Weltmeister Daniel Vozenilek wird für den Titelverteidiger aus Tschechien auflaufen. Im Startspiel gegen die Schweiz stand der grossgewachsene Stürmer rund 13 Minuten auf dem Eis, gegen Dänemark erzielte er durch einen Empty-Netter sein erstes Turniertor.
Die herausragenden Leistungen von Stéphane Charlin und Dario Rohrbach beim Viertelfinalisten aus dem Emmental werden von Patrick Fischer mit einem erstmaligen WM-Aufgebot honoriert. Stürmer Rohrbach muss sich jedoch noch gedulden, denn nachdem Nati-Trainer Patrick Fischer 22 von 25 WM-Plätzen offiziell vergeben hat, gehört der Tigers-Stürmer noch zu einem von vier Spieler, die noch nicht registriert wurden. Sollte tatsächlich Kevin Fiala aus Los Angeles eintreffen, so müsste Rohrbach wohl weichen.
Des Weiteren findet man in der finnischen Auswahl die beiden langjährigen Topshots Harri Pesonen (zweifacher Weltmeister) und Vili Saarijärvi. Michal Krištofs Abgang von den Tigers wurde zwar bereits kommuniziert, für ihn geht die Saison aber mit einem WM-Einsatz für die Slowakei zu Ende.
Der HC Davos schickt sechs Spieler an die WM in Stockholm und Herning. Die Zahl dürfte gar noch auf acht ansteigen, sollten denn Goalie Sandro Aeschlimann und Verteidiger Sven Jung noch offiziell von Patrick Fischer registriert werden. Gegen Tschechien fehlten die beiden HCD-Spieler wie erwartet. Rekordmann Ambühl leitete indessen seine 20. WM-Teilnahme ein und baute seinen weltweiten Allzeit-Rekord weiter aus.
Aufgrund seines NHL-Abenteuers stand Filip Zadina zuletzt 2021 für sein Land auf dem Eis und gehörte nicht wie Matej Stransky zum tschechischen Weltmeister-Kader des vergangenen Jahres. Nun wollen sie den grossen Triumph gemeinsam in Angriff nehmen.
Vier von sieben Spielern des Vizemeisters aus Lausanne werden an der WM für die Schweizer Konkurrenz auflaufen. In der Gruppenphase treffen Riat, Jäger und Glauser jedoch nur auf Dominik Kahun und seine deutschen Mannschaftskollegen.
Ursprünglich wäre zusätzlich Brendan Perlini für einen Einsatz für Kanada vorgesehen gewesen, doch im letzten Moment musste der LHC-Importspieler den zahlreichen NHL-Verstärkungsspielern weichen.

Über die meisten WM-Fahrer verfügt jedoch der frisch gebackene Schweizermeister aus Zürich: Mit zehn Spielern reist fast die Hälfte des Kaders nach Stockholm oder Herning. Sven Andrighetto, Christian Marti und Dean Kukan konnten bereits in der Vergangenheit die Silbermedaille gewinnen. Denis Malgin verpasste diesen Triumph im vergangenen Jahr aufgrund einer Verletzung, die er sich im letzten Final-Spiel zugezogen hatte. Nicolas Baechler wird derweilen sein Debüt an einer WM feiern.
Für Finnland werden Juho Lammiko und Mikko Lehtonen auflaufen, während im hoch ambitionierten Team aus Schweden der ZSC-Meisterschütze Jesper Frödén zu finden ist. Rudolfs Balcers fährt zum fünften Mal für Lettland an die WM, während der 20-jährige Stürmer Vinzenz Rohrer zu seiner zweiten WM-Teilnahme kommt.

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