Eine spannende Wahl steht an: Am 2. Oktober entscheidet der internationale Eishockey-Verband IIHF, wer künftig im mächtigen 15-köpfigen Council sitzt - der zentralen Steuerungsinstanz des Welt-Eishockeys. Mitten im Rennen: Peter Zahner, CEO der ZSC Lions und eine der prägendsten Persönlichkeiten des Schweizer Eishockeys. Wie Blick berichtet, kämpft der Aargauer um den Platz von Raeto Raffainer, der nach fünf Jahren aus dem Gremium ausscheidet, da er keine Position mehr im Schweizer Eishockey bekleidet.
Die Konkurrenz ist hart: 31 Kandidaten, darunter 16 amtierende und zwei ehemalige Verbandspräsidenten, treten gegeneinander an. Nur 15 Sitze sind zu vergeben. Doch Zahner bringt 30 Jahre Erfahrung im internationalen Hockey-Business mit und hat sich längst einen Namen gemacht. "Wenn du dich nominieren lässt, musst du auch Wahlkampf betreiben", erklärt Zahner gegenüber Blick. Und Wahlkampf hat er betrieben - mit unermüdlichem Einsatz und strategischem Geschick.
Dass Zahners Wahl kein Selbstläufer ist, liegt auch am besonderen Wahlmodus der IIHF. Die 61 stimmberechtigten Mitgliedsverbände haben unabhängig von ihrer Grösse jeweils eine Stimme. Das bedeutet: Kanada mit seinen 615'000 lizenzierten Spielern hat genauso viel Stimmgewicht wie etwa der Iran mit 745 oder Mexiko mit 591. Umso wichtiger war für Zahner das Lobbying. Bereits bei der Heim-WM im Mai in Zürich, wo er als Gastgeber auftrat, nutzte er die Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. In den vergangenen Wochen intensivierte er die Gespräche - oft per Videokonferenz zu unchristlichen Uhrzeiten, um die verschiedenen Zeitzonen abzudecken. "Es war eine sehr intensive Zeit", gibt er zu. "Der Schlaf kam zu kurz, die Calls fanden oft frühmorgens oder spätabends statt."
Doch Zahner hat klare Prinzipien: "In den Gesprächen ging es darum, sich kennenzulernen und zu hören, was die Bedürfnisse sind. Ich konnte keine Versprechungen machen, weil ich als Teil des Gremiums nichts bestimmen kann, wenn ich gewählt werden sollte. Und Anbiedern ist schlecht." Seine Erfahrung im erfolgreichen Lobbying - etwa beim Bau der Swiss Life Arena in Zürich - könnte ihm jedoch im Wahlkampf zugutekommen.
Für die Schweiz steht bei dieser Wahl viel auf dem Spiel. Ein Platz im IIHF-Council ist nicht nur ein Prestigegewinn, sondern sichert auch Einfluss auf die Entwicklung des Welt-Eishockeys. Ob Zahner es schafft, die Schweizer Flagge weiterhin im Gremium zu vertreten, wird sich bald zeigen. Eines ist sicher: Der Lions-Boss hat bis zuletzt alles gegeben, um die besten Chancen herauszuholen.
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