Der FC Thun stand nach einer starken Leistung kurz vor dem Europacup-Coup, musste sich am Ende aber nach Verlängerung mit 2:3 geschlagen geben. Trainer Gian-Luca Privitelli und Mittelfeldspieler Justin Roth machten nach dem bitteren Aus die umstrittene Rote Karte gegen Captain Marco Bürki als Wendepunkt aus.
Die Enttäuschung beim FC Thun ist riesig. Nach einer 2:0-Führung im Rückspiel schien der Einzug in die nächste Runde lange greifbar, ehe der Thuner Captain Marco Bürki mit einer Roten Karte vom Platz flog. Daraufhin kassierten die Berner Oberländer zwei Gegentore, retteten sich dennoch in die Verlängerung. In der 112. Minute schliesslich begrub Dinamo Zagreb mit dem 3:2 alle Thuner Champions-League-Träume.
Auch nach der Partie stand im Mittelpunkt der Diskussionen die Rote Karte gegen Bürki. Justin Roth schilderte die Szene nach dem Spiel gegenüber SRF als extrem unglücklich. Man habe den Ball wegen eines verletzten Mitspielers ins Aus gespielt, der Gegner habe ihn zunächst zurückgegeben und dann sofort aggressiv gepresst. "Es ging alles sehr schnell", sagte Roth. Bis zu diesem Zeitpunkt habe er das Gefühl gehabt, dass Thun die Partie komplett im Griff gehabt habe.
"Danach wussten wir, dass es schwierig wird, aber wir haben immer noch daran geglaubt", so der Mittelfeldspieler. Dennoch kam Zagreb nicht einmal zehn Minuten später zum Anschlusstreffer. "Plötzlich hast du gegnerische Spieler, die Oberwasser bekommen, sie drücken viel mehr nach vorne", sagt Roth und fügt hinzu: "Vorher haben wir es super gemacht und das gar nicht zugelassen."
Auch Trainer Gian-Luca Privitelli übte deutliche Kritik am Verhalten des Gegners. "Sie geben uns den Ball zurück und gehen sofort ins Pressing. Das war nicht gentlemanlike. Es ist maximal unfair", erklärte der Thuner Trainer. Dass aus dieser Situation eine Rote Karte entstanden sei, empfand er als "sehr mutig". Er ist sich sicher, dass der Schiedsrichter bei einem Thuner Heimspiel keine Rote Karte gegeben hätte. Sein Eindruck sei klar gewesen: "Ohne die Rote Karte könnte der Match 3:0 für uns ausgehen."
Trotz des bitteren Endes lobten beide die Reaktion der Mannschaft. Roth betonte, dass Thun selbst mit einem Mann weniger lange kompakt verteidigt habe. Privitelli zeigte sich besonders stolz auf den Einsatz seiner Spieler. "Jeder hat sein letztes Hemd gegeben und versucht, jeden Schuss zu blocken", sagte der Trainer gegenüber SRF. Das Team habe bis zum Schluss füreinander gekämpft und sich sogar noch eine grosse Chance erarbeitet.
Roth hob zudem die Unterstützung der mitgereisten Fans hervor. Die Mannschaft sei nach dem Spiel bewusst noch einmal geschlossen zu den Anhängern gegangen. "Egal wo wir spielen, wir spüren ihren Support. Das müssen wir als Mannschaft schätzen", sagte der Mittelfeldspieler.
Der Traum von der Champions League ist für Thun zwar geplatzt, doch die Europacup-Reise ist noch nicht beendet. Roth blickte bereits nach vorne: "Nach den Sternen können wir jetzt nicht mehr greifen. Aber jetzt kommt die Europa League." Zunächst müsse die Mannschaft diese Niederlage jedoch verdauen und danach den Fokus wieder auf die nächsten Aufgaben richten.
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