Noch rund zwei Monate geht es, ehe die neue Saison in der National League startet. Die Hockeyfans müssen aber nicht mehr ganz so lange auf Ernstkämpfe warten, denn bereits zwei Wochen zuvor steht der Start der CHL an. Dort werden die Schweizer Teams auf einige in der Schweiz bekannte Gesichter treffen.
Als Schweizer Meister und Zweiter der Regular Season hat sich der HC Fribourg-Gottéron für die Champions Hockey League qualifiziert. Die Auslosung hat dabei folgende interessante Gegner ergeben: Graz99ers, KAC Klagenfurt, HC Pilsen, Adler Mannheim, HK Nitra und Herning Blue Fox. Gleich bei vier Gegnern sind ehemalige National-League-Spieler mit dabei.
Mit Kilian Zündel haben die Graz99ers einen Spieler im Kader, der nicht nur in der National League gespielt, sondern auch seine Ausbildung in der Schweiz durchlebt hat. Nach der U 17 beim SC Rheintal hat er sich allerdings für die RB Hockey Academy in Salzburg entschieden. 2022 kehrte er in die Schweiz zurück und absolvierte bis in die Saison 2023/24 52 Spiele für den HC Ambri-Piotta, in denen ihm ein Assist gelang.
Beim zweiten österreichischen Gegner der Drachen spielt mit Raphael Herburger einer, der gleich drei Abenteuer in der Schweiz hinter sich hat. In der U 17 war er beim EHC Kloten, von 2013 bis 2016 spielte er für den EHC Biel-Bienne und von 2020 bis 2023 war er beim HC Lugano. Insgesamt absolvierte er 310 Spiele in der National League, wobei ihm 111 Scorerpunkte (42 Tore und 69 Assists) gelangen.
Immer wieder finden Spieler den Weg aus der National League in die DEL. Bei den Adler Mannheim gibt es davon drei Spieler. Am meisten Erfahrung in der Schweiz hat der deutsch-schweizerische Doppelbürger Tobias Fohrler. Nach den Junioren beim EV Zug schaffte er einst den Durchbruch, danach spielte er während fünf Saisons für den HC Ambri-Piotta. So kamen für den Verteidiger insgesamt 299 Spiele in der National League zusammen.
Nach seiner Zeit in Nordamerika wechselte Marc Michaelis 2022 zurück nach Europa, wählte aber erst die National League, wo er je eine Saison für die SCL Tigers und den EV Zug spielte. 82 Scorerpunkte aus 106 Spielen sprechen eine eindrückliche Sprache. Ebenfalls einen guten Punkteschnitt hatte Anthony Greco, der während der Saison 2024/25 den EHC Biel verstärkte und dabei in 24 Spielen 15-mal punktete.
Bei slowakischen Teams sind ehemalige NL-Spieler eigentlich eher selten. Beim HK Nitra hat sich aber trotzdem so einer versteckt. Michal Kristof hat den Grossteil seiner Karriere in der Heimat, Finnland oder Russland verbracht, verstärkte aber in der Saison 2024/25 während 29 Spielen die SCL Tigers. Dabei gelangen ihm drei Tore und fünf Assists.
Die Gegner der weiteren beiden Teams in der CHL lesen sich relativ langweilig. Tatsächlich ergab die Auslosung nämlich, dass sich der HC Davos und der Genève-Servette HC gleich folgende vier Gegner teilen: Storhamar Hamar, Eisbären Berlin, GKS Tychy, Skellefteå AIK.
Der einzige Gegner, der ehemalige NL-Spieler im Kader hat, ist Skellefteå. Bei den Schweden spielt Oscar Lindberg, der in der Saison 2019/20 für den EV Zug spielte und 2022 für eine Saison in die Schweiz zurückkehrte und für den SC Bern spielte. In insgesamt 106 Spielen scorte er 79-mal.
Ebenfalls speziell dürften die Partien gegen Davos und Genf für Andro Kaderli werden. Der 21-jährige Schweizer durchlief die Juniorenabteilungen der SCL Tigers und der EHC Brandis Juniors, absolvierte für die Tigers gar ein Spiel in der National League. Seit 2023 spielt Kaderli in Schweden, wo er sich zuerst bei Leksands durchsetzte und auf die kommende Saison hin nun zum Ligakonkurrenten wechselt.

Nach den ersten vier Spielen im September, bei denen auf die Bündner die exakt gleichen vier Gegner warten, wie auf die Calvinstädter, stehen noch die Spiele gegen den Rögle BK und Bili Tygri Liberec an. Während bei den Tschechen kein Spieler mit Schweizer Vergangenheit dabei ist, sieht es bei den Schweden deutlich anders aus.
Der wohl noch bekannteste Ex-NL-Spieler im Kader der Schweden ist Leon Bristedt. Der 31-Jährige absolvierte von 2022 bis 2024 93 NL-Spiele für den HC Davos und punktete dabei 51-mal. Da das Spiel aber bei den Schweden stattfindet, kommt es nicht zu einer Rückkehr. Dennis Everberg verstärkte in der Saison 2018/19 für 41 Spiele und scorte dabei überragende 36-mal. Sechs Jahre später absolvierte Fredrik Olofsson eine komplette Saison in der Kolinstadt und konnte damals 30 Punkte in 51 Spielen realisieren.

Auch auf die Genfer, die dank des dritten Ranges in der Regular Season das CHL-Ticket lösten, wartet mit den Växjö Lakers ein schwedischer Gegner. Danach steht allerdings noch ein Heimspiel gegen die Kölner Haie an. Bei beiden Teams kommt es zu speziellen Geschichten.
Bei den Lakers kann Dennis Rasmussen seinen Teamkollegen wohl einiges über die Genfer verraten, schliesslich spielte er von 2021 bis 2024 für drei Saisons für den HCD. In 157 Spielen kratzte er mit 97 Punkten an der 100er-Marke. Peter Cehlarik war davon weit entfernt, allerdings absolvierte er für den EV Zug auch nur 38 Spiele, ehe er während der Saison zu Leksands wechselte. Die 38 Spiele nutzte er immerhin für 24 Punkte.
Keine Tore gab es vom letzten Spieler in dieser Auflistung, dafür teilweise überragende Fangquoten. Während der Saison 2021/22 wechselte Janne Juvonen zum HC Ambri Piotta und hütete dort bis zum Ende der Saison 2024/25 das Tor. In seinen 112 NL-Spielen lag seine Fangquote durchschnittlich über 90 Prozent. Der Trainer der Haie wäre allerdings gut beraten, Juvonen gegen den GSHC nicht spielen zu lassen. Zwar blieb der Finne im Dezember 2023 gegen die Aigles ohne Gegentor, kassierte allerdings in den restlichen acht Spielen gleich 31 Gegentore.
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