17 Schwinger dürfen sich seit Sonntag neu Eidgenosse nennen. Sechs Innerschweizer, zwei Nordostschweizer, fünf Berner und vier Nordwestschweizer haben sich den dritten Stern geholt. Wir stellen sie euch in zwei Artikeln vor.
Mit viel Rückenwind ist Lukas Bissig ans Eidgenössische in Mollis gereist. Der Urner hatte an allen drei Bergkranzfesten einen Kranz in diesem Jahr gewonnen. Von ihm wurde daher erwartet, dass er die klein gewordene Fraktion der Innerschweizer Eidgenossen ergänzen würde. Dieser Erwartungshaltung wurde Bissig gerecht.
Gleich beim Anschwingen musste Lukas Bissig einem Eidgenossen gegenübertreten. Die Aufgabe Matthieu Burger erledigte der 22-Jährige souverän. Bis am Ende kamen für den Innerschweizer fünf Siege zusammen. Lediglich gegen die Eidgenossen Werner Schlegel und Adrian Odermatt hatte Bissig das Nachsehen. Wirklich in Gefahr kam der Kranz für Bissig nie, dennoch brauchte er im letzten Gang noch 8,75 Punkte. Mit einer 10 gegen Shane Dändliker erledigte er diesen Job souverän.
Im Gegensatz zu Lukas Bissig durfte bei Sven Lang der Kranzgewinn nicht zwingend erwartet werden. Bei allen Bergkranzfesten ging Lang leer aus. Doch in Mollis überzeugte der 27-jährige Landschaftsgärtner. Unter anderem konnte er den Eidgenossen Martin Herrsche niederringen.
Für Bissig war das ESAF in Mollis der vierte eidgenössische Anlass der Karriere, nach dem Kilchberger Schwinget 2021, dem ESAF 2022 in Pratteln und dem Unspunnen-Schwinget 2023. Sowohl bei seinem ersten Eidgenössischen als auch beim Unspunnen klassierte sich Lang im geteilten 13. Rang. Jetzt hat er als Sechster zum ersten Mal zuschlagen können.
Mit dem Sieg beim Ob- und Nidwaldner Kantonalschwingfest hat Lustenberger seine Ambition angekündigt. Der 22-Jährige wurde deshalb von den Einteilungsrichtern im ersten Gang auch nicht mit Samthandschuhen angefasst. Zum Auftakt griff er mit dem Eidgenossen Konrad Steffen zusammen. Die Aufgabe erledigte er mit einer 9.75 souverän.
Da er am Nachmittag noch mit Curdin Orlik zusammengriff, verschonte ihn die Einteilung ansonsten. Die beiden Normalkranzer besiegte er mit je einer 9,75. Insgesamt kam auch Lustenberger auf fünf Siege. Bei ihm ist aber bemerkenswert, dass er keine einzige Zehn auf dem Notenblatt stehen hat. Dafür ist seine aktive Schwingweise bei seinen gestellten Gängen belohnt worden. Zweimal wurde das mit einer Neun bewertet, was die mangelnden Plattwürfe wiederum kompensiert hat.
Der Bruder des nach dem Eidgenössischen zurückgetretenen Pirmin Reichmuth hat in Mollis seinen ersten eidgenössischen Kranz geholt. Marco Reichmuth hat das ESAF sogar im gleichen Rang wie sein Bruder beendet.
Der Innerschweizer hat sich vor allem mit einem herausragenden Sonntag das Eichenlaub sichern können. Drei Siege und ein Gestellter hat Reichmuth am zweiten Wettkampftag herausgeholt. Bereits in den letzten Wochen deutete sich an, dass der 27-Jährige in die Ehrenplätze am ESAF kommen könnte. Auf der Schwägalp und dem Stoos ging Reichmuth schon mit einem Kranz nach Hause, zudem siegte er am Zuger Kantonalschwingfest. Den Status als Eidgenossen hat sich Marco Reichmuth nach dieser Saison redlich verdient.
Vom Kantonal- und Gauverbandskranzer zum Eidgenossen - Dominik Zangger hat am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest im Glarnerland einen Karriereschritt übersprungen. Nach wenig überzeugenden Leistungen bei den vier vorangegangenen Schwingfesten hat sich das wahrlich nicht angedeutet.
Vor allem am Sonntag ist Zangger über sich hinausgewachsen. Mit Florian Riget, Hugo Schläfli und am Ende mit dem Eidgenossen Romain Collaud hat der 27-Jährige gleich drei besser eingestufte Schwinger in Serie bezwungen. Dank dieses Schlussspurts hat es Zangger in die Kranzränge gereicht.
Schon vor dem letzten Gang hat sich Silvan Appert die notwendige Punktzahl gesichert, um mit einem Kranz nach Hause reisen zu dürfen. Dennoch stellte der Innerschweizer noch gegen Curdin Orlik und sorgte damit für ein Ausrufezeichen.
Mit 22 Jahren ist Appert noch ein junger Schwinger. Der Maurer hat in seiner Karriere auch erst ein Teilverbandskranz erringen können - knapp zwei Monate vor dem Eidgenössischen beim Innerschweizer Schwingfest. Nun hat das Innerschweizer Talent am ESAF nachgelegt. Im nächsten Jahr wird es für ihn darum gehen, seinem Status gerecht zu werden und sein Kranzkonto aufzustocken.
Mit nur zwei neuen Eidgenossen sind die Nordostschweizer vom ESAF abgereist. Mit dem gewonnenen Königstitel von Armon Orlik darf der NOSV das Heimfest natürlich trotzdem als grossen Erfolg verbuchen.
Einer der zwei neuen Eidgenossen ist Jeremy Vollenweider. Die zwei Eidgenossen, die dem 27-Jährigen gegenüber gestanden sind, konnte er zwar nicht bodigen, aber dank einer konsequenten Punkteausbeute gegen gleich stark oder schwächer eingeschätzte Schwinger reichte es am Ende für Vollenweider zum Kranzgewinn. Entscheidend war der letzte Gang gegen Stefan Ettlin. Beiden Schwingern hätte eine Zehn am Ende fürs Eichenlaub gereicht - der Nordostschweizer hat sie geholt.
Auch der zweite neue Eidgenosse der Ostschweizer Fraktion ist kein Jungspund. Der Bündner Christian Biäsch hat sich im Alter von 31 Jahren den begehrten Kranz am ESAF gesichert. Insgesamt war es bereits das vierte Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das Biäsch bestritten hat.
In diesem Jahr ist er immer besser in Form gekommen. Auf der Schwägalp sicherte er sich einen ersten Bergkranz und beim Bündner-Glarner stand Biäsch im Schlussgang. Diese Leistungssteigerung hat im Glarnerland dann seine Fortsetzung gefunden. So bezwang er mit Patrick Gobeli einen Eidgenossen und stellte gegen Florian Gnägi. Biäsch landete am Ende mit nur vier Siegen und drei Gestellten in den Kranzrängen, da er gleich drei Gegner mit der Maximalnote bezwingen konnte.
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