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Mit dem einen oder anderen neuen Teamkollegen wird die Nati auch in vier Jahren begeistern

Kaderprognose zur WM 2030

Das Schweizer Nationalteam hat in Nordamerika mit dem Vorstoss ins Viertelfinale eine historische Weltmeisterschaft gespielt. Nach einem erneut starken Turnier stellt sich die Frage, ob die rosigen Tage des Nationalteams bald gezählt sind. Ein Blick voraus auf die WM 2030 darf aber optimistisch stimmen.

An sieben Endrunden in Folge ist das Schweizer Nationalteam in die K.-o.-Runde vorgestossen. Mit dem ersten Sieg in einem Ausscheidungsspiel an einer Weltmeisterschaft seit 1938 hat das Team von Murat Yakin ebenso Historisches geleistet wie mit dem ersten Einzug ins WM-Viertelfinale seit 1954. Das unglückliche Ausscheiden in der Verlängerung gegen Weltmeister Argentinien lässt allerdings das Gefühl aufkommen, dass es nicht ganz gelungen ist, das Maximum auszuschöpfen.

Ob künftig sogar noch mehr möglich sein wird, hängt von der Entwicklung des Nationalteams ab. Mit einem Altersschnitt von 28.4 Jahren steht die Nati zwangsläufig vor einem Umbruch. Ein Blick auf einen möglichen Kader für die Weltmeisterschaft 2030 dürfte aber dennoch optimistisch stimmen.

Torhüter

An seiner ersten Endrunde als Stammtorhüter hat sich Gregor Kobel bewährt. In vier Jahren würde der aktuelle BVB-Keeper als 32-Jähriger wohl weiterhin die Rolle der Nummer eins im Schweizer Kader innehaben. Einen Blick in die Zukunft gewährte Murat Yakins Aufgebot für die diesjährige WM: Marvin Keller befindet sich in der Poleposition, um langfristig die Rolle der Nummer zwei zu übernehmen.

Auf der Torhüterposition galt es, Yvon Mvogo zu ersetzen. Wir haben uns in dieser Prognose dazu entschieden, den Jahrgang von Silas Huber und Gentrit Muslija, die in der Schweiz bereits fleissig Profierfahrungen sammeln, zu überspringen. Mit Théodore Pizarro ist die Entscheidung auf den 18-jährigen Torwart gefallen, der im vergangenen Sommer den Schritt vom FC Lausanne-Sport in den Nachwuchs des SC Freiburg gewagt hat.

Innenverteidiger

In der Innenverteidigung haben sich mit Aurèle Amenda und Luca Jaquez bereits zwei jüngere Spieler ins Nationalteam gespielt. Obschon er dann 34 Jahre alt sein wird, trauen wir Manuel Akanji auch beim Turnier in Portugal, Spanien und Marokko die Rolle des Abwehrbosses zu. Um ihn herum stellt sich eine junge Innenverteidigung auf. Wir prognostizieren, dass Bruno Ogbus und Roggerio Nyakossi bis zur WM in vier Jahren Nico Elvedi und Eray Cömert verdrängen werden.

Als derzeitiger Captain des Schweizer U-21-Nationalteams beweist der ehemalige Servette-Junior Nyakossi seine Qualitäten als Führungsspieler. Mit seiner Körpergrösse wäre er auch bezüglich der Lufthoheit eine interessante Option als zweiter Stammspieler neben Akanji. Wobei auch die drei übrigen Verteidiger definitiv das Rüstzeug zu verlässlichen Teamstützen hätten. Der aktuell erst 20-jährige Bruno Ogbus sammelt beim SC Freiburg bereits fleissig Bundesliga-Erfahrung.

Auch in vier Jahren werden Gregor Kobel und Manuel Akanji wohl das Herzstück der Schweizer Defensive sein.

Aussenverteidiger

Der noch grössere Umbruch steht bei den Aussenverteidigern bevor. Die Zeit von Ricardo Rodriguez und Silvan Widmer im Schweizer Nationalteam dürfte allmählich ablaufen. Zwei Youngster stehen derweil bereits in den Startblöcken. Zachary Athekame und Sascha Britschgi haben sich mit ihren Transfers nach Italien bereits in einer europäischen Topliga angemeldet. Langfristig trauen wir beiden die Stammpositionen zu. Da Britschgi auf beiden Abwehrseiten eingesetzt werden kann, wäre er für das Nationalteam ein absoluter Glücksfall. Miro Muheim dürfte derweil die erfahrene Alternative für links bleiben.

Mittelfeldspieler

Das Ende der "goldenen Generation", die 2009 durch den U-17-Weltmeistertitel die derzeitige Erfolgssträhne des Schweizer Nationalteams angekündigt hatte, naht. Gleichwohl trauen wir Granit Xhaka mit seiner ganzen Erfahrung zu, dass er auch in vier Jahren das Schweizer Nationalteam noch ein letztes Mal anführen kann. Selbstverständlich bräuchte der Schweizer Rekordnationalspieler bis dahin das Glück, von Verletzungen verschont zu bleiben. Mit Ardon Jashari und Johan Manzambi drängen sich derweil die Leistungsträger der Zukunft schon jetzt auf. Bereits in der bevorstehenden EM-Kampagne dürfte auch Jasharis Rolle im Nationalteam zusätzlich an Gewicht gewinnen.

Während wir auf Djibril Sow, Michel Aebischer und Remo Freuler aus dem aktuellen Aufgebot verzichtet haben, dürfte Denis Zakaria als zweiter Routinier Teil des Nationalteams bleiben. Langfristig wäre Alvyn Sanches eine Alternative für die Position des Zehners. Der bisherige FCZ-Mittelfeldspieler Cheveyo Tsawa befindet sich mit dem Schritt nach Brügge gewissermassen auf Jasharis Spuren, die ihn ebenfalls ins Nationalteam führen dürften. Der wohl überraschendste Name ist jener von Rouven Tarnutzer. Der Schweizer U-19-Internationale hat sich in den erweiterten Profikader des SC Freiburg gearbeitet; auch das scheint ein guter Ort für eine vielversprechende Laufbahn zu sein.

Flügelspieler

Während wir auf den anderen Positionen von Veränderungen berichten können, bleibt auf den Aussenbahnen alles beim Alten. Mit Ruben Vargas, Dan Ndoye, Noah Okafor und Fabian Rieder könnten diese beiden Positionen auch in vier Jahren noch gleich besetzt bleiben. Vargas wäre als Ältester des Quartetts dann mit 31 Jahren noch Teil des Kaders. Rieder wäre natürlich auch weiterhin eine Alternative für die Position hinter der Sturmspitze. Mit Johan Manzambi und Alvyn Sanches bieten sich allerdings zwei andere Spieler fürs Zentrum an, womit Rieder wohl häufiger auf die Aussenbahn rücken dürfte.

Gleichzeitig wäre Manzambi natürlich auch ein Kandidat, der auf der Aussenbahn für Betrieb sorgen könnte. In den jüngeren Jahrgängen haben sich bislang keine Kandidaten herauskristallisiert, die sich auf den Flügelpositionen für das Nationalteam nachhaltig aufdrängen konnten.

Stürmer

Breel Embolo ist die tragische Figur des Viertelfinalspiels gegen Argentinien. Das ändert aber nichts daran, dass der Basler auch künftig die erste Wahl im Schweizer Sturmzentrum ist. Gemeinsam mit Zeki Amdouni übernehmen wir zwei Stürmer aus dem aktuellen Kader. Die Positionen von Cedric Itten und Christian Fassnacht besetzen wir mit jungem Offensivpersonal neu. Senkrechtstarter Alessandro Vogt dürfte nach seinem Transfer in die Bundesliga den Schritt ins A-Nationalteam machen.

Im Sturm bringen viele Jungen das Potenzial zum Nationalspieler mit. Unsere Entscheidung fiel schliesslich zugunsten von Giacomo Koloto aus. Der 18-jährige FCB-Stürmer gehört genauso wie Winsley Boteli vom FC Sion zur aufstrebenden nächsten Offensivgeneration.

Der Blick voraus zeigt, dass die Schweiz auch in vier Jahren definitiv einen konkurrenzfähigen Kader stellen wird. Durch einen punktuellen Umbruch dürfte der Altersschnitt gar etwas sinken, selbst wenn Routiniers wie Granit Xhaka und Manuel Akanji weiter im Team bleiben würden. Die WM in Nordamerika dürfte also nicht das letzte Mal gewesen sein, dass die Nati im ganzen Land Begeisterung ausgelöst hat.

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2026-07-13 00:20:52