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Der beste neue Eidgenosse kommt wenig überraschend vom Berner Teilverband

Die neuen Eidgenossen aus Bern und der Nordwestschweiz

17 Schwinger dürfen sich seit Sonntag neu Eidgenosse nennen. Fünf Berner, vier Nordwestschweizer, sechs Innerschweizer und zwei Nordwestschweizer haben sich den dritten Stern geholt. Wir stellen sie euch in zwei Artikeln vor.

Michael Moser (BKSV)

Hätte Michael Moser keinen Kranz geholt, wäre es eine grosse Überraschung gewesen. Der Berner hat eine bockstarke Saison hinter sich und unter anderem das Berner Kantonalschwingfest und das Nordostschweizer Schwingfest gewonnen. Aufgrund dieser Saison musste Moser zum Auftakt gleich mit dem König Joel Wicki zusammengreifen, was im Vorfeld zu einigen Diskussionen geführt hatte.

Nach der Auftaktniederlage gegen Wicki meldete sich Moser eindrücklich zurück. Im vierten Gang brachte der Berner auch Samuel Giger an den Rand einer Niederlage. Auch gegen den neuen Schwingerkönig bestand Moser im siebten Gang und stellte nach einem äusserst attraktiven Kampf. Da er im letzten Kampf noch den Eidgenossen Lars Voggensperger bodigte, beendete Moser das Eidgenössische auf dem herausragenden dritten Rang hinter Armon Orlik und Fabian Staudenmann. Er ist damit der beste Neukranzer des diesjährigen ESAF.

Etienne Burger (BKSV)

Fünf Siege und ein Gestellter bei zwei Niederlagen reichten für Etienne Burger zum Kranzgewinn im Glarnerland. Dabei besiegte der Berner zwar keinen Eidgenossen, stellte aber gegen die unangenehmen Ostschweizer Eidgenossen Domenic Schneider und Fabian Kindlimann. Gegen Pirmin Reichmuth im siebten Gang war Burger beim letzten Karrieresieg des Innerschweizers als Verlierender im Ring anwesend. 

Für den Bieler war das Eidgenössische die Krönung einer stabilen Saison. Auf dem Brünig sicherte er sich einen Monat zuvor seinen dritten Bergkranz. Mit seinem jungen Alter von erst 21 Jahren ist er wie Moser ein Zukunftsversprechen für die Berner. 

Fritz Ramseier (BKSV)

Im Alter von 31 Jahren hat Fritz Ramseier den ersten eidgenössischen Kranz in seiner Karriere gesichert. Die Art und Weise, wie der eher kleingewachsene Schwinger, sein Eichenlaub gesichert hat, verdient allergrössten Respekt. Den gesamten Samstag hinweg fand man Ramseier in den ersten Rängen wieder. Neben Werner Schlegel hat der Berner als einziger alle vier Gänge am ersten Tag gewonnen. Dabei hat Ramseier mit Sven Schurtenberger, Damian Ott und Joel Strebel gleich drei Eidgenossen gelegt. 

9,75 Punkte liess sich Ramseier für den Kampf gegen Sven Schurtenberger im zweiten Gang notieren.

Am zweiten Festtag musste er dann etwas Federn lassen. Aufgrund seiner Klassierung musste er am Morgen mit Domenic Schneider und Werner Schlegel zusammengreifen. Nach zwei Niederlagen und einem Gestellten musste Ramseier trotz seines hervorragenden Samstags bis zum letzten Gang um seinen Kranz bangen. Dank einer Zehn gegen Roman Wittenwiler konnte sich Ramseier doch noch für sein exzellentes Fest belohnen. 

Adrian Klossner (BKSV)

Punktgleich wie Fritz Ramseier war am Ende Adrian Klossner klassiert. Beim 32-jährigen Landwirt hat sich der eidgenössische Kranz in den letzten Monaten wahrlich nicht abgezeichnet. Weder bei den Bergkranzfesten (Stoos, Schwarzsee und Weissenstein) noch beim Berner Kantonalschwingfest oder dem Innerschweizer Schwingfest konnte sich Klossner einen Kranz sichern. 

Am ESAF hat der Schlussgangteilnahmer vom Bern-Jurassischen Schwingfest aber einen hervorragenden Sonntag erwischt. Nach fünf Gängen stand Klossner noch mit erst zwei Siegen da. Mit 29,75 Punkten in den letzten drei Kämpfen setzte er zu einem bemerkenswerten Schlussspurt an, der ihn entscheidend nach vorne manövrierte.

Lukas Tschumi (BKSV)

Als einer von nur drei Kantonal- beziehungsweise Gauverbandskranzer hat Lukas Tschumi einen eidgenössischen Kranz gewonnen. Mit 74,50 Punkten hat er exakt die geforderte Limite erreicht. Der 21-jährige Landwirt hat in Mollis bereits sein zweites Eidgenössisches Schwing- und Älplerfest absolviert. Nach sechs Gängen war für Tschumi damals aber Schluss. Heuer ist es dem Berner wesentlich besser gelaufen.

Vier Siege stehen in der Bilanz von Tschumi. Mit Martin Herrsche hat er im siebten Gang auch einen Eidgenossen gezehnert. Das Husarenstück zum Kranzgewinn gelang ihm aber im letzten Gang. Gegen den Schwingerkönig von Pratteln stellte Tschumi und sicherte sich so seine entscheidenden 8,75 Punkte. Der Berner profitierte etwas davon, dass Joel Wicki nicht mehr das letzte Risiko suchte, da die absoluten Spitzenplätze für den Innerschweizer bereits ausser Reichweite gelegen waren.

Sinisha Lüscher (NWSV)

Wie auch bei Michael Moser war bei Sinisha Lüscher im Vorfeld der Kranzgewinn erwartet worden. Mit bereits vier Teilverbandskränzen und einem Bergkranz ist der 19-Jährige als einer der besten Nicht-Eidgenossen ins Fest in Mollis gestartet. Der Kranzgewinn von Lüscher ist dann auch nie wirklich in Gefahr geraten.

Mit Patrick Schenk, Marco Good, Fabian Kindlimann, Marcel Räbsamen und Adrian Walther liest sich das Notenblatt von Lüscher mit insgesamt fünf Eidgenossen wahrlich gut. Nur gegen Walther musste das grosse Talent eine Niederlage einstecken, doch zu diesem Zeitpunkt hatte Lüscher den Kranzgewinn bereits gesichert. Wenn der Nordwestschweizer seine Entwicklung wie in den letzten Jahren fortsetzt, darf er in drei Jahren in Thun dann zu den Mitfavoriten gezählt werden.

Marius Frank (NWSV)

Neben Sinisha Lüscher haben die Nordwestschweizer mit Marius Frank ein weiteres grosses Talent in den eigenen Reihen. Der 20-Jährige bringt eine beeindruckende Körperstatur mit. Er ist beinahe zwei Meter gross und 115 Kilogramm schwer. Damit muss sich Frank vor niemandem verstecken und das hat er auch am Eidgenössischen gezeigt.

Mit sieben Kränzen en suite ist Frank nach Mollis gereist und hat auf souveräne Art und Weise diese Serie fortgesetzt. Mit Dominik Gasser hat Frank zum Auftakt gleich einen Eidgenossen gelegt. Im Verlauf des Fests musste der Solothurner nur zwei Niederlagen hinnehmen, doch gegen die starken Berner Michael Moser und Matthias Aeschbacher ist das wahrlich keine Schande.

Tim Roth (NWSV)

Nach sechs Gängen lag für Tim Roth gar eine absolute Spitzenrangierung im Bereich des Möglichen. Doch wie sein Verbandskollege Frank musste sich auch der 20-Jährige Matthias Aeschbacher beugen. Mit einem aktiv geschwungenen letzten Gang sicherte sich Tim Roth noch mit einem Gestellten den Kranz. 

Dass Tim Roth einen eidgenössischen Kranz in Mollis gewinnt, war alles andere als sicher. Noch Anfang Juni riss sich Roth im Schlussgang beim Basellandschaftlichen das vordere und das hintere Syndesmoseband. Nach diesem Verletzungsschock ist Roth erst am ESAF in den Sägemehlring zurückgekehrt - mit Erfolg. 

Sascha Streich (NWSV)

Wie bei den Bernern gibt es auch im Lager der Nordwestschweizer einen Schwinger, der mir nur einem Stern ins Glarnerland gereist ist, sich aber einen eidgenössischen Kranz gesichert hat. Für den 24-Jährigen ist es überhaupt erst der siebte Kranz in seiner Karriere gewesen.

Das Notenblatt von Streich in Mollis liest sich abenteuerlich. Mit vier Siegen und vier Gestellten hat sich der Student den Kranz gesichert. Dabei ist er gegen zwei Eidgenossen, Konrad Steffen und Dominik Gasser, angetreten. Ausgerechnet gegen die nominell stärksten Gegner hat Streich gewinnen können. Der Zehner im letzten Gang war dann auch absolut notwendig, denn mit einem Viertelpunkt weniger, hätte der Schwinger seinen grossen Streich am Eidgenössischen verpasst.

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2025-09-01 23:00:10