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Von Akanji über Rieder bis Wüthrich: Die Schweizer erobern die Königsklasse

19 Schweizer Legionäre in der Königsklasse

Die UEFA Champions League startet mit einem Schweizer Rekord in eine neue Ära. 19 Schweizer werden in der Kampagne 2024/25 um den begehrten Henkelpott kämpfen. Wir bieten eine Übersicht über die Schweizer Legionäre, die abgesehen vom Schweizer Meister BSC Young Boys für ordentlich Swissness in der Königsklasse sorgen. 

Alle Einsatzdaten beziehen sich auf den Zeitpunkt vor dem Auftakt der Ligaphase der UEFA Champions League. 

Manchester City/ENG

Den Anfang macht jener, der die Königsklasse mit seinem aktuellen Verein schon einmal gewonnen hat. Diesen Coup von 2023 möchte Manuel Akanji und Manchester City 2025 gerne wiederholen. Der Abwehrspieler ist unter Pep Guardiola weiterhin unumstritten gesetzt. Vor allem, wenn es dann im Frühjahr in der K.o.-Runde so richtig ums Eingemachte geht, wird er sicher auch international zur Verteidigung des englischen Meisters gehören. Akanji steht schon bei beeindruckenden 48 Spielen in der europäischen Königsklasse und ist damit auf Kurs in dieser Saison zum Schweizer Rekordspieler in der Champions League zu werden. Aktuell hält diese Marke noch Johann Vogel mit 52 CL-Einsätzen. 

Inter Mailand/ITA

Beim italienischen Meister Inter Mailand steht mit Yann Sommer der neu als ehemaliger Schweizer Nationaltorhüter zu bezeichnende Keeper im Tor. Schon in der letzten Saison hütete Sommer für Inter bis und mit dem Aus im Elfmeterschiessen im Achtelfinale das Tor. Als Stammkraft dürfte der 35-Jährige mit den Mailändern die Top-Acht und den damit verbundenen direkten Einzug ins Achtelfinale anstreben. 

AC Milan/ITA

Noah Okafor, der bei der AC Milan zum Saisonstart zwischen Startelf und Ersatzbank hin und her pendelt, hofft wohl auch betreffend seiner Spielzeit auf eine möglichst lange Champions-League-Kampagne für den zweiten Mailänder Club. Der Schweizer Offensivspieler bringt es mit der AC auf bislang drei Einsätze in der Königsklasse, für seine letzten Arbeitgeber RB Salzburg traf Okafor in 16 Spielen der Champions League sechsmal. 

Bologna FC/ITA

Nach einem missglückten Saisonstart steht der Bologna FC noch ohne Sieg nach vier Meisterschaftsspielen dar. Vielleicht bringt die Königsklasse dem letztjährigen Überraschungsteam die erhoffte Leichtigkeit zurück. Mit den Rossoblu geht gleich ein Schweizer Trio international an den Start. Für den Flügelspieler Dan Ndoye wird das Spiel gegen Shakhtar Donetsk am Mittwoch das Debüt auf der grössten Fussballbühne Europas. Michel Aebischer aus seiner Zeit mit den Young Boys und Remo Freuler von seinem Engagement bei Atalanta Bergamo kennen die Königsklasse bereits.

Bayer 04 Leverkusen/GER

Auch aus der Bundesliga nehmen gleich drei Teams mit mindestens einem Schweizer im Kader an der Champions League teil. Im Vorjahr verpasste Bayer Leverkusen im Finale der Europa League das kleine Treble und damit eine perfekte Saison. Die erste Saisonniederlage verhinderte den Titel, jetzt hat die Werkself die Sterne der Champions League im Visier. Die Mannschaft von Xabi Alonso wird sich auch im Konzert der ganz Grossen nicht verstecken müssen. Definitiv eine Schlüsselrolle wird Granit Xhaka im Spiel einnehmen. 

VfB Stuttgart/GER

Mit dem Gastspiel im Santiago Bernabéu steht für den VfB Stuttgart schon ein ganz grosses Highlight gleich zu Beginn der Königsklasse auf dem Programm. Für Fabian Rieder, der bei den Cannstatter einen hervorragenden Saisonstart erwischt hat, steht am 11. Dezember eine ganz besondere Begegnung auf dem Programm. Dann wird der Offensivspieler auf seinen Ex-Verein YB und einige ehemalige Teamkollegen treffen. Für Leonidas Stergiou wird die Champions League 2024/25 ohnehin seine Premiere auf dieser grossen Bühne. Der Abwehrspieler fällt zurzeit aufgrund einer Entzündung an einem Rückenwirbel noch aus. 

Borussia Dortmund/GER

Gregor Kobel steht vor seiner vierten Saison mit Borussia Dortmund in der Champions League. Nur zu gerne soll es für die Borussen wieder bis ins Finalspiel gehen. In der letzten Saison hielt Kobel bei zwölf Einsätzen sechsmal seinen Kasten sauber. Über alle seine 22 Auftritte in der Königsklasse weist er gar zehn weisse Westen vor. Für den letztjährigen Finalsiten dürfte ein Sprung in die Top-Acht in der Ligaphase allerdings eine ziemliche Herausforderung sein, für das braucht es einen Schweizer Nationaltorhüter in Topform. 

AS Monaco/FRA

Neben dem Bologna FC stellt auch die AS Monaco ein Schweizer Trio für die diesjährige Champions League. Weil Stammkeeper Radoslaw Majecki zum Saisonstart aufgrund eines verstauchten Sprunggelenks ausfällt, hat bislang Philipp Köhn das Tor der Monegassen gehütet. Definitiv gesetzt sein wird Captain Denis Zakaria. Der 27-jährige Mittelfeldspieler blüht beim Club aus dem Mittelmeerraum so richtig auf. Für den Genfer wird es bereits der vierte Verein nach Borussia Mönchengladbach, Juventus Turin und dem Chelsea FC, für den er in der Königsklasse auflaufen wird. Die meiste CL-Erfahrung bringt allerdings Breel Embolo mit. Auch für ihn wird es der vierte Verein, für den er in der Champions League stürmen wird. Embolo hat für Borussia Mönchengladbach, Schalke 04 und den FC Basel je einmal getroffen. 

Stade Brestois 29/FRA

Stade Brestois 29 aus der Bretagne steht vor der Premiere in der Königsklasse, das hat sich der Club mit dem überraschenden dritten Schlussrang in der Ligue 1 verdient. Per Leihe von Mainz nach Brest gewechselt hat Edimilson Fernandes. Am Samstag stand er gegen Paris Saint-Germain gleich einmal im Mittelfeld in der Startelf und spielte während 80 Minuten. Der Walliser dürfte wohl auch in der Königsklasse eine Option sein, für den 28-Jährigen wäre es das Debüt in der Champions League. 

Feyenoord Rotterdam/NED

Als der BSC Young Boys im Herbst 2018 in der Gruppenphase der Königsklasse gegen Manchester United, Juventus Turin und den Valencia CF antrat, fehlte Jordan Lotomba aufgrund einer Arthroskopie. Mit einem Transfer in diesem Sommer hat sich der 25-jährige Rechtsverteidiger den Weg in die Champions League ermöglicht. Beim niederländischen Pokalsieger Feyenoord Rotterdam kam Lotomba bei erster Möglichkeit gleich schon über die vollen 90 Minuten zum Einsatz.  

SL Benfica/POR

Nach dem Abstieg aus der Premier League stand für Zeki Amdouni in diesem Sommer ebenfalls die Clubsuche auf dem Programm. Schlussendlich wechselte er auf Leihbasis gewissermassen von der Championship in die Champions League, beziehungsweise von Burnley zu Benfica Lissabon. Der Schweizer Stürmer, der mit dem FC Basel schon in der Conference League für Furore sorgen konnte, wird ebenfalls in der Königsklasse debütieren. Vielleicht muss er sich dafür etwas gedulden, am Samstag kam er als Joker aber immerhin schon zu einem ersten 23-minütigen Einsatz für Benfica. 

Club Brugge/BEL

Seit diesem Sommer läuft Ardon Jashari für den belgischen Meister auf. Beim Club Brugge stand er in den ersten sieben Meisterschaftsrunden zweimal in der Startelf, zweimal durfte er als Joker ran. Auch der zweifache Schweizer Nationalspieler steht vor seinen ersten Einsätzen auf der ganz grossen Bühne. Der belgische Meister qualifizierte sich 2022/23 fürs Achtelfinale der UEFA Champions League. Im Europapokal der Landesmeister, dem Vorgänger der UCL, stand Brügge 1977/78 gar im Finale gegen den Liverpool FC und verlor dieses mit 0:1. 

SK Sturm Graz/AUT

Beim BSC Young Boys kam Gregory Wüthrich im letzten Gruppenspiel 2018/19 gegen Juventus Turin zu einem Kurzeinsatz in der Nachspielzeit. Beim österreichischen Doublesieger ist Wüthrich unangefochtene Stammkraft. Der 29-Jährige wird demnach auch in der Champions League definitiv zur Sturm-Abwehr gehören. Die Ausgangslage für die Mannschaft aus der Steiermark ist ähnlich wie jene des BSC Young Boys, ein Einzug in die K.o.-Runde und damit eine Klassierung unter den Top-24 wäre überraschend. Um die wohl notwendigen neun bis zehn Punkte einzuspielen, bräuchte es gleich mehrere Coups. 

FC Salzburg/AUT

Mit dem FC Salzburg, Werbung für einen Energydrink-Hersteller im Teamnamen ist selbst der UEFA zu viel des Kommerzes, nimmt noch ein zweiter österreichischer Club an der Champions League teil. Damit sind es schlussendlich 19 Schweizer Legionäre, die bis Ende Januar in der Königsklasse um den Einzug in die K.o.-Runde kämpfen werden. Der junge Schweizer Abwehrspieler gehört in Salzburg zwar zu einer eingeführten Leadership Group, Spielzeit erhielt der 20-Jährige in dieser Saison allerdings noch keine einzige Minute. Vielleicht wird sich dennoch die Möglichkeit zu seinem CL-Debüt bieten. 

Und noch ergänzend...

Mit 19 Schweizer Legionären pulverisiert die neue Kampagne die Rekordmarke von bislang elf Schweizern deutlich. Es ist allerdings mit diesen 19 Akteuren noch nicht ganz getan. Zu erwähnen ist da noch der in Langenthal geborene Adrian Bajrami. Der Innenverteidiger des SL Benfica, also ein Teamkollege von Zeki Amdouni, ist albanisch-schweizerischer Doppelbürger. Den 22-Jährige zog es 2018 aus der U17 des BSC Young Boys nach Portugal, seit diesem Sommer gehört er dem Profikader an. Bajrami ist mittlerweile dreifacher albanischer Nationalspieler und damit Nationalmannschaftskollege von Berat Djimsiti. Der gebürtige Zürcher gewann in der letzten Saison mit Atalanta Bergamo die Europa League. Dadurch haben sich die Bergamasken für die Königsklasse qualifiziert.

Und dann ist da noch Adler Da Silva. Der Schweizer Stürmer mit brasilianischen Wurzeln spielt seit September 2021 für Slovan Bratislava. Nach zwei Leihen gehört er zumindest gemäss Transfermarkt zum Kader des slowakischen CL-Teilnehmers. In der Kaderliste der UEFA fehlt der Angreifer allerdings. Der Grund dürfte die Schienbeinverletzung sein, aufgrund derer der 25-Jährige derzeit ausfällt. Erst im Januar könnte Bratislava Adler theoretisch nachmelden und so die Schweizer Teilnehmerliste weiter ergänzen. 

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2024-09-19 14:20:31